„Tach auch II“ im Alten Wartesaal

Tach auch II.Foto: Thomas Schmidt, Stadt Hernev.l. Christiahn Huhn, Leonie Scheufler.

Das besondere Ambiente des Alten Wartesaals im Herner Bahnhof verleiht den unter dem Titel Tach auch II gezeigten Arbeiten von vier Studierenden der Fachhochschule Dortmund eine besondere Wertigkeit. Ab Freitag, 13. Juli, um 16 Uhr eröffnet die Ausstellung mit einer Vernissage. Zu sehen sind Fotografien von Leonie Scheufler, Wilko Meiborg, Christian Huhn und Eva-Maria Escosa-Jung. Sie gehören zu den ursprünglich 14 Studierenden, die sich am fotografischen Wettbewerb des Fachbereichs Design und des Pressebüros beteiligten, ein Projekt, das von Thomas Schmidt, Stadtfotograf im Pressebüro, und Professor Kai Jünemann betreut wurde. Ihre Aufnahmen bildeten in der ersten Jahreshälfte die Tach auch-Ausstellung im Heimatmuseum, die zahlreiche Besucher begeisterte. Großen Anklang fanden die neuen und unverstellten Sichtweisen der jungen Fotografen über das Leben in den Herner Stadtteilen. Eine fachkundige Jury krönte die Arbeiten der vier Studierenden, die nun in der Fortsetzung der Tach-Ausstellung im Alten Wartesaal präsentiert werden.

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Tach auch II.Foto: Thomas Schmidt, Stadt HerneBeim Pressegespräch zur Ausstellung.

„Der raue Charme des Alten Wartesaals korrespondiert herausragend mit den besonderen Perspektiven der Arbeiten“, sagt Dr. Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des Emschertal-Museums. Das sieht auch Projektbetreuer Thomas Schmidt so: „Die komplett neue Raumsituation ist eine besondere Herausforderung. Sie bietet Chancen, die Dinge anders zu mischen und mit einer neuen Auswahl auch ganz neue Schwerpunkte zu setzen.“ Der Alte Wartesaal mit seinen nur unvollständig verputzten Wänden stellt die Fotos in einen geänderten Zusammenhang. Deshalb mussten sich die Preisträger auch überlegen: Was mach ich mit den Bildern, wie groß ziehe ich sie, wo hänge ich sie in welcher Reihenfolge hin? „Size matters, wenn die Begebenheiten es zulassen“, hat Thomas Schmidt die Ziellinie vorgegeben. Wer in den Alten Wartesaal kommt, dem fällt dann auch das großformatige (3,45 x2,50 m) Bild von Christian Huhn (30) auf, der sich der Ästhetik von geschlossenen oder vor der Schließung stehenden Schwimmbädern widmet – gekoppelt mit Schwimmer-Porträts des SC Viking. In akribischer Arbeit mussten er und seine Helfer die Vliesfolien wie Tapeten auf die Holzfläche kleben – der erste Versuch musste klappen. Christian Huhn: „So hat man das Schwimmbad in Originalgröße – das Bild, das meiner restlichen Arbeit die Show stiehlt.“

Tach auch II.Foto: Horst Martens, Stadt HerneThomas Schmidt im Gespräch mit WAZ- Kollegin Svenja Hanusch.

Leonie Scheufler (23) fand den Alten Wartesaal bei der ersten Sichtung beeindruckend: „Weil man nicht vermuten kann, was sich hier hinter der unscheinbaren Tür verbirgt. Die unverputzte Backsteinwand stellt einen größtmöglichen Kontrast zu meinen fünf hochglänzenden Acrylglasprints dar.“ Auf diese Weise werde aber „die Materialität des Raumes in den Fokus gerückt.“ Scheufler hat die leidenschaftlichen Spieler des Spielautomaten-Clubs „Insert Coins“ beobachtet. Die Menschen werden über Spiegelungen in den Automatenoberflächen porträtiert. Außerdem präsentiert Eva-Maria Escosa-Jung Aufnahmen unter dem Titel Sofia. Darin beschreibt sie die Biografie einer 79 Jahre alten Griechin, die den Alex-Grill in Herne-Röhlinghausen führt. Neben Fotos stellt sie auch ein Video vor. Gut Flug heißt die Arbeit von Wilko Meiborg, der das Hobby von Taubenzüchtern abbildet und dabei besonders die Beziehung von Mensch und Tier in den Fokus setzt. Aus Sicht von Ralf Piorr, Leiter des Heimatmuseums und Gastgeber der ersten Ausstellung, hat die Qualität der Arbeiten und der Hängung zu der Folgeausstellung geführt: „Das war nicht von Anfang an geplant. Der Raum ist nicht so museal und so klinisch wie das Heimatmuseum.“ Außerdem sei hier eine andere Klientel zu erwarten.

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Text: Horst Martens / Pressebüro der Stadt Herne 11. Juli 2018, 09:40 Uhr