Jugendliche setzen sich in Belgien mit NS-Verbrechen auseinander
Gedenkstättenfahrt: '(Nicht) meine Geschichte?'
An der mehrtägigen Gedenkstättenfahrt „(Nicht) meine Geschichte?“, durchgeführt von der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen, nahmen insgesamt 26 Jugendliche mit internationaler Familiengeschichte teil. Zentrale Stationen der Fahrt waren die Gedenkstätten Kazerne Dossin in Mechelen und Fort Breendonk.
In Mechelen setzten sich die Teilnehmenden mit der Organisation der Deportationen auseinander, bei denen über 25.000 jüdische Menschen und Roma aus Belgien in Vernichtungslager verschleppt wurden. Anhand von Biografien und historischen Dokumenten wurde deutlich, wie systematisch Entrechtung, Registrierung und Deportation umgesetzt wurden.
Ehemaliges SS-Lager
Im ehemaligen SS-Lager Fort Breendonk stand anschließend das konkrete Gewalt- und Haftsystem des NS-Regimes im Fokus. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in die Bedingungen politischer Gefangener und Widerstandskämpfer und diskutierten die Rolle von Terror und Repression innerhalb der Besatzungsherrschaft.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Bedeutung diese Geschichte für junge Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen heute hat. Gespräche, Reflexionsrunden sowie die Einbindung von Zeitzeugen ermöglichten einen persönlichen Zugang zur Geschichte.