Eigentümer plant Neubau mit 13 Wohnungen dank Millionenförderung
Schrottimmobilie in der City bekommt neues Leben
Eine Schrottimmobilie in der Herner City bekommt bald ein neues Gesicht: Das Gebäude an der Kirchhofstraße 1-3 steht seit Jahren leer und wird nun bis auf den Keller abgerissen und neu gebaut. Es werden 13 Wohnungen entstehen, von denen zwölf öffentlich gefördert sind. Dafür erhält der Eigentümer 3,3 Millionen Euro Fördergelder. Außerdem ist im Ladenlokal im Erdgeschoss auf über 200 Quadratmetern noch Platz für ein oder zwei gewerbliche Anmietungen.
Öffentlich geförderter Wohnraum in Herne ist knapp: Aktuell gibt es rund 4.200 Wohnungen mit einem festen Quadratmeterpreis von 6,65 Euro. Bei 1.300 der Wohnungen läuft bald die vertragliche Bindung aus. Deshalb freut sich die Stadtspitze um OB Dr. Frank Dudda und Stadtbaurat Stefan Thabe über den Förderbescheid aus Düsseldorf.
Großer Bedarf im Bereich des geförderten Wohnraums
„Wir sehen in Herne anhaltenden Bedarf im Bereich des öffentlich geförderten Wohnraums. Das gilt ganz besonders vor dem Hintergrund der Tatsache, dass in den kommenden Jahren eine ganze Reihe von öffentlich geförderten Wohnungen nach Ablauf der Zweckbindung aus dem entsprechenden Wohnungsbestand herausfallen werden“, so Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.
Weiter führt er aus: „Dieser Entwicklung steuern wir aktiv entgegen. So hat der Rat der Stadt Herne im Oktober 2024 eine 25-Prozent-Quote für öffentlich geförderten Wohnraum bei allen Wohnungsbauvorhaben beschlossen. Auch mit Projekten, wie dem hier vorgestellten, lösen wir diese Selbstverpflichtung ein.“
Weitere Projekte sind in Vorbereitung
Weitere Projekte sind in Vorbereitung und haben entsprechende Fördermittel beantragt. „Wir sprechen hier über knapp 230 weitere öffentlich geförderte Wohnungen und eine Gesamtsumme der beantragten Förderdarlehen von etwas mehr als 50 Millionen Euro“, erklärt Stadtbaurat Stefan Thabe.
Zurück zur Kirchhofstraße, die Thabe als „Schlüsselimmobilie“ bezeichnet, Dudda spricht von einem „jahrelangen Schandfleck“ in der City. Schon Thabes Vorgänger Karlheinz Friedrichs habe ihm schon von der besonderen Bedeutung des Gebäudes zur Amtsübergabe erzählt. Der Eigentümer ist Vigan Gashi, kommt aus Düsseldorf und ihm gehört seit September 2025 das Haus. Die Baugenehmigung wurde bereits im vergangenen Herbst erteilt, die NRW-Bank gab im April 2026 ihre Zusage für die Förderung, die Stadt wiederum konnte die erfreulichen Nachrichten vor wenigen Wochen weiterreichen.
44 bis 105 Quadratmeter große Wohnungen
Die Planungen für den Umbau und Neubau übernimmt Ingo Thönnissen von der SNL Ing. GmbH. „Bis auf den Keller wird alles abgerissen. Wir erweitern das Gebäude um ein zusätzliches Staffelgeschoss. Die neuen Wohnungen haben eine Größe von 44 bis hin zu knapp 105 Quadratmetern, bieten sich also für Alleinstehende, Paare und Familien an.“ Außerdem vorgesehen: Eine Dachbegrünung, Spielflächen im Erdgeschoss und eine Effizienzhaus 40-Standard.
„Wir wollen beim Abriss so viel wie möglich von der Substanz erhalten. Dieser könnte schon in rund vier Wochen beginnen“, erläutert Thönnissen. In 16 Monaten soll dann die Fertigstellung sein. Die Gesamtkosten sollen sich auf 3,7 Millionen Euro belaufen. Wichtig ist zur Förderung zu erwähnen: Es ist kein geschenktes Geld, sondern ein Darlehen mit besseren Zinskonditionen, also attraktiver für Eigentümer und Investoren.
Zufluss an Fördermitteln steigt
In Zukunft sollen sich weitere Investitionen damit lohnen. Denn seit 2023 hat der jährliche Zufluss an Fördermitteln deutlich über dem langfristigen Jahresmittel gelegen: „2023 und 2024 lag die Summe der nach Herne geflossenen Fördermittel mit jeweils knapp 20 Millionen Euro gut doppelt so hoch als üblich. Für 2025 sprechen wir über nicht ganz 15 Millionen Euro. Das zeigt, welch hohe Priorität wir auch als Stadt dem Thema zumessen“, so Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda abschließend.