Neubau für GS Ohmstraße und weitere Sekundarschule an Forellstraße
Zwei neue Schulen entstehen in Baukau-Ost
Gute Nachrichten für Baukau-Ost: Hier sollen nach Plänen der Stadt in den kommenden Jahren gleich zwei neue Schulen entstehen. Zum einen gibt es einen Ersatzneubau für die Grundschule Ohmstraße, welche aktuell schon unter maroden und schlechten Zuständen in viel zu kleinen Gebäuden beheimatet ist. Im Anschluss soll eine sogenannte Sekundarschule oder eine Realschule entstehen – die genaue Ausgestaltung ist noch offen.
Über die Pläne informierten am Donnerstag (28.5.2026) OB Dr. Frank Dudda, Schuldezernent Andreas Merkendorf sowie Immobiliendezernent und Kämmerer Marc Alexander Ulrich. Sie erklärten, dass bei den Planungen die ehemalige Grundschule Forellstraße eine wichtige Rolle spielen wird. Das alte Gebäude zwischen Kreisverkehr Westring und der Straße Weidkamp, welches seit Jahren leer steht, soll noch im Jahr 2026 abgerissen werden. Wenn alles platt ist, wird an dieser Stelle ein Interimsstandort mit Containern für die Schüler der Ohmstraße errichtet.
Orientierung an der Grundschule am Schloss
Steht diese Containerlandschaft, rollen die Bagger an der Ohmstraße an. Die Turnhallen an beiden Schulen sollen erhalten bleiben. Im Anschluss startet der Neubau, der sich übrigens im Groben an der neuen Grundschule am Schloss im Kaiserquartier orientieren soll (halloherne berichtete). Diese wurde im August 2024 eröffnet. Nach vorsichtigen Planungen soll noch im Jahr 2029 wieder Schulbeginn im neuen Gebäude an der Ohmstraße sein.
Doch damit nicht genug. Sobald der Unterricht dort wieder läuft, werden die Bagger wieder zur Forellstraße geschickt. Die Container verschwinden und an der gleichen Stelle starten die Bauarbeiten für die Sekundarschule. Hier könnte zwischen 2032 und 2034, je nach Verlauf, Schulstart sein.
Gesamtschule und Gymnasium sind ausgeschlossen
Aber womit genau? „Sie könnte eine Realschule mit Hauptschulbildungsgang werden“, sagt Merkendorf. Genau werde dies aber erst später im zeitlichen Verlauf festgelegt. Ausgeschlossen sind eine Gesamtschule und ein Gymnasium. Fest stehe zudem, der Bedarf sei zweifelsohne vorhanden. Gestartet werde mit einer fünften Klasse, nach sechs Jahren seien alle Jahrgangsstufen von fünf bis zehn mit drei Klassen vertreten.
Merkendorf selbst rechnet vor, dass es 2019 noch 19.000 Schüler in Herne gab, nun sind es schon 22.000. Spätestens Ende der 20er Jahre sei man mit den aktuellen Kapazitäten am Limit, daher müsse man jetzt reagieren. Das unterstreicht auch der Oberbürgermeister. „Mit der Bildungsoffensive in Baukau verfolgen wir einen klaren Plan. Wichtig ist, dass wir keine Quartiere entwickeln, ohne die Bildungslandschaft im Blick zu haben“, so Dudda.
Mit den Großprojekten Kaiserquartier, der Förderschule Forellstraße, der Erweiterung der Kita am Lackmanns Hof, dem Familienkiosk, der städtischen Galerie, dem Tribünenbau im Stadion am Schloss Strünkede und der geplanten Turnhalle sei schon jede Menge Stadtentwicklung passiert, sowohl mit Steinen, als auch für Menschen. Innerhalb von maximal zwei Kilometern sei eine dynamische Entwicklung zu beobachten, betont der Verwaltungschef.
'Irre': Schuldezernent Merkendorf sehr happy
Das freut auch Andreas Merkendorf: „Als Herner Kind bin ich dankbar dafür. Damals als kleiner Junge war das alles noch Brachfläche, nun hat die ganze Ecke ein neues Gesicht bekommen.“ Für ihn sei eine ganz neue Schule schlicht „irre! Auf diesem Areal, das hat sich gewaschen“. Zusammen mit der Quinoa-Schule seien so fünf neue Bildungsstandorte entstanden oder noch in der Pipeline.
Für Merkendorf und Ulrich ist das unisono ein „großer Wurf“, den es umzusetzen gilt. Wie immer und vor allem in der aktuellen Zeit, kostet das aber eine Stange Geld. Rund 20 Millionen Euro wird alleine die neue Grundschule verschlingen. Bei der Sekundarschule seien realistische Schätzungen derzeit nicht möglich, weil zu viel noch ungewiss sei – nicht nur eben die Ausgestaltung und Größe der Schulform, sondern auch die Baukosten in einigen Jahren. Ein zweistelliger Millionenbetrag, auch wenn die Spanne breit ist, ist es aber auf jeden Fall. Fest stehe nur, dass an beiden Standorten Neubauten entstehen.
Finanzielle Gespräche mit Arnsberg
Bis dahin sind aber noch Gespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg zur finanziellen Umsetzung notwendig. Finanziell helfen soll ein Teil des sogenannten „Sondervermögens“ der Bundesregierung. Jedoch habe Arnsberg bereits signalisiert, dass Herne Unterstützung bei den Schülerzahlen und den Gebäuden für sie brauche. Eine Art Ausquartierung in umliegende Städte will Dezernent Merkendorf absolut vermeiden.
Noch ist das alles auch noch nicht klar, am Donnerstag (28.5.2026) ging das Thema durch den Schulausschuss. Weitere Informationen an die Politik folgen noch, bevor der Rat der Stadt Mitte Juli darüber entscheiden wird. Das „Ja“ der rot-schwarzen Mehrheit gilt aber als sicher.