quaz.ruhr hilft bei der Integration

Frank Dudda zu Besuch in Bochum.Foto: Frank Dieper, Stadt HerneFrank Dudda in der ehemaligen Opel-Ausbildungs-Werkstatt..

Donnerstag (8.3.2018). Es riecht nach Öl und Gummi, eine Feile kratzt, Metall klappert, leise sprechen Menschen miteinander. In der ehemaligen Ausbildungswerkstatt von Opel lernen Geflüchtete und Zugewanderte Deutsch und bereiten sich auf den Beruf vor. 250 von ihnen üben sich in Metallbearbeitung und Elektro-Handwerk, Gastronomie und Pflege. An lebensgroßen Puppen und an einander üben die Teilnehmer des Pflegekurses Verbände anzulegen. An der Wand hängt eine anatomische Zeichnung, in der Ecke ist ein richtiges Krankenzimmer aufgebaut, sogar der Geruch von Desinfektionsmittel hängt in der Luft.

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Frank Dudda zu Besuch in Bochum.Foto: Frank Dieper, Stadt HerneDie Chefin der Bochumer Agentur für Arbeit, Dr. Regine Schmalhorst.

Menschen aus 35 Nationen lernen zusammen - und sprechen miteinander nur Deutsch. Dadurch sollen sie die Sprache üben und auch die Vokabeln ihres Faches beherrschen, vom Pflegebett bis Flachzange. Die Möglichkeit zur Verständigung soll der Schlüssel sein, in der neuen Heimat wirklich anzukommen. Im quaz.ruhr erhalten die Geflüchteten und Zugewanderten zudem passend zu ihren persönlichen, sprachlichen und beruflichen Kompetenzen die erforderlichen Weiterbildungen, um eine Ausbildung, Qualifizierung oder ein Studium beginnen zu können.

Frank Dudda zu Besuch in Bochum.Foto: Frank Dieper, Stadt HerneFrank Dudda im Gespräch mit Birgit Westphal (Gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft Herne mbH).

Ziel des regionalen Angebotes ist, sich über die Arbeitswelt in die Gesellschaft integrieren zu können. Dabei unterstützt ein Team von Ausbildern, Job-Coaches, Lehrkräften und Sozialpädagogen die Teilnehmer im Qualifizierungszentrum, das die ehemalige Opel-Ausbildungswerkstatt in Bochum-Langendreer nutzt. Langfristig sollen die Teilnehmer gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, vor allem, da in vielen Bereichen Fachkräfte fehlen. „Wir müssen und werden zeigen, dass die Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt ein Gewinn sein werden“, ist Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister der Stadt Herne, überzeugt.

Frank Dudda zu Besuch in Bochum.Foto: Frank Dieper, Stadt HerneFrank Dudda.

Während dabei die Jobcenter Bochum, Herne und Ennepe-Ruhr bisher vorwiegend geflüchtete Menschen dem quaz.ruhr zuweisen und ihr Focus auf dem Spracherwerb liegt, wählen die Agenturen für Arbeit Bochum/Herne und Hagen eher Zugewanderte aus. Beide Teilnehmerkreise profitieren von dem großen, individuell zugeschnittenen Sprach- und Schulungsangebot unter einem Dach, erleben dort beim Lernen und Arbeiten viel Verbindendes. An ihrem erstem Tag im quaz.ruhr machen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Sprachtest und vertiefen dann ihre Deutsch-Kenntnisse in möglichst homogenen Gruppen. Regelmäßige mündliche und schriftliche Tests prüfen die Entwicklung des Sprachniveaus. Eine Besonderheit ist, dass mit Bochum, Herne, Hattingen und Witten | Wetter | Herdecke vier Volkshochschulen gemeinsam die Integrations- und berufsbezogenen Deutschkurse in dem Qualifizierungszentrum durchführen. Sie stimmen diese mit dem Angebot des quaz.ruhr zeitlich und inhaltlich ab. Dieser wichtige Baustein des Projektes dürfte bundesweit einmalig sein.

Frank Dudda zu Besuch in Bochum.Foto: Frank Dieper, Stadt HerneIn der ehemaligen Opel Ausbidungswerklstatt.

Auch die Agenturen für Arbeit Bochum/Herne und Hagen sowie die Jobcenter Bochum, Herne und Ennepe-Ruhr ziehen daher eine positive Bilanz nach der ersten Qualifizierungsrunde. Das bestätigt auch Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Bochum:„Hier können die Menschen unsere Angebote richtig nutzen und Integration kann erfolgreich gelingen. Die Verknüpfung von Sprachunterricht und praktischer Arbeit ist die Besonderheit des Sprach- und Qualifizierungszentrums und zahlt sich aus. Unsere Erfahrung bis jetzt ist nur positiv.“

Letztlich waren die im quaz.ruhr zur Verfügung stehenden rund 250 Plätze jedoch in allen Bereichen zu hundert Prozent belegt. Sowohl die Jobcenter als auch die Arbeitsagenturen haben eine Warteliste mit Bewerberinnen und Bewerbern. Daher haben die Jobcenter und Arbeitsagenturen bereits Ende Januar angestoßen, das Angebot um ein Jahr zu verlängern. Dazu meint Frank Böttcher, Geschäftsführer des Jobcenters Bochum: „Insbesondere die enge, auch räumliche Verknüpfung von Sprachunterricht und praktischer Arbeit macht den besonderen Reiz von Quaz. aus. Denn nirgends lernt man Sprache besser als in der direkten Erprobung bei alltäglichen Arbeiten und Situationen, und Sprache ist der Schlüssel zur Integration – in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt.“

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Quelle: Nina-Maria Haupt Pressebüro der Stadt Herne 09. März 2018, 13:23 Uhr