Mondpalast zeigt neue Domke-Komödie

Gelsentrop, Gebrüder Grimm und Gesang

Das Mondpalast-Ensemble als Chor von Gelsentrop-Wattenhausen.
Das Mondpalast-Ensemble als Chor von Gelsentrop-Wattenhausen. Foto: Arne Pöhnert / Mondpalast

Der zusammengewürfelte Haufen von sieben Bewohnern des fiktiven Revier-Stadtteils Gelsentrop-Wattenhausen tut sich schwer, ein harmonischer Chor anlässlich des Orts-Jubiläums zu werden: Sigi Domke, bewährter Hausautor des Stratmannschen Mondpalastes, zeigt den langen und turbulenten Weg Der (fast) glorreichen Sieben, so auch der Komödientitel, zu einem gelungenen Miteinander. Premiere ist am Donnerstag, 11. April 2019. Natürlich gibt’s im neuen Domke-Stück ein Happy-End. Das ist für den erfolgreichen Autor auch ein erklärtes Ziel: „Die aktuelle Weltenlage lässt mich eher kommende Zeiten befürchten, in denen es noch düsterer wird. Darum möchte ich in meinen Stücken und Büchern was anderes erzählen, Positives und Erfreuliches.“

Der Chor von Wattenhausen rauft sich zusammen.Irrungen, Wirrungen, Kabale und Liebe – im neuen Domke ist viel drin, an klassischen Situationen und Verhaltensweisen. Es wird munter geprobt, manches geht schief. Handfeste Charaktere, wie sie an Emscher und Ruhr zu finden sind, geben sich auf der Bühne an der Wilhelmstraße ein Stelldichein, machen aus dem Stück ein Unikat, das wie alle seine Arbeiten etwas Unverwechselbares hat.

Wie auch in seinem neuesten Büchlein, einer Bearbeitung von Grimmschen Märchen. Wie sieht denn die Omma aus? - so titelte ein Domke, in dem Märchenklassiker, aber auch Stoffe aus der Weltliteratur wie Othello und die Odyssee mit viel Ruhrpott drin nacherzählt wurden. Jetzt stehen Grimmsche Märchen im Mittelpunkt. Geißlein, Prinzen und ein kross gegrilltes Schaf wird der Appetithappen in gebundener Form für geneigte Leser heißen, denen Dornröschen, die Stadtmusikanten und auch das tapfere Schneiderlein Begriffe sind. Zum Herbst hin wird es bei Henselowsky Boschmann erscheinen. Wie der Schriftsteller berichtet, hat er den teils absurden Geschichten nicht nur Ruhri-Leben eingehaucht und einen aktuellen Touch verpasst, sondern sie auch humorig ein wenig überzogen: „Da sind bei den Grimms so schöne Bilder drin, das regt die Fantasie an.“

Twist - die siebenköpfigen Combo von und mit Siggi Domke.
Twist - die siebenköpfigen Combo von und mit Siggi Domke. Foto: Privat

Was diesen Mann der Worte auf Bühne und im Buch in diesen Tagen besonders freut: Der 62-Jährige macht mit alten Freunden wieder Musik. Twist ist der Name einer siebenköpfigen Combo, die im Steeler Grend regelmäßig vor vollem Haus spielt. Auf dem Programm stehen dann eigene Songs im Sound der 50er bis 70er Jahre mit amüsanten Texte und launigen Ansagen: „Ich bin auf meine alten Tage wieder zur Musik gekommen. Das macht mich froh und glücklich.“

Domke ist in der Ruhrgebietsszene fest etabliert. Sein Schaffen um Wort und Musik ist eng mit dem Essener Theater Freudenhaus, dem Wanne-Eickeler Mondpalast und dem Bottroper Verlag Henselowsky Boschmann verwoben, die sich gegenseitig die Treue halten. Bleibt dem sympathischen Zeitgenossen mit der spitzen Feder und seinen kreativen Kumpanen nur zu wünschen, dass es so bleibt.

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