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Bei der NRW-Kommunalwahl im September 2025 ist der Frauenanteil in den kommunalen Vertretungen NRWs gegenüber 2020 um über einen Prozentpunkt gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Ruhr-Universität Bochum (Symbolbild).

Studie zur Kommunalwahl 2025

Rückgang des Frauenanteils in Stadt- und Kreisräten

Bochum. Bei der NRW-Kommunalwahl im September 2025 ist der Frauenanteil in den kommunalen Vertretungen NRWs gegenüber 2020 um über einen Prozentpunkt gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Ruhr-Universität Bochum. Demnach wurde in den vergangenen 20 Jahren keine signifikanten Veränderungen erreicht.

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Nach einer Steigerung im Jahr 2020 ist der Frauenanteil wieder rückläufig. Konkret betrug er 2004 29,2 Prozent, 2009 28,8 Prozent, 2014 30,1 Prozent, 2020 34,4 Prozent und 2025 33,2 Prozent. Dabei bestehen Unterschiede zwischen kreisfreien Städten und Landkreisen. In kreisfreien Städten liegt der durchschnittliche Anteil etwa drei Prozentpunkte über dem der Kreise.

Eine entscheidende Rolle für den Frauenanteil spielt die parteipolitische Zusammensetzung der Räte: Die Grünen setzen auf eine innerparteiliche Frauenquote und zeigen auch 2025 mit knapp 55 Prozent Frauen in ihren Ratsfraktionen der kreisfreien Städte das höchste Ergebnis. Dahinter folgen LINKE mit 49,8 Prozent und SPD mit 40,2 Prozent – beide verfügen ebenfalls über parteiinterne Geschlechter- beziehungsweise Frauenquoten. Die CDU liegt mit 28,1 Prozent auf Platz vier, es folgen FDP (22,3 Prozent) und AfD (20,2 Prozent). Ohne Wahlrechtsreform, so das Forschungsteam, könne man eine paritätische Besetzung auf kommunaler Ebene in den nächsten Jahren nicht erreichen.

Die Studie schlägt konkrete Maßnahmen vor, um die Repräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik nachhaltig zu erhöhen und zu sichern. Besonders erfolgversprechend sei eine umfassende kommunale Wahlrechtsreform inklusive Einführung eines reinen Verhältniswahlrechts ohne Wahlkreise.

Samstag, 24. Januar 2026 | Quelle: idr-Nachrichten