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Investition in die Zukunft: Berge von Sand und Erde liegen bei der Übergabe des Grundstücks an der Straße Am Berg auf dem Gelände.

Familie Brinker übergibt ehemaligen Firmenstandort an die Stadt

In Bickern entsteht eine neue Kita

Auch wenn man außer vieler Tonnen Sand, Erde und Schutt nicht mehr viel vom traditionsreichen Gebäude zu sehen ist, ging es am Mittwochvormittag (15.12.2021) an der Straße Am Berg nostalgisch zu. Grund dafür ist die Übergabe des Grundstücks der Familie Brinker, die die namensgleiche Bäckerei führt, an die Stadt Herne, die dort eine neue Kita errichten wird. Im Herbst 2023 soll der Neubau, der rund fünf Millionen Euro kostet, fertig sein.

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Seit 1924 war das Grundstück in Familienbesitz und bildete den Stammbetrieb des Unternehmens zur Herstellung von Brötchen, Brot und weiteren Teigwaren. 1997 wurde der Standort laut Karl Brinker, Chef der Bäckerei, aufgegeben. Seitdem entwickelte sich das alte Gebäude mehr und mehr zu einer Schrottimmobilie.

Verschiedene Ideen, aber kein Fortschritt

„Wir waren seit mehreren Jahren mit einem Projektentwickler für das Grundstück in Gesprächen. Verschiedene Ideen wurden diskutiert, aber es gab immer wieder Störungen und wir kamen nicht voran. Dann kam der Gedanke auf, dass eine Kita im Sinne der Stadt sein könnte und über einen Kontakt zur Verwaltung nahm das schnell Fahrt auf“, berichtete Marlies Brinker, die Ehefrau vom Bäckerei-Chef.

(Mi.) Marlies Brinker und (re.) ihr Mann Karl Brinker, Chef der gleichnamigen Bäckerei, übergaben das Grundstück an die Stadt und erinnerten sich an die Anfänge zurück.

„Es ist daher ein besonderer Tag mit Schmerz und Freude. Schmerz, weil hier alles anfing und nun nichts mehr davon über ist. Nun überwiegt aber die Freude, weil wir diesen Weg gehen, um vielen Familien eine Freude mit einem Kita-Platz bereiten zu können. So wird der Schmerz gelindert.“ Sie würde sich jetzt schon auf den Tag der Eröffnung im Jahr 2023 freuen, so Marlies Brinker weiter. Ihren Dank richtete sie auch an die Vorfahren der Familie, die den Grundstein für eine erfolgreiche Firma gelegt hatten.

Die kurzen und schnellen Gespräche nannte auch Stadtdirekter Dr. Hans Werner Klee. „Ich bin froh, dass es so schnell funktioniert hat. Wir haben nur zwei Mal telefoniert, bis wir die Rahmenbedingungen geklärt hatten. Für beide Seiten ist das ein guter Ansatz.“ Er teilte außerdem mit, dass das Gelände rund 3.200 Quadratmeter groß sei, 3.000 Quadratmeter würden für eine Kita mit sechs Gruppen auch mindestens benötigt.

74. Kita der Stadt

Über die Größe des Grundstücks, welche man erst nach dem Abriss so wirklich erkennen kann, wunderte sich auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda: „Ich habe diesen Blick dafür gar nicht gehabt. Nun sieht man aber, wie viele Menschen man für einen solchen Neubau benötigt. Es wird unsere 74. Kita in der Stadt, vor allem in Bickern und Wanne generell haben wir großen Bedarf.“ Nun könne man einen vernünftigen Startschuss für die Kinder im Quartier abgeben.

Die Verantwortlichen der Stadt um OB Dr. Frank Dudda und das Ehepaar Karl und Marlies Brinker vor dem Gelände.

Dabei blickte er auch schon in die Zukunft: „Kaum sind wir hier fertig, wird Ulrich Klonki als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses sagen: Es reicht nicht. Daher werden wir weiter Personal ausbilden und weitere Kitas planen, um die Stadt in eine gute Zukunft zu lenken.“ Der Baustart soll schnell erfolgen.

1.000 neue Kita-Plätze geschaffen

Ulrich Klonki selbst reagierte darauf so: „In den vergangenen zehn Jahren hatten wir vor, 650 neue Kita-Plätze zu schaffen. Es sind 1.000 geworden. Dennoch wird der Bedarf weiter steigen, da die Eltern die guten Kitas sehen und ihre Kinder noch früher dorthin schicken.“

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Schuldezernent Andreas Merkendorf hielt sich zum Abschluss kurz: „Man hat das gute Gefühl, dass das Grundstück in gute Hände gegeben wird. Unsere Kinder brauchen gute Betreuung und hier im Quartier haben viele Familien kurze Wege.“

| Autor: Marcel Gruteser