AWO will Bewusstsein für digitale Medien stärken

v.l. Tina Diebel (OGS-Fachbereichsleiterin) und Maria Hagemeister (Leiterin des Kindergartenwerks bei der AWO Ruhr-Mitte und gleichzeitig Kinderschutzfachkraft).
v.l. Tina Diebel (OGS-Fachbereichsleiterin) und Maria Hagemeister (Leiterin des Kindergartenwerks bei der AWO Ruhr-Mitte und gleichzeitig Kinderschutzfachkraft). Foto: Awo

Laut einer aktuellen Studie haben Schüler in NRW erhebliche Probleme im Umgang mit digitalen Geräten. Viele von ihnen seien nicht in der Lage, wie die International Computer and Information Literacy Study 2018 ergeben hat, „digitale Medien zum Recherchieren, Gestalten und Kommunizieren von Informationen zu nutzen und diese zu bewerten, um am Leben im häuslichen Umfeld oder in der Gesellschaft erfolgreich teilzuhaben."

Grund genug für die Arbeiterwohlfahrt (AWO), in ihren Einrichtungen einen anderen Trend zu setzen. In den Kitas, den Offenen Ganztagsschulen (OGS), den Jugendfreizeithäusern und auch in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung bietet der Verband künftig einen „Medienführerschein“ an. „Mediennutzung findet in jedem Alter statt. Unter dem Gesichtspunkt des Kinderschutzes wollen wir daher einen unternehmensweiten Schwerpunkt setzen“, betont Maria Hagemeister, Leiterin des Kindergartenwerks bei der AWO Ruhr-Mitte und gleichzeitig Kinderschutzfachkraft.

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete die AWO bereits bei einem Fachtag vor wenigen Wochen. Die aktuelle Berichterstattung zeige nun, dass die Arbeit in diesem Bereich wichtiger kaum sein könnte. „Unsere Mitarbeiter*innen werden sich noch gezielter mit diesem Thema auseinandersetzen und sich fortbilden. In verschiedenen Arbeitsgruppen können wir dann forcieren, wie die praktische Umsetzung in den Einrichtungen erfolgt“, kündigt OGS-Fachbereichsleiterin Tina Diebel an. Die AWO-Kitas nutzen bereits Medien wie PC oder Tablets. Das gehöre zur Lebenswelt selbst der jüngsten Kids schon dazu, wie Maria Hagemeister schildert. „Auch zu Hause. Deswegen werden wir im Rahmen der Erziehungspartnerschaft die Eltern ganz eng an dieses Projekt anbinden.“

Der „Medienführerschein“ soll am Ende einen bewussten Umgang mit unterschiedlichen Kommunikationsmitteln ausweisen. „Das Leben der Kinder findet zu einem ganz großen Teil in der virtuellen Welt statt. In der realen Welt wollen wir zunächst unseren Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen vermitteln, welche Chancen etwa das Internet im pädagogischen Alltag bietet, aber auch, welche Gefahren für Kinder und Jugendliche potenziell vorhanden sind“, sagt Tina Diebel. Sie denkt dabei an Werbung, Chats oder auch an die Frage, wie neue Idole, Vorbilder aus dem Netz auf Kinder und Jugendliche wirken.

Das Projekt „Medienführerschein“ soll im August 2020 bei der AWO Ruhr-Mitte dann endgültig starten – und damit auch die Trendwende einläuten.

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