Ich verlasse meine Polizei

Polizeipräsidentin Wittmeier verabschiedet sich

Kerstin Wittmeier.
Kerstin Wittmeier. Foto: Patrick Mammen

Kerstin Wittmeier ist ab Mittwoch, 1. Mai 2019, nicht mehr Polizeipräsidentin von Bochum, Herne und Witten. Die 54-Jährige wechselt zur Stadt Duisburg und wird dort Personal-Dezernentin. Die Sozial-Wissenschaftlerin war seit Ende 2015 die Chefin der Bochumer Polizeibehörde (halloherne berichtete). „Dieser Wechsel liegt mir am meisten im Magen. Es ist ein Wechsel in den kommunalen Bereich und nicht nur damit verbunden, dass ich meine Polizei verlasse - sondern es ist auch ein Wechsel des Dienstherren. Wenn ich sage meine Polizei, dann ist es auch so. Ich habe in meinem beruflichen Leben fast ausschließlich bei der Polizei gearbeitet. Entweder direkt in Polizeibehörden - oder in der Polizei nahen Bereichen", sagte die zukünftige Ex-Präsidentin beim Pressegespräch am Mittwoch (24.4.2019).

Kerstin Wittmeier.
Kerstin Wittmeier. Foto: Patrick Mammen

Wittmeier nutzte die Gelegenheit um auf ihre Amtszeit zurück zu blicken. „Mein Lieblingsthema ist die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs. Damit bin ich hier gestartet. Gerade in Herne gab es durch die Einbrüche eine sehr hohe Belastung - bundesweit sogar Nummer 1, was die Belastungszahl angeht. Mittlerweile haben wir in den drei Städten einen Rückgang von 60 Prozent. Wir haben das erreicht, indem wir zielgerichtet in die belasteten Bereiche hinein gegangen sind. Wir sind sehr stark im Bereich Öffentlichkeitsarbeit aktiv gewesen." Warum sie - trotz ihrer Begeisterung für die Polizei - den Job wechselt, erklärte sie so: „Manchmal wird einem eine Tür geöffnet und man weiß, die wird einem nur einmal geöffnet. Es ist nicht so, dass ich mir einen neuen Job suchen wollte. Ich bin gefragt worden, ob ich mir vorstellen könne nach Duisburg zu wechseln. Der Personalbereich ist der einzige, bei dem ich wusste, wenn ich da mal gefragt werden würde, würde ich ins Wanken kommen."

Kerstin Wittmeier.
Kerstin Wittmeier. Foto: Patrick Mammen

Kerstin Wittmeier wird sich im neuen Job in eine neue Hierarchie einordnen müssen. In Bochum hatte sie das letzte Wort in ihrer Behörde. In Duisburg hat das letzte Wort der Oberbürgermeister. „Damit habe ich kein Problem, denn wer mich kennt weiß, dass ich ein Team-Player bin." Die Polizeipräsidentin hatte immer den Kontakt zu den Beamten gesucht. „Ich bin mit jedem Bezirksdienst-Beamten durch seinen Bezirk gegangen. In Herne und Witten habe ich das komplett geschafft, nur in Bochum nicht. Dabei habe ich nicht nur tolle Polizisten - sondern auch Bürger kennengelernt."

Unter ihrer Leitung hat sich die Polizei Bochum auch den Sozialen-Medien geöffnet. Mittlerweile betreibt die Behörde einen facebook- und einen Twitter-Account. „Ich musste Überzeugungsarbeit leisten. Warum sollte das, was in anderen Behörden klappt, nicht auch hier klappen? - Inzwischen können wir uns das gar nicht anders vorstellen - Social-Media ist ein fester Bestandteil unserer Arbeit." Gründe für die Entscheidung seien die Geschwindigkeit Nachrichten verbreiten zu können - und Fake-News klarstellen zu können. „Ich selber bin nicht auf facebook, weiß aber, dass man als Behörde ohne Nutzung der Neuen Medien schlecht aufgestellt ist. Man denke nur an die Fahndungs-Erfolge, die wir durch facebook - und die Hilfe der User - erzielt haben."

Polizeipräsidium Bochum.
Polizeipräsidium Bochum - bald ohne Kerstin Wittmeier. Foto: Patrick Mammen

Auf alle Fälle wird Wittmeier, die seit Jahren in Duisburg wohnt, die Polizei Bochum wieder besuchen kommen, spätesten zum Tag der offenen Tür (halloherne berichtete) am Samstag, 15. Juni 2019. „Die erste Ausgabe war eine super Veranstaltung. Es ist eine Menge Geld für den guten Zweck zusammengekommen." Kerstin Wittmeier freut sich darüber, dass viele Kollegen zu ihr gesagt haben: „Wenn es in Duisburg nicht klappt - dann komm doch einfach zurück." Wer Wittmeiers Nachfolger wird steht noch nicht fest.

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