Neu in 2D und 3D: Der König der Löwen

Beim Strünkeder Sommer auch open air

König der Löwen: Zazu und Simba.
König der Löwen: Zazu und Simba. Foto: Walt Disney

Der Rotschnabeltoku Zazu, sozusagen rechter Flügel des weisen Herrschers Mufasa, hat als fliegender Kurier seine Augen und Ohren überall und erstattet seinem Gebieter täglich Bericht, was in den unendlichen Weiten Afrikas vor sich geht. Als mit Simba ein Thronfolger geboren wird, ist auch der weise Mandrill-Schamane Rafiki, König Mufasas spiritueller Berater, zur Stelle. Er hält auf dem steilen Königsfelsen das Löwenbaby den Untertanen entgegen, die sich darunter wie vor der Arche Noah paarweise versammeln, um ihrem Herrscher mit einer großen, fröhlichen Party Reverenz zu erweisen.

Löwe und Maus – das Leben scheint nicht gerecht zu sein. Der übermütige Kleine, der es kaum erwarten kann, selbst König zu werden, lernt von seinem Vater und seiner Mutter Sarabi, die Natur und den Kreislauf des Lebens zu respektieren – einschließlich der Antilopen, ihrer bevorzugten Nahrungsquelle. Immer an seiner Seite die so selbstbewusste wie eigensinnige Nala, die einmal seine Gefährtin werden soll, was Simba natürlich noch weit von sich weist.

König der Löwen: Mufasa und Simba.
König der Löwen: Mufasa und Simba. Foto: Walt Disney

Doch Simbas Onkel Scar, Mufasas Bruder, fühlt sich bei der Thronfolge übergangen und hegt eigene Pläne, den Königsfelsen zu besteigen. Dabei verbündet er sich mit den Hyänen, insbesondere mit ihrer mutigen Anführerin Shenzi und der so durchtriebenen wie kaltschnäuzig-klugen Kamari, der die Dritte in der Führungsriege des Rudels, Azizi, nicht das Wasser reichen kann. Durch eine Intrige locken sie Simba und seinen Vater in einen gefährlichen, für Letzteren gar tödlichen Hinterhalt.

Mit der Lüge, am Tod des geliebten Vaters Schuld zu sein, zwingt Scar den jungen Simba dazu, das Königreich zu verlassen und ins Exil jenseits der schier endlosen Wüste zu gehen. Wo er auf das ausgelassen-fröhliche und stets vorlaute Erdmännchen Timon trifft und seinen so warmherzigen wie später, wenn es Not tut, auch kampfesmutigen Freund, das Warzenschwein Pumbaa. Von ihnen lernt Simba, wie man in der Wildnis überlebt – und zwar ohne auf die Jagd zu gehen: So wird der heranwachsende Königssohn beinahe zum Vegetarier!

Derweil fristet das nur aus Weibchen bestehende Löwenrudel ein trauriges Dasein, weil Sarabi sich standhaft weigert, Scar als neuen König anzuerkennen. Nala kann das Elend unter der Knute der Hyänen-Gang nicht länger mit ansehen und macht sich auf die Suche nach Simba. Als sie ihn wiederfindet, können die Löwinnen neue Hoffnung schöpfen: Es ist einmal mehr die stolze, unerschrockene und nun ebenfalls erwachsene Nala, die ihrem Freund aus Kindertagen Mut macht, seinen rechtmäßigen Thron einzufordern – und dafür zu kämpfen...

Ganz im Sinne Walt Disneys, dessen Pioniergeist der Regisseur des Remakes, Jon Favreau („Das Dschungelbuch“, „Iron Man“), immer bewundert hat, sprengt die zweistündige Neuverfilmung die Grenzen des Mediums: Spielfilm-Techniken und fotorealistische CG-Bilder greifen nahtlos ineinander. Die grandiosen afrikanischen Landschaften, welche nur auf großen Kinoleinwänden voll zur Geltung kommen, entstanden im Computer. Modernste Software ermöglichte Favreau, das virtuelle Set zu erkunden, Schauplätze und einzelne Einstellungen festzulegen, als würde er Seite an Seite mit Simba durch Afrika streifen. Erfahrene Fachleute erster Güte standen ihm dabei zur Seite: Caleb Deschanel („Werk ohne Autor“, „Jack Reacher“, „Der Patriot“) ist für die Bildgestaltung zuständig, Mark Livolski und Adam Gerstel (beide „Dschungelbuch“) für den Schnitt und James Chinlund („Planet der Affen“) für das Szenenbild.

Hinzu kommen Rob Legato („Avatar“) als Visual Effects Supervisor, der für seine Arbeit an „Dschungelbuch“, „Hugo Cabret“ und „Titanic“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, und Ben Grossman („Herr der Ringe“) alsVirtual Production Supervisor, Oscar-Gewinner für „Alice im Wunderland“ und „Hugo Cabret“. Elliot Newman schließlich von der auf visuelle Effekte spezialisierten Moving Picture Company war federführend an der Entwicklung der computergenerierten Schauplätze und Figuren beteiligt und perfektionierte in Abstimmung mit den Filmemachern die notwendige Technologie. Ist „Der König der Löwen“ nun ein Spielfilm oder ein Animationsfilm? „Das lässt sich tatsächlich schwer sagen“, gibt Regisseur und Koproduzent Favreau zu: „Es ist wie Zauberei. Wir haben das Medium neu erfunden – nicht aber die Geschichte.“

Wer die Originalfassung „The Lion King“ wählt, hört ein namhaftes Schauspieler-Ensemble: Donald Glover spricht Simba, Superstar Beyoncé Knowles-Carter seine Freundin Nala und James Earl Jones den weisen Mufasa, dem er bereits im Disney-Animationsklassiker von 1994 seine Stimme lieh. Chiwetel Ejiofor verkörpert Simbas bösartigen Onkel Scar, das unvergessliche Duo Timon und Pumbaa wird von Seth Rogen und Billy Eichner gesprochen, die hinterlistige Hyäne Shenzi von Florence Kasumba.

Die Musik stammt von dem in Frankfurt am Main geborenen Hollywood-Star Hans Zimmer, Oscar-Preisträger für „Inception“ und „Gladiator“. Er hatte schon den Score des Zeichentrickfilm-Originals von 1994 komponiert u.a. mit dem ebenfalls mit einem Oscar bedachten und von Elton John interpretierten Song „Can You Feel the Love Tonight“. Der auch in Jon Farreaus Film wieder Verwendung findet wie manch' anderes Material („Hakuna Matata“) aus dem mit sechs Tonys ausgezeichneten Musical von Elton John und Tim Rice, das seit der Uraufführung 1997 am Broadway bis heute 9.000 Aufführungen erlebt hat.

Bei all' dem stellt sich naturgemäß die Frage, warum diese Neuauflage sein muss. Wer Interesse für wirklich verblüffende technische Neuerungen hat, sollte sich Der König der Löwen nicht entgehen lassen. Nach einem fünftägigen Vorlauf in der Volksrepublik China (!) startet der Film weltweit am 17. Juli 2019 in 2D- und 3-D-Version, so auch in der Filmwelt Herne. Mitte August 2019 gibt’s ihn auch in 2-D-Version beim Strünkeder Sommer im atmosphärischen Schlosshof.

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