437 weitere Arbeitslose in Herne

8.858 Personen ohne Job, Quote bei elf Prozent

Die Agentur für Arbeit in der Markgrafenstraße in Herne (NW), am Samstag (07.11.2020).
Die Agentur für Arbeit verzeichnet im Juli 2022 437 weitere Arbeitslose in Herne. Foto: Stefan Kuhn

In Herne waren im Juli 2022 8.858 Personen ohne Job, das sind 437 mehr als im Vormonat, aber 379 weniger als im Juli 2021. Das geht aus Zahlen der Agentur für Arbeit Bochum, die auch für Herne zuständig ist, hervor, die am Freitag (29.7.2022) veröffentlicht wurden.

Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 11 Prozent, das ist ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber des Vormonats. Im Juli 2021 betrug die Quote jedoch noch 11,5 Prozent.

Geschehen ist saisontypisch

Insgesamt verzeichnet die Agentur für Arbeit etwas mehr Stellenangebote als üblich. Ansonsten zeigt sich das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt im Juli mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit aber saisontypisch. Wenngleich dieser - wie auch schon im Juni 2022 - ungewöhnlich hoch ist. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit, aber auch Ausländerarbeitslosigkeit sind stark von einem Anstieg betroffen. Als Grund dafür zeichnen sich insbesondere die Auswirkungen des Ukrainekrieges ab. Darüber hinaus macht sich, wie jedes Jahr aufs Neue, das Ausbildungs- und Schulende bemerkbar.

Insgesamt verläuft die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auch in diesem Jahr saisonal. Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit ist jedoch erkennbar höher als in den Jahren zuvor. Bedingt wird das durch einen starken Anstieg der gemeldeten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II). Seit dem 1. Juni 2022 werden die seit Kriegsbeginn im Februar aus der Ukraine Geflüchteten von den Jobcentern betreut und als arbeitslos registriert. Generell steigt die Arbeitslosigkeit zum Start in das zweite Halbjahr immer.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit

In aller Regel ist es vor allem die Jugendarbeitslosigkeit, die davon betroffen ist. Die Schule ist zu Ende, viele junge Menschen haben noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche und andere haben gerade erst ihre Ausbildung beendet. Aber auch Halbjahresverträge, die auslaufen und nicht verlängert werden können, machen sich bemerkbar. Aktuell wirken sich zu dem saisontypischen Geschehen auf dem Arbeitsmarkt auch noch Pandemie und Weltgeschehen aus. Und trotzdem verzeichnet die Agentur für Arbeit anders als sonst im Sommer, einen leichten Zuwachs an Stellenmeldungen.

Dieter Groß, Operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, erklärt: „Viele Unternehmen waren während der Pandemie sehr zurückhaltend. Aktuell haben wir daher einen noch stärkeren Bedarf als sonst im Handwerk, insbesondere auch im Friseurhandwerk, im Garten- und Landschaftsbau sowie in der Logistik. Eine starke Personalnachfrage kommt auch aus den Heimen und dem Sozialwesen. In den Sommermonaten ebbt das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt in der Regel immer etwas ab und lässt die Arbeitslosigkeit, insbesondere bei den jungen Menschen, immer steigen. Das wird sich nach dem Ende der Sommerferien erfahrungsgemäß wieder rasch legen. Dann beginnen die Ausbildungen und auch die weiterführenden Schulen. Darüber hinaus bleiben frisch ausgebildete, junge Fachkräfte, die aktuell nicht übernommen werden konnten, nicht lange arbeitslos.“

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen um 107.000 auf 2,47 Millionen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es aber 120.000 weniger Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent.

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