Gedenken an die Pogromnacht

Bei der Gedenkfeier an der Langekampstraße.Foto: Robert FreiseFrank Dudda an der Langekampstraße.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda lud am Donnerstag (9.11.2017) an die Langekampstraße 48 zur Gedenkfeier an die Pogromnacht von 1938 ein. Am 9. November wurden damals Synagogen und jüdische Geschäfte von den Nazis abgebrannt und zerstört, es gab Ausschreitungen gegen jüdische Bürger. Aus diesem Grund wird in Herne in jedem Jahr der Nacht gedacht. Seit 2013 befindet sich an der Langekampstraße, dem Standort der ehemaligen Synagoge in Wanne-Eickel, eine Gedenktafel. Unter den Gästen der Feier war auch Rosemarie Tetzner, die als 13-Jährige den Brand der Synagoge miterlebt hat.

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Bei der Gedenkfeier an der Langekampstraße.Foto: Robert FreiseRosemarie Tetzner (l.).

Frank Dudda in seiner Rede: "Wir gedenken der Opfer und wollen damit gleichzeitig ein Zeichen setzen: Ein Zeichen gegen Fremdenhass und Faschismus, gegen Zerstörung und Gewalt." Die Gedenkfeier wurde mit musikalischen Beiträgen von Gregor Beckemeier und Salima Boybauan von der Gesamtschule Wanne-Eickel begleitet.

Gedenkfeier am Shoah-Denkmal.Foto: Robert FreiseUlrich Kind, Projektleiter Kohlengräberland.
Zur Fotostrecke: Pogromnacht-Gedenken 2017

Zuvor wurde um 10 Uhr an die Opfer des Nationalsozialismus am Shoah-Denkmal auf dem Willi-Pohlmann-Platz am Kulturzentrum bei der Gedenkveranstaltung mit dem Titel Mein Licht gegen das Vergessen erinnert. Die Erich-Fried-Gesamschule gedachte gemeinsam mit der DGB-Geschichtswerkstatt Herne, dem Unterrichtsfach Kohlengräberland, dem Schulprojekt Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus und der DGB-Jugend der NS-Opfer. "Die mehr als 400 jüdischen Herner, die über 1.700 ausländischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, zahlreiche politische Gegner, Sinti und Roma, und Widerstandskämpfer, aber auch 1.500 Bombenopfer des von den Nazis entfachten Weltkrieges dürfen nicht vergessen werden", so das Anliegen der Veranstalter. Anschließend ging es in einem Schweigemarsch am Rathausplatz vorbei über die Freiligrathstraße zum Mahnmal an der Bebelstraße. Hier sprach Norbert Arndt, von der Gewerkschaft ver.di und mahnte die Anwesenden darauf zu achten, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht wieder in der Gesellschaft akzeptiert werden dürfe. Die Schüler legten zum Ende der Veranstaltung Rosen auf die Gedenksteine nieder.

Bei der Gedenkfeier an der Bebelstraße.Foto: Robert FreiseSchüler legen Rosen nieder.
EVK
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09. November 2017, 11:52 Uhr