SC Westfalia Kinderhaus – Ruhrpott Baskets 47:56

Basketball: 13:19, 11:10, 15:11, 8:16

Dank einer unglaublichen Willensleistung setzten sich die arg dezimierten Oberliga-Damen der Ruhrpott Baskets Herne am Sonntag (11.3.2018) mit nur sechs Spielerinnen völlig verdient mit 56:47 beim SC Westfalia Kinderhaus durch. Mit gerade einmal sechs fitten Damen ging es für das RBH Trainer-Duo Michael Hader und Ralf Hagemeyer in Richtung Münster, die restlichen Herner Spielerinnen blieben verletzt, krank oder aufgrund einer Schwangerschaft zuhause. Die Vorzeichen für das Spiel waren somit durchaus als schwierig zu bezeichnen. Doch nach dem gewonnenen Sprungball netzte zunächst Katharina Holtkamp für die Ruhrpott Baskets mustergültig am Brett ein, ehe dann allerdings die Gastgeberinnen durch 3 Treffer in Folge plus einem Bonus-Freiwurf auf 7:2 davonzogen. Doch die Herner Damen gaben in der Folgezeit trotz kleinster Rotation mächtig Gas.

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Zwar punktete Kinderhaus zunächst weiter mit, aber ab der 8. Spielminute (11:8 für Kinderhaus) lies Herne durch eine überragende Defense keine einfachen Punkte der Gastgeberinnen mehr zu. Die Hernerinnen selbst kamen durch Treffer von Katharina Holtkamp, Anna-Lena Schmidt sowie jeweils 2 Freiwurf-Treffern von Andrea Ambrus und Sarah Berft zu einer 8:0 Serie zur 16:11 Führung. Und als dann Kinderhaus nach 3 Minuten erstmalig wieder durch 2 Freiwürfe erfolgreich war, hatte Anna-Lena Schmidt per erfolgreichem Drei-Punkte-Wurf die richtige Antwort parat, so dass nach dem Auftaktviertel eine 19:13 Führung aus RBH-Sicht zu Buche stand.

Das zweite Viertel verlief von dem spielerischem Aspekt her sehr ausgeglichen, dafür sorgte nun das Schiedsrichter-Gespann immer wieder für fragende Gesichter, vor allem auf Herner Seite. So kassierte Katherina Holtkamp in diesem Spielabschnitt drei Fouls, die allesamt nur schwer nachzuvollziehen waren. Herne versuchte sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Dies gelang dann auch, so dass die Hernerinnen eine 29:24 Führung mit in die Kabine nahmen. In der Halbzeit nahm man sich fest vor, die Kräfte etwas mehr zu dosieren, um nicht am Ende der Partie konditionell einzubrechen.

Zunächst behielten die Hernerinnen auch weiter die Spielkontrolle, durch eine 8:3 Serie - Lisa Niedrig, Sarah Berft (2) und Anna-Lena Schmidt - wurde der Vorsprung in der 23. Minute bis auf 37:27 ausgebaut. Bis zur 28. Spielminute gelang den Herner Damen kein weiterer Korberfolg mehr, da man viel zu schnell den Abschluss suchte und sich dann auch viel zu sehr von der aufkommenden Stimmung auf Seiten der Gastgeberinnen beeinflussen ließ. Folgerichtig war die Partie nach einer 10:0 Serie der Heimmannschaft wieder komplett ausgeglichen. In diesem Moment nahm sich die bis dahin glücklose Lisa Niedrig ein Herz und traf per Dreier zur 40:37 Führung, ehe Kinderhaus bis auf einen Punkt herankommen konnte. Mit einer hauchdünnen 40:39 Führung ging es für die Ruhrpott Baskets in die letzte Viertelpause.

Zu Beginn des 4. Viertels sah es dann wirklich so aus, als sollte die Partie noch einmal kippen: Kinderhaus fand durch gutes Passspiel die besser positionierte, teils sogar freistehende Spielerin und ging in der 32. Spielminute mit 43:40 in Führung. Herne nahm eine Auszeit und was dann geschah, war einfach großartig. Beide RBH-Trainer kamen gar nicht dazu etwas zu sagen, geschweige denn die Marschroute für die kommenden Minuten vorzugeben, dies übernahm jetzt die Mannschaft selbst. Das gesamte Team war dermaßen aufgeputscht durch die gegnerischen Spielerinnen und die leider nun immer wieder ausbleibenden Pfiffe der Schiedsrichter, dass sie kurzerhand beschlossen, das Spiel gewinnen wir jetzt erst recht.

Was ab der 32. Spielminute dann auf dem Feld passierte, war für das RBH Trainer-Duo quasi die Sahne auf dem Kuchen. Herne mobilisierte die letzten Kräfte, verteidigte noch einmal unglaublich intensiv und lies bis zum Spielende gerade einmal noch 4 Punkte zu, punktete selbst aber kontinuierlich und übernahm in der 34. Minute durch Treffer von Katharina Holtkamp, Andrea Ambrus, Lisa Niedrig und Lea Günther mit 48:43 die Führung. Und auch als sich Kinderhaus noch einmal bis auf 48:47 herankämpfte (35. Minute) blieben die kämpfenden sechs RBH-Spielerinnen mehr als cool. Während man in den letzten 300 Sekunden der Partie keinen einzigen Korb mehr kassierte, stockte man das eigene Punktekonto noch bis auf 56 Punkte auf, wobei jetzt vor allem Lisa Niedrig in der Crunchtime durch 6 Punkte überzeugte. Am Ende einer unglaublich kämpferischen Leistung stand somit ein völlig verdienter 56:47 Erfolg der Ruhrpott Baskets, die aus der Not eine Tugend gemacht hatten und sich als echtes Team präsentiert hatten.

„Kinderhaus war heute nicht in der Lage ihre viel größeren Wechseloptionen für einen Sieg zu nutzen. Warum die Gastgeberinnen uns nicht von der ersten bis zur letzten Minute mehr unter Druck gesetzt haben, wissen wir nicht, ist uns aber letztlich auch egal. So hatten wir immer mal wieder die Möglichkeit etwas durchzuatmen und die Kräfte effektiv einzuteilen. Wir sind unglaublich stolz auf die sechs Damen, die sich heute diesen tollen Erfolg erkämpft haben. Dieses Team hat ein unglaubliches Kämpferherz und wir können heute allen nur einen großen Respekt zollen,“ war das RBH Trainer-Duo Michael Hader und Ralf Hagemeyer nach dem Sieg in Münster mehr als zufrieden.

Am kommenden Samstag, 17. März 2018, reisen die Oberliga-Damen der Ruhrpott Baskets Herne erneut nach Münster, diesmal zum UBC Münster. Sprungball beim aktuellen Tabellenzweiten ist um 18 Uhr im Pascal-Gymnasium, Uppenkampstiege 17 in 48147 Münster.

Es spielten: Ambrus (13), Niedrig (13, 1 Dreier), Berft (12), Schmidt (7, 1 Dreier), Holtkamp (6), Günther(5)

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Text: Heiko Dittinger 13. März 2018, 10:57 Uhr