Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald

Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald.
Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald. Foto: Tuncay Nazik

Die Islamische Gemeinde Röhlinghausen unternahm während des Projekts An den Wurzeln Packen eine viertägige Reise nach Weimar, Dresden, Erfurt und Gotha. Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums des Inneren auf Grund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Mit 23 Teilnehmern darunter auch Flüchtlingsfamilien startete die gemeinsame Reise am Montag (21.10.2019). Die Gruppe besuchte unter anderem die Frauenkirche in Dresden, in Weimar die Anna Amalia Bibliothek und das Konzentrationslager Buchenwald.

„Wir möchten den Islam, das Christentum und das Judentum in seinen Häusern kennen lernen und wir möchten dem wachsenden Antisemitismus die Stirn bieten. Unsere Intention ist es, das Land, indem wir friedlich miteinander leben, die Menschen und ihre Religionen besser kennenzulernen. Dabei wollen wir ganz offen mit den dunklen Kapiteln wie zum Beispiel der NS-Zeit umgehen, aber auch die Vorreiter der deutschenPoesie, Goethe und Schiller, in ihren Heimatstädten besuchen. Wir möchten gemeinsam sehen, verstehen, anfassen und zu einem friedlichen Miteinander beitragen", sagte Tuncay Nazik von der Islamischen Gemeinde.

Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald.
Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald. Foto: Tuncay Nazik

Sehr beeindruckend fand die Gruppe die Führung durch das KZ Buchenwald. "Was Hass, ideologische Blindheit und Rassenwahn verursacht hat, konnte hier nachempfunden werden. Mich hat der Besuch im KZ sehr mitgenommen. Soviel Leid und Schmerz mussten die Menschen erleben, nur weil sie nicht zu den Mehrheitsgesellschaft gehört haben“, sagte Recep Davulcu , ein Teilnehmer der Gruppe.

Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald.
Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald. Foto: Tuncay Nazik

„Wer einmal Buchenwald besucht, wird mit seinen eigenen Vorstellungen kritisch umgehen. Hass, Unterdrückung, und Feindschaft hat der Welt nie was Gutes gebracht. Es ist mir deswegen auch unverständlich wie die Gesellschaft jetzt Antisemitismus oder Rassismus duldet oder einfach wegguckt. So was wie Buchenwald sollte nie wieder passieren“, sagte Jamil Hamisch nach dem Besuch.

Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald.
Mitglieder der Islamischen Gemeinde besuchen das Konzentrationslager Buchenwald. Foto: Tuncay Nazik

„Im Juli 1937 lässt die SS auf dem Ettersberg bei Weimar den Wald roden und errichtet ein neues KZ. Mit dem Lager sollen politische Gegner bekämpft, Juden, Sinti und Roma verfolgt sowie Gemeinschaftsfremde, unter ihnen Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte, dauerhaft aus dem deutschen Volkskörper ausgeschlossen werden. Schon bald wird Buchenwald zum Synonym für das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Nach Kriegsbeginn werden Menschen aus ganz Europa nach Buchenwald verschleppt. Im KZ auf dem Ettersberg und seinen 139 Außenlagern sindinsgesamt fast 280.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwingt sie zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie." (Quelle: https://www.buchenwald.de)

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