Gabriel: "Lehrreich und spannend"

Sigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.Foto: Stefan KuhnMichelle Müntefering,Sigmar Gabriel.
Sigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.Foto: Stefan KuhnSigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.

Der Bundesaußenminister Sigmar Gabriel besuchte am Dienstag (8.8.2017) auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering die Cranger Kirmes. Nach 2014 war es der zweite Besuch Gabriel in Crange. Müntefering: "Sigmar Gabriel ist ein Freund der Cranger Kirmes. Er kennt die Schausteller und ihre Belange - deswegen freue ich ich besonders auf die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Gespräch."

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Sigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.Foto: Stefan KuhnEin Schnäpsken und eine Pläuschken.

Und die Gelegenheit dazu gab es reichlich. Der Rundgang startete mit einem Empfang an der Kirmeswache. Hier informierte sich Gabriel bei dem Leiter der Polizeidirektion Herne, Frank Nows, über den bisherigen Verlauf des Rummels. Dann setzte sich der Tross mit den Jusos zur Alten Drogerie Meinken in Bewegung und Gabriel bekam eine kleine Lehrstunde in Bezug auf die Geschichte der Drogerie. Auf Grund eines einsetzenden Platzregens enschied sich Gabriel spontan hier zu bleiben und den Regen abzuwarten. Er nutzte die Zeit, um mit einer langjährigen Kirmesbesucherin zu plauschen, natürlich bei einem kleinen Schnäpsken, dem Mond von Wanne-Eickel. Auf dem Weg zum Treffen mit den Schaustellern, legte er einen kurzen Stopp bei Manfred Howey und seinem Happy Sailor ein.

Sigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.Foto: Stefan KuhnSigmar Gabriel mit Manfres Howey am Happy Sailor.

Im Gespräch mit den Schaustellern diskutierte er über deren Sorgen und Nöte. Angefangen bei dem Thema Bildung für Schaustellerkinder und der Frage nach einer möglichen Förderung über den Bund. Weiter ging es mit dem Thema Feinstaubbelastung und Dieselfahrverbot. Schaustellerpräsident Albert Ritter fordert dazu Ausnahmgenehmigungen, damit die Schausteller auch in Zukunft mit ihren riesigen Sattelschleppern zu den Plätzen fahren können, die in der Umweltzone liegen. Gabriel selber hält nichts von der gesamten Dieselhysterie und sieht hier die Automobilindustrie in der Pflicht. Seine Meinung: "Fahrverbote sind eine kalte Enteignug."

Sigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.Foto: Stefan KuhnSigmar Gabriel im Gespräch mit den Schaustellern.

Ein weiteres Thema an diesem Abend: Bargeld ist Freiheit. Hier hatten die Schausteller ebenfalls klare Vorstellungen und forderten: Keine Abschaffung des Bargelds. Sigmar Gabriel dazu: "Ich kenne niemanden in der Politik, der das ernsthaft betreibt. Das ist Unfug."

Weitere Forderung waren unter anderem der Schutz der Kirmes als Kulturgut und die Entlastung von Kleingewerbe und Mittelstand, um investieren zu können. Als Beispiel nannte Ritter die Wildwasserbahn, die jetzt nur noch stationär in einem Freizeitpark betrieben wird. Sie musste immer mit 74 Sattelzügen auf die Reise zu den Jahrmärkten geschickt werden und das war insgesamt zu teuer (Aufbau und Transport).

Sigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.Foto: Stefan KuhnSigmar Gabriel auf der Cranger Kirmes.

Aber auch die Frage nach der Sicherheit treibt die Schausteller um. Albert Ritter: "Die Produktion von Sicherheit ist ein hoheitliche Aufgabe. Betonklötze werden aktuell von uns Schaustellern bezahlt. Das sind zusätzliche Kosten von rund 16 Millionen Euro im Jahr - bundesweit, nicht nur in Crange." Bei der finanziellen Belastung durch Sicherheitsauflagen fühlen sich die Schausteller allein gelassen und bleiben auf den Kosten für den technischen Schutz sitzen.

Für Sigmar Gabriel ging es nach einem einstündigen und intensiven Gespräch mit den Schaustellern weiter, über Köln mit dem Flieger nach Ugande und Südsudan. Gabriel: "Es war sehr spannend und lehrreich, den praktischen Problemen der Schausteller zuzuhören."

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Text: Stefan Kuhn / Carola Quickels 10. August 2017, 09:03 Uhr