Grüne Dächer für den Klimaschutz

Stadt bietet Unterstützung für Unternehmen und Eigentümer

Dachbegrünung.
Grüne Dächer für den Klimaschutz - im Bild zwei 30 Jahre alte begrünte Dächer. Foto: Carola Quickels

Wie stark bereits jetzt die Folgen des Klimawandels sind, ist in den letzten Tagen in vielen Teilen Deutschlands auf dramatische Weise deutlich geworden. Auch die Stadt Herne setzt sich für Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Umwelt ein. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (22.7.2021) informierten Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, der Vorsitzende der Emschergenossenschaft Professor Dr. Uli Paetzel, der Fachbereichsleiter von Stadtgrün Heinz-Jürgen Kuhl, Stadtdezernent Karlheinz Friedrichs und Daniel Wirbals vom Fachbereich Umwelt und Stadtplanung die Dachgrün-Initiative als Teil der Zukunftsinitiative 'Wasser in der Stadt von morgen' vor.

Vorstellung Gründachinitiative für Herne mit Emschergenossenschaft, im Bild (v.li.) OB Dr. Frank Dudda und Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.
Informierten über die neue Initiative: (v.li.) OB Dr. Frank Dudda und Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Obwohl die Pressekonferenz schon länger geplant war, war das Thema nach den starken Überflutungen in vielen Orten Deutschlands umso passender. „Wir sehen die Folgen des Klimawandels und wissen, das Konzept zu den Klimafolgen muss angepasst werden. Wir müssen uns mit den Fragen beschäftigen: Wie gehen wir mit Wasser um? Was sind die Folgen für Herne?", so Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.

Lokaler Beitrag zum Klimaschutz

Weiter führte er aus: „Wir wollen gemeinsam mit der Emschergenossenschaft einen lokalen Beitrag zum Klimaschutz leisten, darum unterstützen wir mit der neuen Initiative die Begrünung von Dächern. Klimaschutz erreichen wir nur gemeinsam, deshalb bitten wir die Herner um Mithilfe."

Ebenso ging er auf die in der Öffentlichkeit derzeit viel diskutierten Warnsysteme ein. „Wir werden auch in unserer Stadt die Warnkonzepte weiter ausbauen, aber wir setzen auf das klassische Warnen mit Sirenen und Lautsprechern, was sich auch schon in der Pandemie bewährte. Dennoch sind die Auswirkungen des Klimawandels kein Warnproblem oder ein Problem, das wir durch Kanalisation lösen können."

Vorstellung Gründachinitiative für Herne mit Emschergenossenschaft, im Bild Heinz-Jürgen Kuhl, Leiter Fachbereich Stadtgrün.
Heinz-Jürgen Kuhl, Leiter Fachbereich Stadtgrün. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Mit der Gründach-Initiative, die von der Emschergenossenschaft unterstützt wird, haben Eigentümer von Bestandsimmobilien, die bereits seit fünf Jahren stehen und mindestens 40 Quadratmeter groß sind, die Möglichkeit aktiv etwas gegen die Hitzeinseln in der Stadt und die Folgen des Klimawandels zu unternehmen. Sie ist eine Maßnahme des Projektes „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ der Ruhr-Konferenz. Im Fokus des Projektes stehen Umsetzungen, die dazu dienen, bis 2040 mindestens 25 Prozent der befestigten Flächen vom Kanalnetz abzukoppeln und den Verdunstungsgrad bis 2040 um zehn Prozentpunkte in der Region zu erhöhen.

Regenwasser soll nicht einfach in der Kanalisation verschwinden

„Ein Ziel von uns und der Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von morgen ist, sauberes Regenwasser nicht mehr einfach in der Kanalisation verschwinden zu lassen, sondern es soll zum Beispiel auf Grünflächen versickern, verdunsten oder zur Kühlung der Umgebung dienen", so Professor Dr. Uli Paetzel, Vorsitzender der Emschergenossenschaft.

Vorstellung Gründachinitiative für Herne mit Emschergenossenschaft.
Die Gründachinitiative für Herne wurde mit der Emschergenossenschaft vorgestellt. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Ebenso führt er aus: „Wir sehen, die Ereignisse werden immer extremer. Der Klimawandel schlägt zu und das hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Stadt, Unternehmen und die Bevölkerung, wir alle müssen gemeinsam handeln. Wir können Vorsorge betreiben mit Rückstauklappen oder auch der Begrünung von Dächern."

Teilweise Erstattung der Begrünung

Genau dieser Vorsorgegedanke soll bei der neuen Initiative im Vordergrund stehen. „Wir wollen Unternehmen und Eigentümern ein niederschwelliges Angebot machen", so Daniel Wirbals vom Fachbereich Umwelt und Stadtplanung. „Immobilienbesitzer können bis zu 50 Prozent der Planungs- und Ausführungskosten erstattet bekommen. Als Obergrenze gelten aber maximal 30 Euro pro Quadratmeter für eine extensive Dachbegrünung und maximal 40 Euro für eine intensive Dachbegrünung. Mindestens fünf Jahre muss die Dachbegrünung dann auch erhalten bleiben. Bis Anfang 2022 können Förderanträge gestellt werden." Diese Antragsstellung laufe dann über den Fachbereich Umwelt und Stadtplanung in Herne.

Stadtrat Karlheinz Friedrichs.
Stadtrat Karlheinz Friedrichs. Foto: Carola Quickels

Für die Abwicklung müssen Interessierte zunächst ein Antragsformular ausfüllen, einen Lageplan, eine Beschreibung der einzelnen Maßnahme und einen Kostenvoranschlag der betreffenden Firma mitschicken. Die Kosten für eine Dachbegrünung belaufen sich je nach Begrünung auf 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter.

Die Stadt Herne möchte in Ergänzung zu der Förderung großflächiger Dachbegrünung auch kleine private Einzelflächen fördern. „Es ist ein weiterer Baustein in der Klimaanpassung. Wir unterstützen unter anderem die Begrünung von Garagen. Jedoch sollte vorher die Statik auf Eignung geprüft werden", so Stadtdezernent Karlheinz Friedrichs.

Fokus auf Klima- und Artenschutz

„Der Fokus liegt dabei neben dem Klimaschutz vor allem auf dem Artenschutz, denn blühende Dachflächen fördern die Artenvielfalt in der Stadt. Die Gründächer bieten nicht nur Nistplätze für Vögel, sondern auch Nahrung für Wildbienen, Insekten und Vögel. Um den Bau möglichst vieler Gründächer anzuregen, werden hiermit ausschließlich Einzelgaragen oder Carports gefördert. Die Förderung beträgt einmalig 100 Euro und ist auf 100 Anträge begrenzt", ergänzte Heinz-Jürgen Kuhl.

Das Förderprogramm Wasser in der Stadt von morgen wird durch das NRW-Sonderprogramm „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ finanziert und geht auf eine Initiative des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz NRW zurück. Interessierte finden hier nähere Informationen.

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