Apfel, Nuss und Mandelkern...

Strünkeder Advent: Bratapfel-Workshop.
Strünkeder Advent: Bratapfel-Workshop. Foto: Carola Quickels

„...essen fromme Kinder gern“, so heißt es zumindest in dem Gedicht von Theodor Storm. Doch auf den Weihnachtstellern finden sich diese Gaben heute immer weniger. Stattdessen haben süße Schokoladen-Nikoläuse die Vorherrschaft auf den Tellern und in den Adventskalendern übernommen. Freuten sich unsere Kinder jeden Morgen aufs Neue über Äpfel, Nüsse oder kleine Zettel mit geschenkter Zeit in ihren Adventskalendern, sind die heutigen Erwartungen weitaus höher gesteckt und kleine Geschenke werden durchaus erwartet. Auch auf den Weihnachtsmärkten geht es immer lauter und auch höher hinaus. Umso mehr sind die Veranstaltungen, die der Strünkeder Advent Jahr für Jahr anbietet, eine Wohltat und eine kleine Flucht in eine ruhige und besinnliche Zeit. So zum Beispiel das Angebot Bratapelbacken im Heimatmuseum.

Strünkeder Advent: Bratapfelbacken. Strünkeder Advent: Bratapfelbacken. Strünkeder Advent: Bratapfelbacken.

Bratapfel-Workshop im Heimatmuseum

zur Fotostrecke

Ulrike Most und Silke Wleklik, beide vom Emschertalmuseum, bieten diesen Workshop seit Jahren an. Am Samstag (15.12.2018) sind es sieben Erwachsene und vier Kinder, die sich auf die Bratäpfel freuen. Den Raum haben Ulrike und Silke - „wir duzen uns hier alle“ - für dieses Veranstaltung weihnachtlich hergerichtet. In der Ecke steht ein Weihnachtsbaum, davor ein Korb voller dicker Äpfel, der Tisch ist adventlich geschmückt, der Raum wird nur von Kerzenlicht erhellt und in der Ecke wird ein Backofen angeheizt. Silke begrüßt die Teilnehmer zu diesem adventlichen Nachmittag und erklärt ihnen, dass sie dieses Angebot besonders gerne machen, weil es so schön ruhig und beschaulich ist: „Es ist die Idee, die Besinnlichkeit zurückzuholen, sich die Ruhe antun und ein wenig klönen.“

Strünkeder Advent: Bratapfel-Workshop.
Strünkeder Advent: Bratapfel-Workshop. Foto: Carola Quickels

So wie ihnen geht es auch den meisten Teilnehmern. Hilal und Liane Yahya zum Beispiel: Sie kommen mit ihrer Tochter Lilith extra aus Duisburg zu den Veranstaltungen des Strünkeder Advent. Regelmäßig durchforsten sie den Veranstaltungskalender der ruhrpottKids nach passenden Angeboten. Liane Yahya erklärt: „Wir schauen immer schon Vorfeld welche Veranstaltungen uns gefallen. Und der Strünkeder Advent ist immer dabei.“ „Ja," sagt Lilith, „in diesem Jahr war ich schon beim Theater Drunter und drüber und auch beim Plätzchebacken.“ Die Freundinnen Kerstin Jarosch und Margit Makson kommen gemeinsam hierher. Wobei Kerstin aus Bottrop kommt und zum ersten Mal teilnimmt. „Ich werde den Strünkeder Advent jetzt auf jeden Fall in meinen Terminkalender aufnehmen", sagt sie. Ulrike lacht und sagt: „Ja, wir haben hier viele Wiederholungstäter."

Strünkeder Advent: Bratapfel-Workshop.
Strünkeder Advent: Bratapfel-Workshop. Foto: Carola Quickels

Da es einige Teilnehmer gibt, die noch nie selber einen Bratapfel hergestellt haben, erklärt Silke kurz die Vorgehensweise und verteilt Messerchen zum Aushöhlen der Äpfel. Auf einem Tisch ist eine kleines „Bratapfel-Buffet“ aufgebaut: Apfel, Nuss, Rosinen, Marzipan, Schokostreusel und auch Dominosteine. „Legt man die zum Abschluss auf den gefüllten Apfel“, erklärt Ulrike, „zerlaufen sie wunderschön.“ Dann kommen die ausgehöhlten und befüllten Äpfel für 20 Minuten in den Backofen. In dieser Zeit und schauen sie sich mit Silke im Heimatmuseum das alte Klassenzimmer an. Ulrike gibt ihnen mit auf den Weg: „Wenn es anfängt zu Duften, dann müsst ihr wiederkommen, dann sind die Äpfel fertig.“

Gesagt getan. 20 Minuten später sitzen alle am festlich gedeckten Tisch und haben die dampfenden kleinen Kunstwerke vor sich, wahlweise mit Vanille- oder Schokosoße. Dazu liest Silke das Gedicht Der Bratapfel vor. Zum Abschluss wird die Kurzgeschichte von O. Henry - Das Geschenk der Weisen - bei Kerzenschein vorgelesen und jeder Teilnehmer bekommt ein kleines Büchlein vom Strünkeder Advent als Geschenk mit auf den Heimweg. Darin sind: natürlich das Bratapfel-Rezept, das Gedicht und die Weihnachtsgeschichte, und ein Bastelbogen für die Kinder. „Das war ein wunderschöner Nachmittag“, sagte ein Opa Gerd Kalus, der mit seinen Enkeln dabei war. Ja, das war er er wirklich: wunderschön.

Autor: