Tag der Menschen mit Demenz

v.l. Dr. Peter Nyhuis, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des St. Marien Hospitals Eickel, Wolfgang Wessels vom Demenz-Servicezentrum Ruhr und Lisa Binse vom städtischen Fachbereich Gesundheit.Foto: Michael Paternoga/Stadt Hernev.l. Dr. Peter Nyhuis, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des St. Marien Hospitals Eickel, Wolfgang Wessels vom Demenz-Servicezentrum Ruhr und Lisa Binse vom städtischen Fachbereich Gesundheit.

Selbstbestimmt und humorvoll leben mit einer Demenzerkrankung, geht das? Dieser Frage widmet sich der Herner Tag der Menschen mit Demenz in Form von Vorträgen und Workshops. Er findet am Mittwoch, 15. November 2017, 12 bis 16 Uhr, im St. Marien Hospital Eickel, Marienstraße 2, statt. Bereits zum 11. Mal organisiert der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie/Runder Tisch Demenz Herne die Veranstaltung. Zahlreiche Einrichtungen und Institutionen sind mit Infoständen vertreten, beraten Bürger zu Angeboten an Hilfe, Unterstützung, Behandlung und Pflege für Menschen mit Demenz.

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Die Unterstützung und Pflege der anwachsenden Gruppe von Menschen mit Demenz ist neben der individuellen auch eine große gesellschaftliche Herausforderung. Dabei geht mit der Diagnose Demenz oftmals die Befürchtung einher, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können und im Krankheitsverlauf einer unangemessenen Bevormundung ausgesetzt zu sein. Gerade die alltäglichen Dinge, wie Freizeit- oder Essensgestaltung, bieten jedoch Möglichkeiten, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen und so den demenzerkrankten Angehörigen so gut es geht mit einzubeziehen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kommunikation untereinander: Da Menschen mit Demenz nach und nach ihre Fähigkeit zur verbalen Kommunikation verlieren, gewinnt die nonverbale und affektive, also gefühlsbetonte Kommunikation an Bedeutung. Sinn für Humor und Frohsinn sind Fähigkeiten, die alle Menschen, auch mit einer Demenz, von Geburt an bis zum Ende ihres Lebens besitzen. Humor und Lachen können insbesondere bei häufig beobachteten Angstzuständen und/oder Depressionen ihre positive Wirkung auf das körperliche und seelische Wohlbefinden erzielen, indem Stresshormone reduziert und Endorphine, sogenannte Glückshormone, freigesetzt werden.

Der Aktionstag in Herne wird von den Mitgliedern des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie/Runder Tisch Demenz Herne geplant. In diesem Arbeitskreis haben sich alle Einrichtungen und Fachleute zusammengeschlossen, die in Herne mit der Thematik Demenz befasst sind. Lachen trotz(t) Demenz, Was bedeutet Selbstbestimmung für Menschen mit Demenz? und Neues aus der Forschung lauten die Titel der Vorträge, für die mit Prof. Dr. Dr. Rolf D. Hirsch, Rüdiger Jezewski und Dr. Idun Uhl Experten als Referenten gewonnen werden konnten. Drei parallel stattfindende Workshops vertiefen, welche Rolle Humor im Umgang mit Demenzerkrankten spielt, welche Möglichkeiten der Vorsorge im Betreuungsfall es gibt und wie ein selbstbestimmtes Leben im Alltag praktisch aussehen kann. Das Duo SaitenWind begleitet den Tag der Menschen mit Demenz musikalisch.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Besucher der Veranstaltung können ihre dementen Familienangehörigen im St. Marien Hospital Eickel und in weiteren anderen Tagespflegeeinrichtungen im Stadtgebiet betreuen lassen. Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich (Kontaktdaten können dem Programm-Flyer entnommen werden).

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Text: Anja Gladisch / Pressebüro Stadt Herne 09. November 2017, 15:53 Uhr