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Noch liegt es verträumt da, das Schollbrockhaus im Strünkeder Park. Das ändert sich aber am 2. Wochenende im Juni 2026.

Dreitägiges Sommerfest an und in der alten Kornmühle

Kunst & Kultur im Schlosspark

Malerei, Musik, Lesungen – Kultur satt: Beim Sommerfest in und an der ehemaligen Kornmühle im Park von Schloss Strünkede kommen Liebhaber unterschiedlichster Kunstrichtungen am zweiten Juniwochenende 2026 voll auf ihre Kosten. An drei Tagen erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm aus Kunst, Livemusik und Literatur.

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Vom 12. bis 14. Juni 2026 präsentiert der Unser-Fritz-Künstler Jörg Lippmeyer gemeinsam mit befreundeten Künstlern ein vielfältiges Kulturangebot. Malerei, musikalische Darbietungen und Lesungen schaffen dabei eine besondere Atmosphäre inmitten der historischen Kulisse der ehemaligen Kornmühle.

Das Fachwerkhaus, das am Rand des weitläufigen Schlossparks im Schatten mächtiger Bäume liegt, beheimatete dereinst die Kornmühle des Schlosses und ist Teil des gesamten Schlossensembles, das in früheren Zeiten der Familie Jobst von Strünkede gehörte.

Jörg Lippmeyer

Jörg Lippmeyer bei der Retrospektive zu seinem 70. Geburtstag in der Künstlerzechen Unser Fritz.

Bei einem Spaziergang durch den Park entdeckte Jörg Lippmeyer – vielen besser bekannt als „der bunte Mann aus Unser Fritz“ – das Gebäude mit seinen geschlossenen braunen Fensterläden. Auf Anhieb war er fasziniert von dem charmanten, wenn auch leicht maroden Fachwerkhaus, und ihm schoss der Gedanke durch den Kopf: „Zapperlot, du liegst ja charmant hier rum, bist zwar etwas marode, hast aber Atmosphäre – dich möchte ich gerne wachküssen.“

Dabei erinnerte er sich an seine Veranstaltungsreihe „Schuld war nur der Bossa Nova“, die er bis 2013 in Wanne-Eickel – ebenfalls mit Musik, Malerei und Lesungen – ins Leben gerufen hatte.

Bei näherer Recherche stellte sich jedoch heraus, dass das „kleine Hexenhäuschen“ nicht mehr wachgeküsst werden muss: Denn es beherbergt den Kunstverein Schollbrockhaus und dient als lebendiger Ort für vielfältige kulturelle Veranstaltungen.

Ein Sommerfest mit Künstlerfreunden

Ursula Herrmann reist aus Hamburg an.

So nun auch am Freitag, Samstag und Sonntag, 12., 13. und 14. Juni 2026, wenn das große Sommerfest der Kunst und Kultur rund ums Schollbrockhaus stattfindet. Dazu hat Lippmeyer zahlreiche kulturschaffende Freunde eingeladen. Freunde, die ihre Wurzeln allesamt in Wanne-Eickel/Herne haben. Viele von ihnen leben und arbeiten heute in Städten wie Hamburg, Düsseldorf oder Bochum, kehren jedoch für dieses besondere Ereignis an ihren Ursprung zurück.

Mit ihren Werken gestalten Ursula Herrmann, Wolfgang Hülk und Jörg Lippmeyer die Ausstellungsräume. Ursula Herrmann reist aus Hamburg an und präsentiert unter anderem ihre „Wuff und Wau“-Edition sowie großformatige, farbenfrohe Werke, in denen sie beispielsweise geschredderte Akten verarbeitet.

Wolfgang Hülk reist zum Kulturfest aus Düsseldorf an.

Die Arbeiten von Wolfgang Hülk zeigen Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien, die der heute in Düsseldorf lebende und arbeitende Fotograf lustig, fidel, aber vor allem digital bearbeitet hat. Mit viel Fantasie, Humor und einem feinen Gespür für ungewöhnliche Bildwelten werden die Motive geschüttelt, gerührt und kreativ verfremdet. So werden sie zu neuen, überraschenden Kompositionen weiterentwickelt.

Jörg Lippmeyer selbst, der weiterhin in Wanne-Eickel lebt und arbeitet, wird seinem Beinamen „der bunte Mann“ gerecht und präsentiert sich und seine Werke auch bei diesem Fest äußerst farbenfroh. Da sich Lippmeyer nicht nur als Künstler, sondern auch als engagierter Hüter beinahe vergessener Begriffe einen Namen gemachthat, liest er am Sonntag aus seinem Buch „Rettet die schönen Wörter“ und lädt sein Publikum zu einer unterhaltsamen Reise durch die Welt sprachlicher Schätze ein, die allmählich aus dem Alltag zu verschwinden drohen.

... dazu noch viele Musikerfreunde

Norbert Müller.

Für die musikalische Begleitung des Festes sorgt unter anderem Norbert Müller. Der Gitarrist, das Urgestein der Wanner Rockszene, beherrscht sein Instrument gar meisterhaft und steht seit Jahrzehnten für ehrliche und handgemachte Musik – mit Leidenschaft und Qualität. Gemeinsam mit seinen musikalischen Freunden wie der Bluesstimme aus Wanne-Eickel, Katja Seidich, André Ahuja am Bass und dem Keyboarder Klaus Grafe verspricht die Truppe einen besonderen Auftritt.

Koltermann

Ein weiteres Urgestein der Wanner Musikszene ist der vielfach ausgezeichnete Bassklarinettisten, Saxophonisten und Komponisten Eckard Koltermann. Koltermann eröffnet das Festival am 12. Juni 2026 während der Vernissage gemeinsam mit dem Gitarristen Norbert Müller.

Am dritten Veranstaltungstag gestaltet er mit seinem „Koltermann Trio“ den musikalischen Teil des Sonntagnachmittags. Mit dabei sind der belgische Multiinstrumentalist Serge Corteyn, der als Songwriter, Produzent und Komponist für Theater, Tanz und Performance arbeitet, sowie der Kontrabassist Markus Conrads, der hierfür eine Pause von seiner Stammband „Wildes Holz“ einlegt. Zusammen steht das Trio für musikalische Qualität, Spielfreude und stilistische Vielfalt.

Ach soooo, es wird auch gelesen

Peter 'Zonte' Zontkowski, Musiker, Autor und Radiomann, bei einer Lesung.

Der Autor, Radiomacher und Musiker Peter Zontkowski, vielen eher bekannt als „Zonte“, liest aus seinem Buch „Time Out" Episoden aus seinem Leben. Seine Lesungen trägt er mit großer Leichtigkeit vor – oft begleitet von einem Schmunzeln im Publikum. Gerade ältere Zuhörer erkennen sich in vielen Episoden wieder, nicken zustimmend und fühlen sich für einen Moment in ihre eigene Jugend zurückversetzt: „Kenn ich – war bei uns auch so.“ Dabei wird er immer wieder zur Gitarre greifen und seine Lesung musikalisch begleiten.

Aber: Zonte steht am Samstag auch als Singer-Songwriter auf der Bühne.

Volker Eichener liest aus seinem Buch: 'They rocked the City'.

Außerdem wird das literarische Programm durch den Wanne-Eickeler Volker Eichener bereichert, der aus seinem 2023 erschienenen Buch „They Rocked The City“ liest, das sich mit der Geschichte der Rockmusik und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er-Jahre beschäftigt. Als Politikwissenschaftler beleuchtet Eichener darin die gesellschaftlichen Zusammenhänge. So zeigt er etwa, wie die Rockbewegung zum Soundtrack einer aufbegehrenden Generation wurde – insbesondere die der 68er-Bewegung.

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... und dann gibt es noch

Neben der geballten Ladung an Musik, Kultur, Kunst und Ausstellung bietet das Fest einen opulenten Büchertisch mit kleinen und feinen Geschichten. Die sind nicht nur ernsthaft, sondern es finden sich auch jede Menge Dinge zum Schmunzeln, ganz so, wie der bunte Mann aus Unser Fritz sie gerne mag.

Vergangene Termine (3) anzeigen...
  • Freitag, 12. Juni 2026, um 16 Uhr
  • Samstag, 13. Juni 2026, um 16 Uhr
  • Sonntag, 14. Juni 2026, um 12:30 Uhr
Samstag, 6. Juni 2026 | Autor: Carola Quickels