ver.di ruft zur Arbeitsniederlegung an der Uni und Hochschule auf
Warnstreik am Bochumer Campus
Bochum. In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder erhöhen Beschäftigte der Hochschulen und Forschungseinrichtungen am Mittwoch, 28. Januar 2026, mit einem bundesweiten Branchenstreiktag den Druck. In Bochum ruft ver.di an der Ruhr-Universität und der Hochschule Bochum zum Warnstreik und zu einer Kundgebung um 11 Uhr auf dem Hauptforum neben dem Audimax auf.
„An diesem Tag machen Beschäftigte zahlreicher Hochschulen unmissverständlich deutlich, dass sich die Arbeitgeber endlich bewegen müssen“, sagte Roland Steinmetz aus dem Sprecherkreis der Vertrauensleute der Ruhr-Universität. „Es braucht eine starke Wissenschaft, gerade in Zeiten großer technologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen – eine angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen gehören dazu.“
Die Forderungen
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte auch in der zweiten Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag (15./16.1.2026) kein verbindliches Angebot vorgelegt. ver.di fordert Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem will ver.di erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt.
„Der Hochschulbetrieb würde ohne studentisch Beschäftigte nicht funktionieren, es ist an der Zeit, dass sie endlich einen Tarifvertrag bekommen, der verlässlich und im Zweifelsfall einklagbar ist“, erklärte Johannes Wagner, Vertrauensleute-Sprecher der Ruhr-Universität. In der letzten Tarifrunde konnte ver.di eine sogenannte schuldrechtliche Vereinbarung erreichen, die Mindeststandards bei Bezahlung, Vertragslaufzeiten und Stundenumfängen vorsieht. Diese werden jedoch nicht überall eingehalten und können nicht individuell juristisch durchgesetzt werden.
Am Campus sind alle für gute Lehre und Forschung wichtig, ob studentische Beschäftigte, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Beschäftigte in Verwaltung oder Technik und Forschungseinrichtungen“, betonte Julia Steinbach, Gewerkschaftssekretärin ver.di. „Die Hochschulen müssen als Arbeitgeber attraktiv sein, um ihre wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen, schon jetzt gibt es vielerorts Probleme freie Stellen zu besetzen.“ Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder werden am Mittwoch, 11. Februar 2026, in Potsdam fortgesetzt. Medienvertreter sind herzlich zur Kundgebung eingeladen.
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- Mittwoch, 28. Januar 2026, um 11 Uhr