EvK vergrößert Abteilung Schmerztherapie

Stark wachsender Behandlungsbedarf

Dr. Katja Vogelsang und Prof. Dr. Eckhard Müller, Chefarzt Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin.
Dr. Katja Vogelsang und Prof. Dr. Eckhard Müller, Chefarzt Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin. Foto: EvK

Mit der neuen Leitung der Multimodalen Schmerztherapie, Dr. Katja Vogelsang, geht eine Erweiterung der Abteilung innerhalb der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin einher. Ende Januar 2020 wurde eine eigene Bettenstation für diesen Behandlungsbereich im Evangelischen Krankenhaus Herne-Eickel eröffnet.

Chronische Schmerzen gehen selten auf nur eine Ursache zurück. Umso schwieriger ist es, einen Ansatzpunkt für die Behandlung zu finden. „Wichtigste Voraussetzung, um alle Faktoren zu ermitteln, die zu dem Schmerzzustand beitragen, ist, sich viel Zeit für das Gespräch mit dem Patienten zu nehmen und ihn auch nach anderen Themen als nur rein körperlichen Symptomen zu befragen “, sagt Schmerztherapeutin Dr. Katja Vogelsang. Denn oft genug sind es zusätzlich Probleme im Beruf oder private Sorgen, die den Betroffenen so schwer belasten, dass die körperlichen Beschwerden unerträglich werden.

Während eines stationären Aufenthalts, der in der Regel zwischen 9 und 12 Tagen dauert, befasst sich ein multiprofessionelles Team aus Schmerzspezialistin Dr. Vogelsang, Medizinern der Orthopädie oder Neurologie - je nach Symptomatik -, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Pain Nurses und Psychologen mit dem Betroffenen. Gemeinsam mit dem Patienten entwickeln sie ein Behandlungskonzept, um die Beschwerden zu lindern und Perspektiven zu schaffen, wie der Alltag besser bewältigt werden kann. Dazu gehören neben der Physiotherapie auch die Atemtherapie, Entspannungsübungen sowie Maßnahmen aus der Aromapflege.

Eine wesentliche Rolle spielt die richtige Medikamentengabe. Häufig nehmen Patienten viele verschiedene Präparate gleichzeitig ein, teilweise auch hohe Dosierungen von starken Schmerzmitteln und leiden unter mangelnder Wirkung, oder den unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Während eines stationären Aufenthalts kann der Patient kontinuierlich beobachtet werden, um so für ihn das richtige Medikament zu finden. Sind es vor allem Ängste oder Stress, die dem Körper so zusetzen, dass er einen chronischen Schmerz entwickelt, bezieht Dr. Vogelsang auch eine Psychologin mit ein, um dem Patient bei der Suche nach einem Ausweg aus der Schmerzfalle zu helfen. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit dem Patient alle noch bei ihm vorhandenen Ressourcen freizulegen, damit er wieder Vertrauen zu sich selbst und seinen Körper gewinnt“, erklärt die Schmerztherapeutin.

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