Laut-und-Leise-Gottesdienst

Laut- und Leisegottesdienst in der Kreuzkirche.
Laut- und Leisegottesdienst in der Kreuzkirche. Foto: Gemeinde Kreuzkirche

Mit dem Förderwettbewerb chrismon Gemeinde sucht das Magazin chrismon 2019 zum fünften Mal spannende und kreative Projekte von Kirchengemeinden. Ob Kirchenrenovierung, Gemeinde- und Sozialarbeit für Jung und Alt, Unterstützung von Flüchtlingen oder regionale Kulturprojekte – in diesem Jahr sind 25.000 Euro an Preisgeldern in der Verteilung. Die chrismon Gemeinde 2019 ist eine Publikumswahl. Das heißt, dass die Abstimmenden die Möglichkeit haben, drei Auszeichnungen direkt zu vergeben. Die drei Kirchengemeinden mit den meisten Stimmen erhalten Publikumspreise zwischen 500 und 2.000 Euro.

Zusätzlich vergibt die Jury unter allen teilnehmenden Kirchengemeinden sieben Kategorienpreise in Höhe von je 1.000 Euro. Die Gewinner der Jurypreise werden Mitte Mai 2019 bekanntgegeben! Die Evangelische Kreuz-Kirchengemeinde Herne beteiligt sich mit dem neuen Laut-und-Leise-Gottesdienst für hörende und Gehörlose an diesem Wettweberb und bittet um Unterstützung und möglichst TÄGLICHE WAHL (ist einmal täglich möglich!) dieses neuen und innovativen Gottesdienstformates. Diese ist ab Dienstag, 12. März, bis Donnerstag, 4. April 2019 möglich. Tägliche Abstimmung und weitere Infos zum Konzept gibt es auf der Homepage der Kreuzkirche.

Die Evangelische Kreuz-Kirchengemeinde hat ein neues Gottesdienstformat entwickelt - für Familien und Erwachsene, unabhängig davon, ob jemand hörend, schwerhörig oder gehörlos ist. So können Familien gemeinsam die Kirche besuchen, auch wenn ein Familienmitglied nur eingeschränkt oder gar nicht hören kann. Das ist besonders, denn die meisten Gottesdienste sind entweder in Lautsprache oder ausschließlich in Gebärdensprache. Der Laut-und-Leise-Gottesdienst möchte beides mit einbeziehen.

Außerdem gehört es zum Konzept, dass der Gottesdienst in einem Team von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern vorbereitet wird. Diesem Team war es von Anfang an sehr wichtig, dass nicht nur alle gesprochenen Texte in Gebärdensprache übersetzt werden, sondern dass die gesamte Gestaltung in ausgeglichener Weise von Hörenden und Gehörlosen übernommen wird. Für die Vorbereitung bedeutet dies, dass vieles doppelt bedacht werden muss. Es müssen Gebärdenlieder ausgesucht werden, genauso wie die Lieder, die von einer Band gespielt werden. Texte werden durch Filme, die extra dafür hergestellt werden, visuell erfahrbar gemacht sowie durch Bilder, die von Schülerinnen und Schülern gemalt werden, durch Pantomimen oder durch Tanzelemente (ganz ohne Musik). Und während des Gottesdienstes findet für die kleineren Kinder eine Kinderbetreuung statt.

Dieser Gottesdienst ist gelebte Inklusion, weil nicht versucht wird, einen lautsprachlichen Gottesdienst für gehörlose Menschen verstehbar zu machen. Auch soll nicht im Vordergrund stehen, Gebärdensprache in Lautsprache zu übersetzen. Beide Sprachen stehen für sich und sollen die frohe Botschaft zu den Menschen bringen und Gottes Barmherzigkeit verkündigen. Das geht über so viel mehr als die Stimme oder die Hände.

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