Urlaubszeit ist Einbruchzeit

Wann die Hausratversicherung einspringt

„Riegel vor! Sicher ist sicherer“, Präventionskampagne der Herner Wohnungswirtschaft, des Weißen Rings und der Polizei im City Center in Herne (NW), am Donnerstag (25.10.2018). Im Bild: Olaf Rauscher von der Bochumer Polizei demonstriert, wie leicht ein Fenster mit einem Schraubendreher geöffnet werden kann.
„Riegel vor! Sicher ist sicherer“, Präventionskampagne der Herner Wohnungswirtschaft, des Weißen Rings und der Polizei (Archivfoto). Foto: Stefan Kuhn

2018 gab es in Nordrhein-Westfalen rund ein Viertel weniger Wohnungseinbrüche. So erfreulich der Rückgang auch ist, für die rund 30.000 Betroffenen ist dies kaum ein Trost. „Die Einbrecher kennen die Schwachstellen von Häusern. Deshalb ist es wichtig, den Sicherheitslücken der eigenen vier Wände vorbeugend einen Riegel vorzuschieben“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Wenn Diebe dennoch auf Beutezug gegangen sind, dann ist die Hausratversicherung der Schlüssel für finanziellen Ersatz von Schmuck, Elektroartikeln oder gestohlener Kleidung. „Einbruchopfer müssen dabei allerdings ein paar Dinge beachten. Denn ansonsten wird riskiert, dass der Versicherer – trotz Hausratversicherung – seine Leistungen kürzt oder sogar überhaupt nicht für den Schaden aufkommt“, weiß die Verbraucherzentrale. Folgendes ist zu beachten:

Diebstahl ist nicht gleich Diebstahl

Damit das bei einem Einbruch gestohlene Wohnungseigentum über die Hausratversicherung abgesichert ist, muss sich der Einbrecher beispielsweise mit Gewalt oder einem Werkzeug Zugang verschafft haben. Kommen die Langfinger also durch die offen gelassene Terrassentür ins Haus, besteht kein Versicherungsschutz.

Anzeige bei der Polizei

Der Einbruchdiebstahl ist unverzüglich bei der Polizei und dem Versicherer zu melden. Selbstverständlich eigentlich, dass der Schaden so gering wie möglich zu halten ist, also zum Beispiel entwendete Scheck und Kreditkarten sofort gesperrt werden.

Liste vom Diebesgut

Über die gestohlenen und beschädigten Gegenstände muss umgehend eine Liste für Polizei und Versicherung angefertigt werden. Diese sogenannte Stehlgutliste ist einerseits die Grundlage für die Schadensabwicklung mit der Versicherung, andererseits eine Fahndungshilfe für die Polizei. Vorteilhaft, wenn die Wertgegenstände wie Schmuck und Teppiche im eigenen Haushalt schon katalogisiert zur Hand sind. Wer vorausschauend eine solche Wertgegenstände-Liste anlegen will, findet ein Muster auf der Homepage der Polizei.

Was ersetzt wird

Durch den Abschluss einer Hausratversicherung ist der komplette Hausrat von Möbeln über Kleidung bis hin zu Elektrogeräten abgesichert. Werden Laptop, Teppiche oder sogar das Haustier mitgenommen, gibt’s vom Versicherer zumeist so viel Geld, dass ein gleichwertiger Gegenstand zu heutigen Preisen neu gekauft werden kann. Übernommen werden auch Reparaturkosten für beschädigtes Inventar oder für beim Einbruch beschädigte Türen und Fenster. Persönliche Beratung rund um Hausrat- und andere Versicherungen gibt es bei der Versicherungsberatung in der örtlichen Verbraucherzentrale in Herne. Ein 30-minütiges Beratungsgespräch kostet 40 Euro. Kontakt und Kosten gibt es online hier.

Zusätzlich ist auch das Verbrauchertelefon NRW zu Versicherungsfragen zentral erreichbar – und zwar donnerstags von 10-12 Uhr unter 0900-1-89 79 60. Zum Thema - Wer braucht welche Versicherung? - bietet die Verbraucherzentrale außerdem einen Ratgeber an, er ist erhältlich in der Beratungsstelle Herne und kostet 16,90 Euro.

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