Therapiefolgen nach Krebsbehandlung

v.l. Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Andrej Ring. Foto: St. Rochus Hospitalv.l. Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Andrej Ring.

Trotz aller Erleichterung leiden Frauen nach einer überstandenen Krebsbehandlung oft an unvermeidlichen Therapiefolgen. Zu den häufigen Beschwerden gehören geschwollene Arme oder Beine sowie Asymmetrien der Brüste. Durch die enge Kooperation von Gynäkologen und Plastischen Chirurgen kann das St. Rochus-Hospital krebserkrankten Frauen im nahtlosen Anschluss an die Heilbehandlung korrigierende Therapien anbieten, mit denen auch diese Beschwerden überwunden werden können.

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„Probleme mit Lymphödemen in der Folge einer Brustkrebserkrankung sind zwar rückläufig, weil wir in unserem Brustzentrum mit dem sogenannten Wächterlymphknoten-Verfahren in vielen Fällen deutlich weniger radikal operieren können als früher“, erklärt der Frauenarzt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer. „Trotzdem gibt es nach wie vor fortgeschrittene Erkrankungen, bei denen eine größere Zahl von Lymphknoten entfernt werden muss. Bei Formen von Unterleibkrebs wie Gebärmutter-, Eierstock- oder Endometriumkarzinomen kommt das noch viel häufiger vor. Anschließende Chemo- oder Strahlentherapien geben zwar eine größere Sicherheit vor Rückfällen der Krebserkrankung, beeinträchtigen aber die Problematik der gestörten Lymphsituation zusätzlich. Nicht selten müssen Frauen dann in der Folge der Krebsbehandlung mit Schwierigkeiten beim Lymphabfluss in Armen oder Beinen leben.“

„Lymphgefäße sind sehr klein und schwierig zu rekonstruieren“, erläutert der Plastische Chirurg Chefarzt Privatdozent Dr. Andrej Ring. „Wir verfügen am St. Rochus-Hospital über eine hervorragende Ausstattung mit hochauflösenden Mikroskopen, die es uns erlauben, supermikrochirurgische Verfahren anzubieten. Sehr bewährt hat sich vor allem die Verpflanzung von Lymphknoten aus anderen Körperregionen. Wir können zum Beispiel entbehrliche Lymphknoten aus dem Dünndarm in die Achselhöhle oder die Leistenregion Transplantieren, wo sie unter günstigen Bedingungen anwachsen und ein neues Lymphgeflecht ausbilden können. Wenn die Lymphflüssigkeit wieder abfließen kann, gehen die Schwellungen der Gliedmaßen wieder zurück.“

PD Dr. Ring berichtet darüber hinaus, dass er solche Lymphknoten-Transplantationen inzwischen in bestimmten Fällen auch in Kombination mit der Brustrekonstruktion durchführt. So kann eine operationsbedingte Asymmetrie der beiden Brüste in einem Zug mit der Verbesserung der Lymphabflusssituation behoben werden. Der Chefarzt der Plastischen Chirurgie hat seine Möglichkeiten zur Nachbehandlung von krebserkrankten Frauen Ende März auf dem 17. Castroper Mamma-Meeting den teilnehmenden niedergelassenen Ärzten vorgestellt. Betroffene Frauen sollten sich von ihrem Frauenarzt beraten lassen.

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18. April 2017, 11:20 Uhr