Eröffnung Retrospektive Wolfgang Quickels

Vernissage der Doppelausstellung in der VHS und im Heimatmuseum

Eröffnung Retrospektive Wolfgang Quickels
Eröffnung Retrospektive Wolfgang Quickels Foto: Björn Koch

Die Fotografien des 2014 verstorbenen Fotografen Wolfgang Quickels sind seit Samstag (16. 11.2019) in der VHS Wanne-Eickel sowie im Heimatmuseum Unser-Fritz zu sehen (halloherne berichtet). Die Vernissage, mit einem Rückblick auf das Leben und die Arbeit von Wolfgang Quickels, fand am Freitagabend (15.11.2019) mit rund 150 Besuchern statt.

Eröffnung Retrospektive Wolfgang Quickels
Gregor Spohr erinnerte in seiner Eröffnung-Rede an seinen Freund Wolfgang Quickels. Foto: Björn Koch
Wolfgang Quickels bei der Arbeit.
Wolfgang Quickels bei der Arbeit. Foto: Björn Koch

Der Abend begann in der VHS an der Wilhelmstraße. Hier hängen die jüngeren Werke des Bildjournalisten - es sind Farbaufnahmen. Es sind Impressionen aus dem Ruhrgebiet, künstlerische Bilder über die moderne Industriekultur oder auch eine Bildreihe, die auf Berliner Friedhöfen entstand. Angelika Mertmann, die Kuratorin der VHS-Ausstellung, begrüßte die Gäste, bevor der langjährige Freund von Wolfgang Quickels, Gregor Spohr, in einer emotionalen Rede an den Freund, den Fotografen und Künstler Wolfgang Quickels erinnerte. „Da war jemand mit hohem künstlerischen Anspruch am Werk, der nicht nur die Technik seiner Kamera ausreizte, sondern auch den Blick für ein Motiv hatte. Diesen Blick kann man nicht lernen. Entweder man hat ihn, oder eben nicht - und Wolfgang hatte diesen Blick. Ihm gelang es, auch von eher Routine-Terminen, wie zum Beispiel einer Kaninchen-Ausstellung oder einer Jubilar-Ehrung, einen Hingucker mitzubringen. Wolfgang nahm sich bei aller Hektik immer Zeit für seine Motive und machte keine flüchtigen Schnappschüsse. Er war immer auf der Suche nach dem besonderen Licht, Ausschnitt oder Aussage. Familie, Freunde, Fotografie. Dieser Dreiklang bestimmte Wolfgangs Leben.“

Eröffnung Retrospektive Wolfgang Quickels
Eröffnung Retrospektive Wolfgang Quickels Foto: Björn Koch

Die Bilder im Heimatmuseum Unser-Fritz zeigen ältere Werke des Fotografen, teilweise originale Abzüge aus dem Familienbestand - zumeist schwarz/weiß Fotos. Der inhaltliche Fokus der Fotografien liegt auf dem Ruhrgebiet ab den 80er-Jahren sowie dem Klassenkampf. „Wolfgang hat schon sehr früh angefangen, Struktur und Industriekultur zu fotografieren, bevor es den Begriff überhaupt gab“ sagte Historiker und Kurator des Heimatmuseums, Ralf Piorr. „Er hat sich zum Beispiel um die Halden gekümmert und war dabei, als die Zechen still gelegt wurden. Wolfgang bekam mit, wie stark die Identität des Ruhrgebiets mit der Industriekultur zusammen hängt. Das hat er früh als Fotograf erahnt und ins Bild gefasst.“

Den anwesenden Familienmitgliedern, Freunden und Weggefährten fielen zahlreiche Anekdoten mit und über Wolfgang Quickels ein. Als ihm in jungen Jahren eine Fotokamera angeboten wurde, soll er gefragt haben, was er damit soll. Für viele blieb in Erinnerung, wie stark er dem Krebs gegenüber trat und - trotz 68 Chemo-Therapien - seiner Berufung als Fotograf weiter folgte. „Wolfgang war niemand, der jammerte“, so Spohr. Wolfgang war auch jemand, der gerne sein Wissen weiter gab und mit Rat und Tat hilfreich zur Seite stand.

Die Ausstellung Retrospektive Wolfgang Quickels in der VHS am Grünen Ring und im Heimatmuseum Unser-Fritz wird noch bis zum 19. Januar 2020 gezeigt.

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