„Der Verstand geht, die Gefühle bleiben.“

AHPD eröffnet Ausstellung DEMENSCH

Die Ausstellung DEMENSCH.Foto: Stefan KuhnPeter Gaymann.

Der Ambulante Hospiz- und Palliativdienst Herne (AHPD) hat am Montag (9.1.2017) gemeinsam mit dem Cartoonisten Peter Gaymann die Ausstellung DEMENSCH (halloherne berichtete) in der Herner Sparkasse am Berliner Platz eröffnet. In seiner Begrüßung fand Bürgermeister Erich Leichner passende Worte zum Einstieg in das nicht einfache Thema der Veranstaltung. „Der Verstand geht, die Gefühle bleiben“, so beschrieb Leichner die Situation eines an Demenz Erkrankten. Ziel der Ausstellung ist es, dem Thema die Schwere zu nehmen. „Sie soll eine Einladung sein, sich dem Thema Demenz auf eine leichte Art zu nähern“, erklärt Annegret Müller, Koordinatorin beim AHPD. „Die Ausstellung soll neugierig, vielleicht auch nachdenklich machen, um der Herausforderung mit Offenheit begegnen zu können“, so die Initiatorin der Veranstaltung.

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Die Ausstellung DEMENSCH.Foto: Stefan Kuhnbesucher betrachten einen Gaymann Cartoon.

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung konnten sich die Besucher selbst ein Bild von Peter Gaymann und seiner Arbeit machen. Der Cartoonist, der vor allem durch seine über 20-jährige Tätigkeit für die Zeitschrift Brigitte und seine Hühner-Zeichnungen bekannt geworden ist, erzählte, dass er durch das Gespräch mit einem befreundeten Arzt zu dem Thema Demenz gekommen sei. Seit 2010 widmet er sich seinen DEMENSCH-Cartoons und die Nachfrage reißt nicht ab. „Gerade wenn es ernst wird, darf man den Humor nicht verlieren“, so Gaymann, der sich selbst als Cartoonisten und Humoristen bezeichnet. Der Künstler signierte seine Bücher und Kalender und nahm sich bei jeden Einzelnen die Zeit für einen individuellen Cartoon. Auch der anschließenden Podiumsdiskussion zur Fragestellung „Wie kann ein Leben bis zuletzt –trotz Demenz – möglich sein?“, wohnte Gaymann noch mit Interesse bei.

Die Ausstellung DEMENSCH.Foto: Stefan KuhnAusstellungsbesucher.
Zur Fotostrecke: Ausstellungseröffnung DEMENSCH

Die Vertreter aus verschiedenen Einrichtungen in Herne waren sich einig, dass das Thema Demenz in der Gesellschaft angekommen, der offene Umgang damit jedoch immer noch ein Tabu ist. „Das selbstgesteckte Ziel, die betroffenen Patienten zu Hause zu erreichen, haben wir noch nicht verwirklichen können“, berichtete Annegret Müller. Pfarrer Frank Obenlüneschloß, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Palliativstation im EvK Herne und Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst (AHPD), zog abschließend das Fazit, dass „wir in Herne bei der Betreuung von Demenzpatienten gut aufgestellt sind. Wichtig ist, dass wir uns den Bedürfnissen der Angehörigen stellen und die Begleitung am Lebensende aus der Tabuecke herausholen.“ Die Ausstellung kann noch bis zum 20. Januar 2017 in der Hauptstelle der Herner Sparkasse besucht werden. In dieser Zeit stehen Mitarbeiterinnen des AHPDs Interessierten dort montags und donnerstags von 15 bis 17.30 Uhr gerne persönlich zur Verfügung. Informationsmaterial liegt aus.

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Quelle: AHPD Herne 10. Januar 2017, 12:05 Uhr