SPD - Fraktion vor Ort

Treffen auf Gut Steinhausen

Engagierte Anwohner die sich gegen die Erweiterung der ZDP wehren.
Engagierte Anwohner die sich gegen die Erweiterung der ZDP wehren. Foto: Privat

„Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen. Und wir gehen dahin, wo die Menschen Probleme haben“, begrüßte Udo Sobieski am Mittwoch (30.10.2019) rund 80 Bürger, zumeist aus Unser-Fritz oder dem Wanner Norden, zu einer SPD-Fraktion vor Ort-Diskussion über die geplante Erweiterung der Zentraldeponie Emscherbruch (ZDE) an der Stadtgrenze Wanne-Eickel/Gelsenkirchen.

Joachim Ronge.
Joachim Ronge kam nicht zur Dislussion. Foto: Heinz-Jürgen Bourichter

Im Restaurant Gut Steinhausen an der Wiedehopfstraße, zwischen Pferdebildern und Hufeisen an der Wand, ließen sich weder der SPD Fraktionschef noch seine Gäste vom Fehlen eines Podiums-Teilnehmers irritieren: Denn Joachim Ronge, Geschäftsführer der Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet (AGR), Betreiberin der ZDE, hatte kurzfristig abgesagt, da er sich vor dem Ablauf der Einreichungsfrist von Einwendungen gegen die Erweiterung am Mittwoch, 6. November 2019, nicht öffentlich äußern wolle. Sobieski: „Das finde ich nicht in Ordnung. Das hätte früher geklärt werden können.“ So stellten sich neben Alexander Vogt (SPD, MdL) Achim Wixforth (Fachbereichsleiter Umwelt und Stadtplanung bei der Stadt Herne) und Hans Peter Jäkel, einer der Sprecher der Bürgerinitiative Uns stinkt`s, der Diskussion.

Vogt: „Es gibt doch auch andere Flächen“

Zu deren Beginn die SPD klar Stellung bezog: „Meine Fraktion lehnt die geplante Erweiterung der ZDE ab. Dies haben meine Kolleginnen und Kollegen auch im Umweltausschuss der Stadt Herne sowie in der Bezirksvertretung Wanne deutlich zum Ausdruck gebracht“, so Udo Sobieski. Und Alexander Vogt ergänzte. „Es gibt zwei Fragen: Wie kann der Status Quo viel besser abgesichert werden? Und: Muss der gesamt Müll aus Kommunen des RVR hier landen? Es gibt doch auch andere Flächen!“ Beide SPD-Politiker waren sich in Richtung der Bürger einig: „Sie werden Ihrer Verantwortung für die Gewährleistung der Entsorgungssicherheit schon seit vielen Jahrzehnten mehr als gerecht. Sollte die Bezirksregierung das Genehmigungsverfahren positiv bescheiden, muss es ein Enddatum der Zentraldeponie mit einem klar definierten und verankerten Ausstiegsfahrplan geben.“

SPD - Fraktion vor Ort - Auf Gut Steinhausen ging es um die Erweiterung der Zentraldepinie Emscherbruch.
SPD - Fraktion vor Ort - Auf Gut Steinhausen ging es um die Erweiterung der Zentraldepinie Emscherbruch. Foto: SPD

BI wirft Bezirksregierung viele Fehler vor

Eine Vorlage, die Hans Peter Jäkel aufnahm: „Wir machen das jetzt seit 50 Jahren mit. Und jetzt soll alles noch größer werden?“, fragte er und warf der AGR zahlreiche Fehler vor. Dazu zählen, so die BI, eine nicht intakte Lkw-Reifenwaschanlage, eine Schranke, die keine Schranke sei, Rauchsäulen, deren Asche „in unseren Gärten landet“, oder eine Gefährdung des Grundwassers. Auch die Schleichwege der verdreckten Lkw, die „tagtäglich bei uns im Minutentakt vorbeidonnern“, stoßen den Anwohnern der Siedlungen im Dannekamp oder im Grimberger Feld sauer auf.

„Und dann müssen wir noch kontaminierte Luft einatmen“, rief eine Anwohnerin und verwies auf die Kinder der KiTa Cranger Arche oder der Grundschule an der Laurentiusstraße. Und dies alles vor dem Hintergrund, dass die Zentraldeponie das erste Mal schon zur Jahrtausendwende geschlossen werden sollte. Den Anwohnern reicht es, das wurde bei der SPD-Veranstaltung mehr als deutlich klar: Sie versuchen, ein Abladen weiterer Giftstoffe in ihrem Umfeld zu verhindern, da ihre Wohnhäuser nur ein paar Meter entfernt neben der Müllhalde liegen.

SPD verspricht: „Wir bleiben am Ball“

Die Sorgen und Ängste der Anwohner wird die SPD aufnehmen. „Alles, was Sie heute hier gesagt haben, fließt umgehend in ein Gespräch mit der AGR ein“, versprach Udo Sobieski. Und weiter: „Diese Deponie passt hier nicht hin. Sie ist überholt.“ Er setzt auch auf die Unterstützung der Städte Gelsenkirchen und Herne, die eine geplante Erweiterung negativ sehen. Spätestens Anfang 2020 will die SPD die Bürger über den Stand der Dinge informieren.

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