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Der jüdischen Friedhof

Der Jüdische Friedhof im Norden der StadtFoto: Klaus SannemannDer Jüdische Friedhof im Norden der Stadt

Der älteste jüdische Friedhof liegt am nördlichen Rand der Stadt, er ist mit 932 qm auch der größte jüdische Friedhof der Stadt. Der Heimatforscher Doering datierte sein Entstehenauf das Jahr 1883. Aber er ist älter, denn ein Grabstein der erhalten ist, stammt aus dem Jahr 1881. Das entspricht den Angaben des ehemaligen Oberbürgermeisters Schaefer, der von der Einrichtung des Friedhofs im Jahr 1879 spricht. Die Friedhofsmauer ist wahrscheinlich in den Jahren 1900-1914 entstanden. Es sollte an dem Friedhof auch noch eine Trauerhalle errichtet werden.

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Der Jüdische Friedhof im Norden der StadtFoto: Klaus SannemannBeispiel für zweisprachige Inschriften

Der Friedhof ist chronologisch angelegt. Das älteste Gräberfeld liegt am Eingang links. Die Grabinschrift dokumentiert die Integration der Juden in Herne. Die Steine sind zunächst in Deutsch und Hebräisch beschriftet, später wird auf den Grabsteinen auf das Hebräische ganz verzichtet. Auch die Ornamente ändern sich. Levitenhände verschwinden dafür stehen Ehrenkränze und Palmwedel im Vordergrund.

Die schlimme Zeit begann mit der ersten bekannten Schändung im Jahr 1898. In der Weimarer Republik scheiterte die Initiative, den Friedhof in kommunale Hand zu überführen. 

Die Nazis verboten die Beisetzung von Juden auf kommunalen Friedhöfen. Die Juden wurden zur Ermordung aus der Stadt deportiert. Ende 1945 war der Friedhof in einem schlimmen Zustand. Die Frage der Zuständigkeit für die Instandsetzung war noch nicht geklärt, da nur wenige Juden nach Herne zurückkehrten. Die Gemeinden Bochum, Herne und Recklinghausen wurden zusammengelegt. Der Friedhof wurde schließlich restauriert und Grabsteine erneuert,  so dass der Friedhof wieder benutzt werden konnte. Ab 1959 fanden wieder Beisetzungen statt .In der Folgezeit wurde der Friedhof geschlossen, da in Recklinghausen der neue Fiedhof der  Synagogengemeinde genutzt wurde.

Der Jüdische Friedhof im Norden der StadtFoto: Klaus SannemannBlick Durch den Zaun.

Der Friedhof kam nicht zur Ruhe: Am 18.4.1974 kletterten NS Anhänger über die Friedhofsmauer und warfen 38 Grabsteine um - oder zerstörten sie ganz.  Der jüdische Friedhof im Eickeler Bruch ist der wahrscheinlich Älteste aber auch der Kleinste mit 627qm. Er hat nur wenige erhaltene Grabsteine aber auch diese werden noch besucht. Zu sehen an den kleinen Steinen, die die Besucher auf die Grabsteine legen.

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Text: Klaus Sannemann 29. Dezember 2016, 08:45 Uhr