Wotan Wilke Möhring in Seitenwechsel

Wotan Wilke Möhring (l.) in Seitenwechsel.
Wotan Wilke Möhring (l.) in Seitenwechsel. Foto: Warner Bros.

In Vivian Naefes Komödie Seitenwechsel spielt der Herner Schauspieler Woran Wilke Möhring einen zu spontanen Aktionen neigenden Fußballer, der sich plötzlich im Körper seiner Gattin, einer vielgefragten Psychotherapeutin, wiederfindet. Sat 1 strahlt den u.a. mit Anna Maria Mühe, Anna Stieblich und Ludger Pistor prominent besetzten Streifen am Dienstag, 11. September 2018, um 20.15 Uhr als Free-TV-Premiere aus. Als Alex Paschke (mit Matte, Karohemd und Bierpulle nicht wirklich ein Objekt weiblicher Begierde: Wotan Wilke Möhring) die eher bedächtig-zurückhaltende Medizinstudentin Teresa (Mina Tander) in einer Disco kennenlernt, funkt es nicht gerade blitzartig zwischen den beiden. Aber Alex geht 'ran wie ein Mittelstürmer und netzt schneller ein, als Teresa denken kann. Geheiratet wird in allerletzter Minute – was die bevorstehende Geburt ihres Kindes betrifft. 16 Jahre später ist Teresa eine gefragte Psychotherapeutin, während Alex gerade seine aktive Karriere als Kicker beim 1. FC Union Berlin beendet hat und Trainer an der Alten Försterei wird.

Tochter Julia (Ruby O. Fee) ist beinahe flügge und hängt lieber mit einer Freundin ab als sich auf die Schularbeiten zu konzentrieren. Wofür Papa Alex vollstes Verständnis hat eingedenk der eigenen Schwächen seinerzeit nicht nur in Mathematik. Außerdem plagen ihn ganz andere Sorgen: Sein Team ist akut abstiegsgefährdet. Auch Teresa hat es nicht leicht in ihrem Beruf – vor allem mit dem Patienten Leonard Ritter (einmal mehr grandios: Frederick Lau). Der gleich unter mehreren Phobien leidet, weshalb er nicht in der Lage ist, die von ihm heimlich angebetete Frau anzusprechen. Und sich stattdessen wie eine Klette an seine Therapeutin hängt – beinahe rund um die Uhr. Nach einem Mordskrach, als Teresa eine Party ihrer Tochter platzen lässt und draußen ein heftiger Gewittersturm tobt, steckt Teresa plötzlich im Körper von Alex – und umgekehrt. Was nicht nur Tochter Julia irritiert. Was tun? Aus der Fußball-Hasserin wird eine Trainerin im mörderischen Abstiegskampf und aus dem Macho ein wenig zartfühlender Ratgeber für den gehemmten Leonard...

Seitenwechsel funktioniert als Berliner Komödie mit einigem Lokalkolorit (dolle Locations wie der neue Gleisdreieck-Park) trotz einiger grottiger Gags ganz ordentlich. Was in erster Linie einem überdurchschnittlichen Cast zu verdanken ist, unbedingt noch zu nennen: Axel Stein als akribischer Assistenztrainer Moritz, Devid Striesow als intriganter Club-Manager Möller, Jimi Blue Ochsenknecht als aufstrebender, vor dem gegnerischen Tor aber viel zu ängstlicher Spieler Andy (und Freund Julias), Lisa Tomaschewsky als attraktive Spielerfrau Sylvie, die glauben muss, ein lesbisches Rendezvous mit Teresa zu erleben im Promi-Bereich der Alten Försterei sowie Leopold Hornung als aufdringlicher Boulevardreporter Rudi.

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Dienstag, 11. September 2018, um 20:15 Uhr

„Mich reizt es natürlich, 'mal eine Frau zu spielen“, sagt der Herner Schauspieler Wotan Wilke Möhring, der eben keinen billigen „Charleys Tante“-Aufguss spielt wie mancherorts zu lesen war. „Wir müssen darauf achten, dass wir das richtige Maß treffen. Es geht also nicht um homosexuelle Klischees. Ich spiele eine konkrete Figur, Teresa, eine sehr vernünftige Wissenschaftlerin. Der Kontrast ergibt sich eher durch die unterschiedlichen Berufe – er ist ein schlichter Fußballer, sie ist die analytische Akademikerin und Medizinerin. Mit diesen Klischees spielen wir. Als Analytikerin im Körper des Trainers merke ich (als Teresa) erstmals, wie kompliziert Fußball ist. Und Alex geht in Teresas Körper ganz unbedarft in ihre Praxis und begreift zunächst überhaupt nicht, dass die Patienten unter sehr komplexen Problemen leiden – er wischt das alles spontan vom Tisch. Für mich persönlich war es das Schwierigste, eine Frau zu spielen, die keine Ahnung von Fußball hat.“

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