Leserbrief von Daniel Kleibömer zum Schwerpunkteinsatz der Polizei
'Großkontrolle? Großes Theater!'
Leser Daniel Kleibömer hat am Freitag (24.4.2026) nach dem Schwerpunkteinsatz von Polizei, Bundespolizei Dortmund, KOD Herne sowie der DB Sicherheit und den Verkehrsunternehmen HCR und Bogestra am Mittwoch (22.4.2026) einen Leserbrief an halloherne geschickt, den wir hiermit veröffentlichen.
So heißt es von Kleibömer: „Man muss der Polizei wirklich gratulieren: Ein ganzer Schwerpunkteinsatz, mehrere Behörden, uniformiert und zivil, sieben Stunden lang – und am Ende wurden sage und schreibe 74 Schwarzfahrer überführt. Wenn das kein kriminalistischer Durchbruch ist, was dann. Es wirkt fast, als hätte man in Wanne‑Eickel die organisierte Kriminalität besiegt, die Steuerhinterziehung gelöst und sämtliche Gewaltdelikte ausgerottet – denn sonst würde man ja kaum ein derart beeindruckendes Aufgebot losschicken, um Menschen ohne gültiges Ticket zu jagen. Ein Einsatz, der an Personalstärke vermutlich an einen mittelgroßen G20‑Gipfel erinnert, aber inhaltlich eher an eine Kontrolle im Freibad.“
'SEK-Einsatz gegen Falschparker?'
Weiter schreibt er: „140 kontrollierte Personen, 20 Fahrzeuge, 78 Anzeigen – und davon 74 für das Vergehen, das in vielen Städten längst als soziales Symptom verstanden wird. Aber gut, man kann natürlich auch weiter die Illusion pflegen, dass Schwarzfahren eine Art Einstiegsdroge in die Schwerstkriminalität sei. Vielleicht folgt demnächst ein SEK‑Einsatz gegen Falschparker oder eine Hundertschaft zur Bekämpfung von Kaugummi unter Parkbänken.“
Abschließend heißt es im Leserbrief, den er mit „ironischen Grüßen“ abgesendet hat: „Währenddessen bleiben die Probleme, die Bürgerinnen und Bürger tatsächlich beschäftigen, unangetastet. Aber Hauptsache, man kann am Ende des Tages stolz verkünden, wie viele Menschen man wegen eines fehlenden Tickets kriminalisiert hat. Das Sicherheitsgefühl wird dadurch sicher enorm steigen – zumindest bei denen, die ohnehin nie Bus fahren. Wenn das die angekündigte 'Schwerpunktarbeit' für die Zukunft ist, dann sollten wir uns warm anziehen. Oder besser: ein gültiges Ticket kaufen. Nicht, dass beim nächsten Großeinsatz wieder jemand ohne Fahrschein erwischt wird – das wäre ja wirklich ein Skandal.“