Diakonische Stiftung Wittekindshof übernimmt Trägerschaft der Kita Am Weustenbusch
Verlässlichkeit für 60 Kinder
Die Insolvenz des Internationalen Bundes (IB) West stellte die Kita Am Weustenbusch in Herne vor eine ungewisse Zukunft. 60 Kinder und ihre Familien bangten um ihre Betreuung. Doch zum 1. August 2026 übernimmt die Diakonische Stiftung Wittekindshof die Trägerschaft der Einrichtung.
„Durch die Insolvenz des IB West drohte ein Betreuungsnotstand für Kinder und Eltern. Wir wollen jedem Kind frühkindliche Bildung ermöglichen und haben uns entschieden, unsere Kompetenzen einzubringen, um Verlässlichkeit für die Kinder und Eltern zu schaffen und gleichzeitig Sicherheit für die Mitarbeitenden“, erklärt Matthias Jacobstroer, Regionalleitung Rhein-Ruhr der Diakonischen Stiftung Wittekindshof.
Die Stadt Herne hatte im Jugendhilfeausschuss verkündet, dass sie sich auf die Suche nach einem Nachfolgeträger machen werde. Da der Wittekindshof bereits mit der Stadt im Gespräch stand, war der Schritt naheliegend. Direkt gegenüber der Kita Am Weustenbusch, einer Container-Kita, entsteht gerade eine neue sechsgruppige Kita, die voraussichtlich im ersten Quartal 2027 vom Wittekindshof in Betrieb genommen wird. „Diese bestehende Verbindung zur Stadt hat den Weg für die Übernahme geebnet. Es war für uns selbstverständlich, Verantwortung zu übernehmen“, betont Matthias Jacobstroer.
Wechsel bedeutet Kontinuität
Für die Kinder, Eltern und Mitarbeitenden bedeutet der Wechsel vor allem eines: Kontinuität. Die große Mehrheit des Teams bleibt erhalten und die Mitarbeitenden behalten ihre Arbeitsplätze. Somit haben die Kinder weiterhin ihre vertrauten Bezugspersonen in der Kita. „Wir setzen die gute Arbeit, die hier vor Ort geleistet wird, fort und bringen zudem unsere Kompetenzen ein, etwa in der Mitarbeiterentwicklung. Dabei profitieren wir von unserem großen Portfolio an Kindertagesstätten, vor allem im westlichen Münsterland“, sagt Julia Nattebrede, Geschäftsbereichsleitung Kitas der Diakonischen Stiftung Wittekindshof.
Im Hintergrund läuft derzeit die organisatorische Vorbereitung auf Hochtouren. Es geht um Arbeitsverträge der Mitarbeitenden, den Mietvertrag mit der Stadt als Eigentümerin der Container-Kita und das Inventar, das weiter genutzt werden kann. Neue Verträge, etwa für Telefon und Internet, werden abgeschlossen, damit die Erreichbarkeit sichergestellt ist und auch Verträge etwa mit Reinigungsdienstleister und Grünanalgenpflege werden neu aufgesetzt. „Das sind viele Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass der Trägerwechsel im Grunde genommen keinen großen Einschnitt macht. Wir stehen in engem Austausch mit der Kita-Leitung und dem Team“, erklärt Matthias Jacobstroer.
Falls notwendig, werde der Wittekindshof noch mit Personal nachsteuern. Für die Familien ändert sich im Kita-Alltag erstmal nichts. Das pädagogische Konzept bleibt bestehen, die Abläufe bleiben vertraut und auch die Öffnungszeiten ändern sich nicht. Die Elternarbeit wird wie gewohnt fortgesetzt. Perspektivisch können Familien von dem breiten Netzwerk des Wittekindshofs profitieren, etwa durch Beratungsangebote und Familienunterstützung.
Übernahme als ein klares Bekenntnis zur Stadt
„Wir sind dankbar, dass ein verlässlicher, kompetenter und seit Jahren für Herne aktiver Träger die Kita übernimmt“, sagt Kirsten Wietoska, Fachbereichsleitung Kinder-Jugend-Familie der Stadt Herne. Für den Wittekindshof ist die Übernahme ein klares Bekenntnis zur Stadt Herne. „Kein Kind wird zurückgelassen. Wir wollen zur hohen Versorgungsquote in der Stadt Herne beitragen und Verantwortung übernehmen. Wir wollen Probleme gerade im sozialen Bereich erkennen und Problemlöser sein“, sagt Matthias Jacobstroer. Im laufenden Kitajahr können wahrscheinlich auch noch kurzfristig einige Plätze für Kinder ab drei Jahren angeboten werden. Mit nun zwei und bald drei Kitas in Herne baut der Wittekindshof sein Engagement weiter aus und stärkt die Kinderbetreuung vor Ort nachhaltig.