Merlins Premiere

Wanne-Eickeler Filmstudent legt Abschlussfilm vor

Bei der Premiere
Bei der Premiere. Foto: Jonas Grote

Merlin Morzeck, halloherne-Mitarbeiter, kann nicht nur Bild und Text - er kann auch Film. Nach seinem Filmstudium an der Ruhrakademie in Schwerte legte er am Montag (14.5.2018), seinen Abschlussfilm 32 vor. Die inoffizielle Premiere für Unterstützer, Freunde und Team, wurde im Kulturzentrum Lichtburg in Wetter an der Ruhr gefeiert, auch der Film Wenn alle Stricke reißen, von Denise Förster wurde gezeigt. Die offizielle Premiere von 32 soll bald auf einem Festival folgen, hofft Regisseur Morzeck. Im halloherne-Interview erzählt er über den Film und die Produktion.

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Arne Rudolf als Arthur. Foto: Jürgen Wolter

halloherne: Worum geht es genau?

Merlin Morzeck: Die letzte Zeche ist tot und Arthur muss in die Unterwelt zurückkehren, der er einst den Rücken gekehrt hat. Um ein Paket für seinen Dealer Darius abzuholen, begibt er sich in das Gebiet der Gang 32 Riffs. Dort lernt er die mysteriöse Jolene kennen, und die beiden verbünden sich auf ihrer Jagd durch die Nacht.

halloherne: Wer hat den Film finanziert?

Merlin Morzeck: Das Budget des Films habe ich auf der Crowdfunding-Plattform Startnext gesammelt. Natürlich kamen viele Spenden aus meinem direkten Umfeld. Freunde - Verwandte und Kollegen. Aber es waren auch völlig Fremde unter den Spendern. Das war ein ganz besonderes Erlebnis. Ein gewisses Gefühl der Bestätigung, dass man einen Film plant, den nicht nur die Freunde toll finden.

halloherne: Wie groß war das Team?

Merlin Morzeck: Es war von Tag zu Tag unterschiedlich. In der Spitze waren es 15- 20 Personen. Dazu kamen noch Statisten und Schaulustige.

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Stephanie Jost als Jolene. Foto: Patrick Zeller

halloherne: Wo wurde gedreht?

Merlin Morzeck: Gedreht wurde nur an Original-Schauplätzen. In der U-Bahn-Station „Messe Essen“, in einer alten Straßenbahn in der DASA in Dortmund. Im Zentralparkhaus der Ruhr-Universität Bochum, im Cafe Hülsmann und im evangelischen Jugendreferat Herne.

halloherne: Hast Du schon Deine Abschlussnote für den Film?

Merlin Morzeck: Mein Film bekam die Abschlussnote 2,3. Damit bin ich sehr zufrieden, da es einer von zwei Abschlussfilmen ist, welcher in Regelstudienzeit fertig gestellt wurde. Mit mehr Zeit hätte ich sicher eine bessere Note erreichen können, allerdings war es mir wichtig in Regelstudienzeit fertig zu werden.

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YouTuber Paul Cless als Darius. Foto: Patrick Zeller

halloherne: Was sind die nächsten Projekte?

Merlin Morzeck: Das ist eine gute Frage. Ich habe viele Ideen. Das hängt ganz von eventuellen Sponsoren ab. Die Welt, die in 32 erzählt wird, hat genug Potenzial für eine Web-Serie. Vorbild ist da sicherlich Into the Badlands. Außerdem habe ich eine Idee für einen Langfilm, der sich mit Migration und Rassismus in einer Kleingartenanlage beschäftigt. Doch erst einmal bin ich froh 32 abgeschlossen zu haben.

halloherne: Waren auch Promis beteiligt?

Merlin Morzeck: Für mich ist jeder Darsteller ein Promi. Ich hatte ursprünglich den Wanne-Eickeler Peter Nottmeier für die Nebenrolle des Wirtes angefragt, doch der hatte keine Lust.

halloherne: Gab es Feedback von anderen Filmschaffenden?

Merlin Morzeck: Feedback ist immer so eine Sache, da Kollegen natürlich gerne auf hohem Niveau kritisieren. Aber generell scheint der Film vielen zu gefallen. Kleinere Sachen stören mich auch. Aber welche genau bleibt mein Geheimnis.

Bei der Premiere
v.l. Denise Förster, Merlin Morzeck. Foto: Jonas Grote

halloherne: Wer sind deine Vorbilder?

Merlin Morzeck: Alfred Hitchcock ist sicherlich mein größtes Vorbild. Die Art und Weise, wie er Spannung aufbaut ist unerreicht. Mein visueller Stil ist stark von John Carpenter beeinflusst. Als modernes Beispiel darf natürlich David Fincher nicht fehlen.

halloherne: Lieblingsfilm?

Merlin Morzeck: Ganz spontan sind das Big Trouble in Little China, Die Goonies, Fight Club, Zurück in die Zukunft und Mary Poppins.

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