MCG-Wetterrückblick Januar 2018

Regenschirm und Motorradgarage haben schon vor dem Sturmtief 'Friederike' die Flügel gestreckt.
Regenschirm, der im Januar vor dem Sturmtief 'Friederike' die Flügel streckte. Foto: Carola Quickels

Die Mont-Cenis-Gesamtschule (MCG) stellte halloherne wieder ihre Wetterdaten für den Monat Januar 2018 zur Verfügung: So gegensätzlich waren die Witterungsverhältnisse in Herne im Jahresvergleich in einem Januar schon lange nicht mehr. Präsentierte sich der Januar 2017 noch gemäß der Jahreszeit, winterlich kalt, sonnig und windstill, zeigte sich der Januar 2018 überdurchschnittlich warm, bei trüber Bewölkung und stürmischen Windverhältnissen.

Ursächlich für diese gravierenden Unterschiede dürfte die vorherrschende Windrichtung gewesen sein. Im Januar 2017 sorgten an 14 Tagen stabile Hochdruckwetterlagen mit kalten Luftmassen aus östlicher Richtung für das schöne Winterwetter. Im Januar 2018 dominierten hingegen atlantische Tiefausläufer mit starken Winden aus westlicher und nordwestlicher Richtung, die viele Wolken mit Regen nach Herne transportierten. Im vergangenen Jahr bescherte uns der Januar noch 14 Eistage, an denen die Temperaturen ständig unter null Grad verharrten und 23 Frostnächte mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dieses Jahr blieben die Temperaturen den ganzen Januar im positiven Bereich, so dass die Wetterstation der Mont-Cenis-Gesamtschule in Herne-Sodingen keinen Eistag und auch keine Frostnacht ermittelte.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass die monatliche Durchschnittstemperatur mit 5,1°C mit über zwei Grad über dem langjährigen Mittelwert lag und das sowohl bei den Tageshöchsttemperaturen als auch bei den nächtlichen Tiefstwerten. Im Ranking liegen die warmen Januartemperaturen 2018 auf Platz vier innerhalb der vergangenen 29 Jahre. Wind beziehungsweise Sturm war auch noch ein Thema, wobei sich am 18. Januar Sturm Friederike in Herne nicht so stark präsentierte wie vorher befürchtet: Statt der prognostizierten Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis 120 km/h zog ein Sturm über Herne hinweg, der im Maximum eine Stärke von 85 km/h erreichte. Dementsprechend waren die Schäden überschaubar.

Trotzdem war der Januar 2018 ein recht stürmischer Monat, da die vielen Tiefs an sieben Tagen für Windgeschwindigkeiten über 45 km/h sorgten. Diese Windstärke wurde vor einem Jahr nicht einmal erreicht.

Die trübe Witterung des Dezembers setzte sich im Januar fort, auch wenn die Sonne 26 Stunden lang schien und damit den absoluten Negativrekord des Vormonats um zwanzig Stunden übertraf. Die absolute Sonnenscheindauer lag damit immer noch über 50 Prozent unter dem Durchschnittswert der vergangenen 28 Jahre. Auch hier bietet sich wieder ein direkter Vergleich an: im Januar 2017 schien die Sonne mit 74 Stunden fast dreimal so lang wie im Januar 2018. Lediglich die monatliche Regenmenge entsprach mit 75 l/m² den durchschnittlichen Werten.

Die wesentlichen Januar-Wetterdaten im Überblick, in Klammern stehen die Vergleichswerte der vergangenen 28 Jahre:

Durchschnittliche Monatstemperatur: 5,1 °C (2,9 °C)

Durchschnittliche Tageshöchsttemperatur: 7,2 °C (4,7 °C)

Durchschnittliche nächtliche Tiefsttemperatur: 3,1 °C (1,1 °C)

Maximale Tageshöchsttemperatur: 13,3 °C, gemessen am 24. Januar um 14.30 Uhr.

Minimale nächtliche Tiefsttemperatur: 0,2 °C, gemessen am 17. Januar um 4.00 Uhr.

Anzahl der Frosttage: 0 Tage (11,4 Tage); Monatliche Niederschlagsmenge: 75 mm (81,3 mm); Summe der Niederschlagstage: 16 Tage (13,3 Tage); Monatliche Sonnenscheindauer: 26 Stunden (55,1 Stunden); Tage mit Windstärken > 45km/h: 7 Tage (3,7 Tage)

Die Wetterstation wurde Mitte Februar 2011 auf dem Dach der MCG installiert. Die von ihr ermittelten Daten werden zunächst von Schülern der MCG durch einen Vergleich mit den Durchschnittswerten der Jahre 1990-2016, ermittelt vom Wetteramt in Essen ausgewertet. Den endgültigen Bericht schreibt ihr Lehrer Joachim Lilei. Tagesaktuelle Werte, welche die Wetterstation alle 30 Minuten erfasst, sind einsehbar auf der Homepage der Mont-Cenis-Gesamtschule Herne.

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