Rassismus und Islamfeindlichkeit

Piotr Suder.
Piotr Suder. Foto: Islamische Gemeinde

Am Sonntag (30.6.2019) fand der Workshop Argumente gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit in der islamischen Gemeinde Röhlinghausen statt. „Rassismus und Islamfeindlichkeit stoßen gegen unser Verständnis von Menschenwürde und ist keinesfalls nur das Problem der Muslime sondern der gesamten Gesellschaft.“ Mit deutlichen Feststellungen begann der Sozialwissenschaftler Piotr Suder seinen Vortrag. „Die Probleme in der Gesellschaft sind real, darüber muss auch gesprochen werden. Falsch ist allerdings, wenn gegen bestimmte Gruppen ohne Differenzierung pauschalisiert wird“, so Suder.

Infos zur Islamfeindlichkeit.
Infos zur Islamfeindlichkeit. Foto: Islamische Gemeinde

„Rassistische und islamfeindliche Lager arbeiten gezielt daran die Gesellschaft in homogenen Teilen zu identifizieren. Wir und Ihr. Dagegen muss gehandelt werden. Diese zunehmende Haltung in der Mehrheitsgesellschaft ist kontraproduktiv. Sie liefert Argumente für die Extremisten und schwächt die Muslime, die gegen Extremismus sind. Allerdings muss Argumentation gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit gelernt sein. Menschen, die sich verbal ausdrücken können, neigen weniger zu Gewalt als Menschen die ihre Meinungen nicht artikulieren können", sagte Piotr Suder.

Bei der islamischen Gemeinde.
Bei der islamischen Gemeinde. Foto: Islamische Gemeinde

Für Teilnehmer muslimischen Glaubens hatte Piotr Suder auch einige Empfehlungen parat: „Das Selbstverständliche nochmals buchstabieren. Klare Linie zwischen Islam und Gewalt ziehen. Und sichtbar werden. Gemäßigte Muslime sind weniger sichtbar als radikale Muslime. Das müsst ihr ändern.“ Für die 30 Teilnehmer unterschiedlichen Alters, Glaube und Herkunft war es ein lohnender Tag. „Ich fühle mich nach dem Workshop gestärkt und kann jetzt mehr Zivilcourage zeigen als zuvor“, stellte Havle Nazik aus der islamischen Gemeinde Röhlinghausen fest.

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