Vielfältige Wohnbebauung und grüner Park in Herne-Mitte
Planungsstart für neues 'EschparkQuartier'
Zwischen Bahnhofstraße und Eschstraße entsteht in den kommenden Jahren auf einer Fläche, die seit rund 30 Jahren brach liegt, ein neues großes Projekt: Die Stadt stellte am Montag (1.6.2026) die Planungen für das sogenannte „EschparkQuartier“ in der Nähe des Bahnhofs und FunkenbergQuartiers vor. Dieses Projekt sieht eine Zusammenarbeit zwischen Stadt und drei privaten Flächeneigentümern vor.
Hier sollen in drei Quartieren, West (Heinz Mayer Bauträger), Mitte (Arnold Knipping Holding) und Ost (Heitkamp Unternehmungsgruppe), mehrere Häuser und Gebäude mit Wohnungen entstehen, die Stadt möchte zudem einen neuen Park anlegen. Die Investoren bauen unabhängig voneinander, trotzdem sollen alle Gebäude ähnlich aussehen und in das Gesamtbild passen.
Die Absichtserklärungen dafür sind von den Investoren Heitkamp, der Knipping Holding und Heinz Mayer, zusammen mit den Stadtverantwortlichen unterschrieben worden. Ein erster Entwurf steht, damit ist der entsprechende Rahmenplan festgelegt.
Grundlage für neuen Bebauungsplan
„Dies ist die Grundlage, um im nächsten Schritt den Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung des Rates zu beteiligen. Ziel ist es, uns dort als Verwaltung mandatieren zu lassen, auf Grundlage der vorgelegten Planungsüberlegungen einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen“, erläutert Stadtbaurat Stefan Thabe das geplante weitere Vorgehen.
Noch ist nichts final an den ganzen Planungen. Der grobe Rahmen umfasst jedoch einen Raum für 500 Menschen zu schaffen, die in rund 330 Wohneinheiten leben sollen. Mindestens 25 Prozent davon werden mittels öffentlicher Wohnbauförderung errichtet. Das ganze Gelände umfasst 6,2 Hektar, der Park samt Wasserfläche soll davon 1,2 Hektar einnehmen – einen ersten Blick sieht man auf einem Entwurf (Link als PDF).
Vermutlich 21 Reihenhäuser und 21 weitere Gebäude
Überwiegend soll sogenannter Geschosswohnungsbau mit vermutlich vier Etagen entstehen, zudem aber auch Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser – zur Miete als auch zum Kauf. Die Rede ist aktuell von 21 Reihenhäusern und 21 weiteren Häusern. Dies kann aber noch variieren.
Heitkamp wird im östlichen Teil zudem eine Kita errichten und diese an einen Träger vermieten. Der ganze Bereich soll autoarm gestaltet werden, jeder Bereich erhält eine Quartiersgarage, um die Pkw auf einen von rund 275 Stellplätzen abzustellen. Carsharing-Angebote ergänzen den Autoverkehr. Eine Bäckerei und ein Café sind im Plan ebenso enthalten wie eine Möglichkeit, um Pakete abgeben oder abholen zu können.
Wohl mindestens 100 Millionen Euro Investitionskosten
Eine Investitionssumme sei schwer zu nennen, da sind sich alle einig. Genauer als „mindestens 100 Millionen Euro“ will mit Stand von Anfang Juni 2026 keiner eine Schätzung abgeben, zu viel sei heutzutage ungewiss, wie sich beispielsweise die Baukosten weiter entwickeln. Die Stadt selbst muss die Parkfläche noch der Knipping Holding abkaufen, der Park könnte sich optisch am Quartierspark von der Nordstraße orientieren. Die Kosten werden für den Park auf zwei bis zweieinhalb Millionen Euro geschätzt, hierfür sollen noch Fördertöpfe angezapft werden.
Erste positive Bauvoranfragen für einzelne Gebäude entlang der Straße gibt es bereits, hier könnten zügig schon Bauanträge den Anfang machen. Für den inneren Teil muss jedoch ein Bebauungsplan samt öffentlicher Beteiligung im Vorfeld aufgestellt werden. In Kürze starten die Vorstellungen in den politischen Gremien, ein Bürgerdialog soll ebenso folgen (Datum wird noch bekanntgegeben).
Fertigstellung 2032 oder 2033 möglich
Der Bebauungsplan könnte Anfang 2028 beschlossen werden, so die vorsichtige Schätzung. Die Stadt selbst rechnet bei einem geplanten Fortschritt von einer neuen städtischen Grünanlage bis Ende des Jahrzehnts. Bei den weiteren Häusern und Wohnungen wird es wohl mindestens bis 2032 oder 2033 dauern.
„Wir sehen hier die folgerichtigen, nächsten Schritte für eine qualitativ ansprechende Weiterentwicklung des Quartiers. Nach der erfolgreichen Entwicklung des FunkenbergQuartiers, wo der Fokus auf Bildung, Forschung und Wirtschaft mit ergänzender Wohnbebauung liegt, verbinden wir beim beinahe angrenzenden EschparkQuartier ein attraktives Wohnraumangebot für alle Bedarfe mit echter Naherholungsqualität dank des neu entstehenden Quartiersparks“, ordnet Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda das Vorhaben in die strategischen Leitlinien der Herner Stadtentwicklung ein.
Heitkamp will Wohnraum schaffen
Jörg Kranz, geschäftsführender Gesellschafter der Heitkamp Unternehmensgruppe, betont: „Die Schaffung von Wohnraum ist zentrales Thema in Deutschland und ebenso in unserer Region. Wir freuen uns, bei diesem Projekt dabei zu sein und glauben an den Standort. Wir wollen dort eine schöne Wohnanlage samt Park entstehen lassen und sehen deshalb gesellschaftlich und wirtschaftlich ein relevantes Projekt mit einem starken Signal für die Zukunft.“
OB Dudda hofft, dass sich auch Lidl mit seinem Discountermarkt und der Toom-Baumarkt Gedanken machen, optisch an die neue Nachbarschaft anzupassen, sprich ihre Gebäude zu modernisieren. Mit Lidl habe es bereits positive Gespräche gegeben.