RAG-Stiftung Bilanz 2017

Schattenspiel.
RAG Logo. (Archiv). Foto: Heinz-Jürgen Bourichter

Essen. Im zehnten Jahr ihres Bestehens hat die RAG-Stiftung ein erfolgreiches Geschäftsjahr absolviert, so hieß es beim Presse-Jahresgespräch am Dienstag (5.6.2018), am neuen Verwaltungssitz von RAG-Stiftung und RAG auf dem Essener UNESCO-Welterbe Zollverein. Der Stiftungsvorstand berichtete über die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr und gab einen Ausblick in die anstehende Zeit ohne deutschen Steinkohlenbergbau.

Eigentumsübergabe des Shamrockgeländes am 24.1.2018.
RAG-Chef Bernd Tönjes. (Archiv) Foto: Carola Quickels

Zu Beginn des Presse-Jahresgesprächs fand Bernd Tönjes, der das Amt des Vorstandsvorsitzenden der RAG-Stiftung am Donnerstag (24.5.2018) übernommen hatte, anerkennende Worte für seinen Vorgänger: „Dr. Werner Müller sowie seiner großartigen Lebensleistung gilt mein ganzer Respekt. Er hinterlässt uns als Gründungsvater der Stiftung ein großes Erbe. Es ist mir und meinen Vorstandskollegen eine Verpflichtung, den von ihm eingeschlagenen Weg fortzusetzen.“ Für die anstehenden Aufgaben ist die RAG-Stiftung gut aufgestellt. Anfang 2019 wird sie erstmals für die Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus aufkommen. Hierfür generiert die Stiftung die benötigten Erträge aus ihrem mehr als 17 Milliarden Euro umfassenden Vermögen. „Unsere Verantwortung endet nicht mit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus – sie fängt dann erst richtig an“, so Tönjes mit Blick auf die bald anbrechende Ära des Nachbergbaus.

Das Ergebnis der Stiftung lag auch 2017 mit 430 Millionen Euro (Vorjahr 393 Millionen Euro) über den für die Ewigkeitsaufgaben erwarteten Ausgaben von jährlich rund 220 Millionen Euro. Dies ist der höchste Jahreserfolg seit Bestehen der Stiftung – abgesehen von den Überschüssen der beiden Jahre 2008 und 2013, in denen größere Evonik-Anteilsverkäufe getätigt wurden. Die Rückstellung für Ewigkeitslasten, denen das Ergebnis zugeführt wird, summierte sich somit zum Jahresende 2017 auf 5,27 Milliarden Euro (Vorjahr 4,84 Milliarden Euro).

Größte Einnahmequelle für die RAG-Stiftung ist weiterhin ihre renditestarke Beteiligung an der Evonik Industries AG, die mit ihrer jährlichen Dividendenzahlung erneut über 360 Millionen Euro zum Ergebnis der Stiftung beigetragen hat. Gleichzeitig setzt die RAG-Stiftung ihren Weg der Diversifizierung ihrer Kapitalanlage konsequent fort. „Über 40 Prozent ihres Vermögens hat die Stiftung mittlerweile in andere Anlagen – außerhalb von Evonik – investiert“, sagte Finanzvorstand Dr. Helmut Linssen. Neben ihrer Beteiligung an Vivawest in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro sind hier sonstige Kapitalanlagen im Wert von 5,9 Milliarden Euro zu nennen (Stand Dezember 2017). Allein 2017 hat die Stiftung knapp 1,3 Milliarden Euro in neue Kapitalanlagen investiert. „Trotz des Niedrigzinsumfelds lässt sich am Kapitalmarkt noch Geld verdienen“, so Linssen. Über sechs Prozent Rendite konnte die Stiftung 2017 mit ihren sonstigen Kapitalanlagen erwirtschaften.

Bärbel Bergerhoff-Wodopia.
Bärbel Bergerhoff-Wodopia. (Archiv) Foto: Merlin Morzeck

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, im Vorstand der Stiftung verantwortlich für Personalthemen und Förderaktivitäten, lobte kurz vor dem Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus die Leistungen der Bergleute: „Ihnen gebührt großer Respekt. Obwohl sie wissen, dass Ende 2018 Schluss ist, gehen sie bis heute tagtäglich hochmotiviert ihrer Arbeit nach und bereiten die Schließung ihrer Bergwerke vor.“ Auch im letzten Jahr der Steinkohlenförderung in Deutschland verläuft der sozialverträgliche Personalabbau planmäßig. Die Förderaktivitäten der Stiftung konnten weiter intensiviert werden. Damit nimmt die Stiftung – mit dem Förderschwerpunkt auf Bildungsprojekten für junge Menschen – eine gesellschaftliche Mitverantwortung in den bald ehemaligen Bergbauregionen wahr und gibt Impulse für deren Zukunftsfähigkeit. 2018 wird die Stiftung für die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur insgesamt 16,5 Millionen Euro einsetzen. Auch in der Flüchtlingshilfe ist die Stiftung weiterhin aktiv und ebnet jungen Flüchtlingen über Bildungsprojekte den Weg in die Gesellschaft.

Zeche Zollverein in Essen.
Zeche Zollverein in Essen. Foto: Wolfgang Quickels

Die 2016 gestartete Initiative Glückauf Zukunft! anlässlich des Auslaufens des deutschen Stein-kohlenbergbaus hat eine große Projekt- sowie Veranstaltungsvielfalt entwickelt und steuert der-weil auf ihre Höhepunkte zu. Dazu zählen auch die geplanten Bürgerfeste unter dem Motto „Danke Kumpel“ sowie die zentrale Abschiedsveranstaltung des Bergbaus auf dem Bergwerk Prosper Haniel im Dezember 2018, in dessen Rahmen die Leistungen des Bergbaus noch einmal besonders gewürdigt werden. Die „Glückauf Zukunft!“-Initiative hat in der Zeit ihres Bestehens bereits wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Bergbauregionen gesetzt, die auch nach dem Ende des Bergbaus weiter wirken werden. Alle Projekte und Veranstaltungen der Initiative sind online unter www.glueckauf-zukunft.de einsehbar.

Quelle: