Islamische Gemeinde im Heimatmuseum

Beim Besuch im Heimatmuseum.Foto: Islamische GemeindeSchreiben auf der Tafel.

„Genau richtig habt ihr Platz genommen, Jungs neben den Fenstern und Mädchen links daneben“, sagte Florian Hink vom Heimatmuseum Unser Fritz, als 30 Besucher aus der islamischen Gemeinde Röhlinghausen am Samstag (11.11.2017)  in der  alten Schulklasse im Heimatmuseum Unser Fritz Platz nahmen. „Weil die Fenster damals nicht unbedingt wind- und kältedicht waren, saßen die Jungs immer neben dem Fenster. So  wurden die Mädchen vor der Kälte geschützt“, erklärte Hink weiter. 

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Beim Besuch im Heimatmuseum.Foto: Islamische GemeindeIn der Telefonzelle im Heimatmuseum.

Die Besucher waren sehr interessiert daran, wie in Deutschland vor 100 Jahren gelebt und gearbeitet wurde. Der Bergbau, die ersten Haushaltsgeräte, wie die Miele Waschmaschine, oder das Telefon mit Wählscheibe, hat nicht nur die kleinen Besucher erstaunen lassen. Die nationalsozialistische Vergangenheit war für einige Besucher keineswegs nur Vergangenheit. Die zerstörten Städte, Armut und Hunger, Aussichtlosigkeit und die Propaganda-Maschinerie, die die Bevölkerung in den Irrsinn leitete, das läuft in Syrien oder anderswo in der Welt weiter. „Wir haben viel über die deutsche Vergangenheit gelernt und waren positiv überrascht, als wir hörten, was die deutsche Bevölkerung alles erlebt hat und wie sie den Wiederaufbau geschafft hat. Das hat uns Hoffnung gegeben.“ Dass es sich gelohnt hat, an der Führung teilzunehmen, davon waren sich die neu Zugezogenen, wie zum Beispiel die frisch verheirateten Jamil Hamisch und Aya Alawad, sowie Mohamad Kassarin mit seinen Söhnen Omar und Abdurrahman, einig.

Beim Besuch im Heimatmuseum.Foto: Islamische GemeindeVor dem Heimatmuseum.

Cansu Aydin: „Das Museum hat ein Klassenzimmer eingerichtet, das den Klassenzimmern vor 100 Jahren entspricht. Weil Papier zu teuer war, lernten die Kinder auf Schiefertafeln das Schreiben. Die wurden mit sogenannten Griffeln beschrieben. In dieser Zeit war es noch erlaubt, die Kinder zu prügeln und auf eine so genannte Strafbank zu setzen. Das Klassenzimmer ist aber nur einer von vielen Räumen, die das frühere Leben wiedergeben. Zusätzlich gibt es auch einen Raum, der mit Hitler zu tun hat. Hier werden die Gründe für den 2.Weltkrieg und die Judenfeindlichkeit bildlich dargestellt. Straßenschilder mit dem Straßennamen (zum Beispiel Adolf-Hitler-Straße) sind auch hier zu sehen. Das Leben der Bergarbeiter wurde in einem anderen Raum dargestellt. Bergbau war schließlich das, was das Ruhrgebiet ausmachte." Der Ausflug fand im KOMM AN NRW Projekt statt und wurde von der stellvertretenden Leiterin des Emschertal-Museums,  Kirsten Katharina Büttner, mitorganisiert.

Wittekindshof KIZ
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14. November 2017, 11:40 Uhr