Rettung aus einer Hand

Kooperation von Bochum und Herne

Vorstellung der Kooperation der Städte Bochum und Herne für die Einrichtung identischer Leitstellen der Feuerwehren, am Mittwoch (10.10.2018), in Bochum (NW). Im Bild (v-l): Leitender Branddirektor Simon Heussen (Bochum), Stadtdirektor Sebastian Kopietz(
Bei der Vorstellung (v-l): Leitender Branddirektor Simon Heussen (Bochum), Stadtdirektor Sebastian Kopietz (Bochum), Rechtsdezernent Dr. Frank Burbulla (Herne) und Leitender Branddirektor Andreas Spahlinger (Herne). Foto: Stefan Kuhn

Die Städte Bochum und Herne planen für ihre Feuerwehren identische Leitstellen, um im Notfall jederzeit schnell Hilfe leisten zu können. Am Mittwoch (10.10.2018) wurde das in Nordrhein-Westfalen einzigartige Projekt kommunaler Zusammenarbeit vorgestellt. Die Räte beider Städte haben dem Projekt zugestimmt, jetzt beginnt die planerische Umsetzung. Nach ersten Vorgesprächen trafen nun zum ersten Mal Arbeitsgruppen beider Städte zusammen. Ihr Ziel: 2019 sollen in unserer Stadt und 2020 in Bochum die neuen Leitstellen in Betrieb genommen werden. Dahinter steht zunächst die Überlegungen, die vom Gesetzgeber geforderte Ausfallredundanz, also die ständige Erreichbarkeit des Notruf 112, zu gewährleisten. Weiter sind eine Kapazitätserweiterung im Regeldienst und eine direkte Unterstützung bei Großschadens- und Flächenlagenlagen, etwa bei Unwettern, von Bedeutung. Nicht zuletzt ist auch die gemeinsame Aus- und Fortbildung der Disponenten von Bedeutung.

Einsatzleitstelle der Feuerwehr in Herne (NW), in der Feuerwache an der Sodinger Straße, am Mittwoch (10.10.2018).
Die Einsatzleitstelle der Feuerwehr an der Sodinger Straße. Foto: Stefan Kuhn

Pro Jahr gehen bei der Feuerwehr in Herne rund 145.000 Notrufe ein - von der Kopfplatzwunde, über den Herzinfarkt und die Atemnot bis zum Wohnungsbrand. Im Rettungsdienst ist die Tendenz seit Jahren steigend: jährlich etwa 6 Prozent. Hierfür sind derzeit, je nach Aufkommen, im Normalfall drei bis vier Disponenten an den Abfrageplätzen im Einsatz und nehmen Notrufe entgegen.

Vorstellung der Kooperation der Städte Bochum und Herne für die Einrichtung identischer Leitstellen der Feuerwehren, am Mittwoch (10.10.2018), in Bochum (NW). Im Bild (v-l): die Leitenden Branddirektoren Simon Heussen (Bochum) und Andreas Spahlinger (Her
Die Feuerwehrchefs Simon Heussen (Bochum) und Andreas Spahlinger (Herne) in der Leitstelle in Bochum. Foto: Stefan Kuhn

Während für Bochum die Erneuerung der Leitstellentechnik und die bauliche Erweiterung im Vordergrund stehen, war für Herne die Notwendigkeit der Neubeschaffung eines Einsatzleitsystems wichtig. Für die aktuelle Software von Siemens Command (ELS) gibt es keine Updates mehr, so daß der Rat der Stadt Herne am 30.05.2017 die Neubeschaffung eines Einsatzleitsystem genehmigt hat. Die Kooperation mit Bochum wurde im Juli beschlossen. Bis zum Umzug in die neue Hauptfeuer- und Rettungswache an der Castroper Straße zum Jahresbeginn 2021 wird die seit 2014 an der Feuerwache Sodinger Straße bestehende Übergangsleitstelle genutzt. Die Gesamtkosten sollen sich für Herne auf ca. 1.420.000 Euro belaufen. In Bochum rechnet man mit Kosten von etwa 7.045.000 Euro, da dort erhebliche bauliche Erweiterungen an der Hauptfeuer- und Rettungswache im Stadtteil Werne anstehen.