Musik mit dem Abbauhammer

Christof Schläger in den Flottmann-Hallen

Abbauhammerkonzert in den Flottis.Foto: Robert FreiseBergmänner beim Musizieren.

Es rattert, es knattert, es zischt  und es trötet: Die ehemalige Produktionsstätte von Presslufthämmern - die Flottmann-Hallen - waren am Samstag (9.6.2018) der ideale Ort für das 'Abbauhammerkonzert' von Christof Schläger und seiner Frau Marjon Smit. Rund 50 Zuhörer lauschten in  der schwül-warmen Luft diesem besonderen Konzert, das Teil der Reihe Kunst & Kohle zum letzten Jahr der Kohleproduktion war - organisiert von den Ruhrkunstmuseen. Die Einleitung sprach Prof. Ferdinand Ullrich vom Kunstmuseum Recklinghausen.

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Abbauhammerkonzert in den Flottis.Foto: Robert Freisev.l. Christof Schläger, Marjon Smit.

Christof Schläger griff für dieses Konzert auf Maschinen zurück, die für die Welt unter Tage geschaffen wurden. In zwei Monaten haben Schläger und Smit eine Komposition erarbeitet, die rund 22 Minuten lang ist und acht Pressluft-Abbauhämmer in Schweißgestellen mit Schalltrichtern, vier Abbauhämmer in Kesselblechen, vier Abbauhämmer in Stahlröhren, zwei pneumatische Hub-Zug-Motoren, zwei Prall-Bleche, zwei Förderkorb-Signalglocken (eine davon ist die Originale von Teutoburgia), vier präparierte Druckluft-Töner, zwei elektrisch-pneumatische Steuerungen, eine Partitur-Maschine (Notebook) sowie eine Druckluftwasserpumpe zu Musik-Instrumenten umfunktioniert. Eine Komposition, die den Zuhörer in einen neuen Klangkosmos entführte. So wunderte  sich an diesem Abend so manch ein Zuhörer darüber, was heiße Luft doch für einen schönen Lärm erzeugen kann, der dazu auch einer genauen Partitur folgt.

Als 'Schmankerl' hatte Schläger für dieses Stück drei noch aktiven Bergleute - Frank Schwulst, Tobias Hiller und Mark Grohmann - eingefangen, die in der Zentralwerkstatt auf Prosper arbeiten. Die drei Bergleute standen bei dem Konzert an ihren Instrumenten, der Druckluftwasser-Pumpe und warteten auf ihre Einsätze. Die wurden ihnen von Marjon Smit mit bunten Kärtchen angezeigt. Smit hatte dazu die Choreographie der Bergleute geschrieben und Schläger hatte sich gewünscht, dass die Drei mit Sonnenbrillen bestückt und einer cool-reglosen Mine ihre Instrumente bedienten. Alle Drei haben ihren Job mehr als gut erfüllt.

Schläger verlieh den Abbauhämmern bei dem Konzert eine neue Bedeutung und machte sie zu wahren Klangkünstlern. Dabei kam die Referenz an Pink Floyds Darkside of the Moon  beim Publikum besonders gut an. Und ohne eine Zugabe, ging es an diesem Abend auch nicht. 

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Text: Carola Quickels 09. Juni 2018, 12:26 Uhr