Herner Schauspieler Joachim Król spielt in Berlin
Neue Doku 'Vier von hier'
Als der Herner Schauspieler Joachim Król vor zwei Jahren zusammen mit seinen Revierkollegen Dietmar Bär, Peter Lohmeyer und Armin Rohde den mit 100.000 Euro dotierten Ruhr-Preis der Essener Brost-Stiftung erhielt (halloherne berichtete), entstand Ende 2024 die 23-minütige Dokumentation „Vier von hier“ des 1957 in Gelsenkirchen geborenen Regisseurs und Berliner Produzenten Christoph Rüter.
Im Pressetext dazu heißt es: „Ein Film über vier Künstler aus dem Pott. Sie sind Schauspieler und Großkomiker, die das Ruhrgebiet bis heute als ihre Heimat sehr schätzen, auch wenn sie bis auf Armin Rohde woanders leben. Gemeinsam haben sie alle in Bochum am Theater angefangen. Nun begeben sie sich auf eine Spurensuche nach ihrer Herkunft, ihrer Geschichte miteinander, ihren Film- und Theaterarbeiten und ihrer Situation heute.“
Der Kohlenpott ist der fünfte Protagonist
Weiter steht dort: „Der Kohlenpott ist der fünfte Protagonist in einem Film über vier Ausnahme-Künstler, die ihrem Hiersein, ihrem Dasein in einer industrialisierten Zone mehr verdanken, als es eigentlich üblich ist: Überlebens-Komödianten-Künstler der direkten Art.“
Das erste Mal gemeinsam auf den Brettern standen drei der „Vier von hier“ 1984 im Schauspielhaus Bochum: Joachim Król spielte den Räuber Schwarz an der Seite von Dietmar Bär und Armin Rohde in der Schiller-Inszenierung „Die Räuber“ des damaligen Ko-Intendanten Alfred Kirchner.
Fortsetzung der Doku
Nun dreht Christoph Rüter, der u.a. als Assistent von Hans Neuenfels an der damaligen Freien Volksbühne West-Berlin auch auf ein bewegtes Theaterleben zurückblicken kann, eine Fortsetzung der „Vier von hier“-Doku. Um Joachim Król zu treffen, brauchte Rüter, dessen Produktionsfirma in Berlin ansässig ist, nicht in den tiefen Westen zu reisen. Denn der Herner probt zur Zeit im Berliner Renaissance-Theater die Komödie „Sophia oder Das Ende der Humanisten“ von Moritz Rinke.
Darum geht’s: Wolfgang Bergmann (Joachim Król), Professor für Alte Geschichte, begreift sich zwar als Hüter des Abendlandes, spürt aber, wie ihm allmählich die Welt entgleitet. Erst haben sich seine Studenten von ihm abgewendet, dann hat ihn seine Universität vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Als ihn auch noch seine Frau aufgrund seiner „Rückständigkeit“ verlassen hat, macht er sich trotzig daran, alle zu überholen und der Zukunft voraus zu sein.
Eine KI in schöner Menschengestalt
Mit Sophia (Katharine Merling) hat er sich einen Androiden angeschafft, eine KI in makellos schöner Menschengestalt: klug, schnell, unendlich geduldig und ihm bedingungslos zugewandt. Kurz: Endlich die perfekte Frau, die ihn umsorgt und intellektuell fordert. Seine Tochter Helena (Christin Nichols), eine Psychologin, die Wolfgang zu seinem 60. Geburtstag besucht, ist entsetzt: Lebt ihr Vater jetzt etwa mit einem Sexroboter zusammen?
Helenas Freund hingegen, der gescheiterter Informatikstudent Jonas (Tanju Bilir), ist von Sophia völlig fasziniert. Aber dann ändert er ihre Systemeinstellungen, und plötzlich beginnt Sophia, sich selbst zu programmieren. Außer Kontrolle geraten wirkt sie bald nicht nur menschlicher als wir, sondern stellt ihre eigene Existenz infrage. Was als Experiment beginnt, wird immer mehr zur existenziellen Bedrohung…
Das Theaterstück „Sophia oder Das Ende der Humanisten“ von Moritz Rinke, gerade erst am Donnerstag (26.2.2026) in der Regie von Amélie Niermeyer am Wiener Theater in der Josefstadt uraufgeführt, führt heiter in die beängstigende Logik der „Intelligenzexplosion“, wie sie der britische Mathematiker Irving John Good voraussagte: Die erste ultraintelligente Maschine wird die letzte Erfindung des Menschen sein.
Zwei Voraufführungen
Die heitere Dystopie bringt der Hausherr Guntbert Warns nach zwei Voraufführungen am 15. März 2026 in Deutscher Erstaufführung am Renaissance-Theater Berlin heraus in der Ausstattung von Momme Röhrbein (Bühne) und Ariane Warns (Kostüme).
Das Stück steht danach bis zum 28. Mai 2026 auf dem Spielplan, was dem Herner Schauspieler Joachim Król einen längeren Aufenthalt in der Hauptstadt beschert. Ob sich der Wahl-Kölner und bekennende BVB-Fan das Spiel „seiner“ Borussia am Samstag, 7. März 2026, im Rhein-Energie-Stadion beim 1. FC Köln anschauen kann mitten in den Endproben zum ersten Try-Out am Freitag, 13. März 2026 bleibt daher fraglich.
Weitere Termine (1) anzeigen...
- Sonntag, 15. März 2026