„Fix & Foxi“ in Oberhausen

Fix und Foxi in der Galerie Ludwig in Oberhausen.Foto: Sammlung Dr. Stefan Piëch Fix und Foxi in der Galerie Ludwig in Oberhausen.

Oberhausen: In der Oberhausener Ludwig-Galerie, die in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiert, ist noch bis Sonntag, 9. September 2018, eine Ausstellung zu sehen, die die ganze Familie begeistern wird: Fix und Fox und viele andere Figuren des deutschen Walt Disney, Rolf Kauka, feiern fröhliche Wiederauferstehung. Dabei begann im Oktober 1953 alles mit dem Lügenbaron Münchhausen. Das deutsche Pendant zu Micky Maus trat seinen Weg anfänglich unter dem Titel Till Eulenspiegel an. Als rasch zwei junge Füchse namens Fix & Foxi, zunächst noch als Nebenfiguren, auftauchen, werden sie sofort zu Publikumslieblingen und erhalten bald ein eigenes Magazin.

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Die heute längst zum Kult gewordenen Fuchszwillinge in Latzhosen tummeln sich in einem idyllischen Kleinstädtchen namens Fuxholzen, heile Welt der Adenauer-Ära. Ihnen stellt Rolf Kauka zumeist liebenswerte Figuren an die Seite, so Onkel Fax, Oma Eusebia, der erfinderische Rabe Knox und das gewitzte Lupinchen. Zum heimlichen Star der Geschichten avanciert jedoch der so verfressene wie faule Wolf Lupo – eine deutliche Gegenfigur zum Nachkriegs-Arbeits-Ethos der Wirtschaftswunder-Zeit.

Rolf Kauka hat ein ganzes Imperium mit eigenen Figuren erschaffen, von denen einige bis heute aktuell sind. Sie wurden über die Jahrzehnte modifiziert und immer wieder an den Zeitgeschmack angepasst, was in der Ausstellung auf allen Etagen des Oberhausener Schlosses anschaulich nachvollzogen werden kann. Wie sein großes Vorbild Walt Disney zeichnet Kauka seine Figuren nicht selbst, sondern beschäftigt eine ganze Gruppe von Zeichnern. Ab den 1960er Jahren erweitern Lizenz-Serien wie Gaston, Astérix, die Schlümpfe, Lucky Luke, Spirou und Fantasio die Kauka-Welt in den Fix & Foxi-Heften. Sie machen die heute zu Comic-Klassikern gewordenen Geschichten dem deutschen Publikum erst zugänglich.

Zum großen Kosmos von Rolf Kauka (1917–2000) gehören auch Bussi Bär für Vorschulkinder und die Action Reihe Capitan Terror. Sie leben in der Oberhausener Ausstellung in originalen Zeichnungen, Entwürfen, Dokumenten, zeitgenössischen Heften und kurzen Videos auf. Viele der Besonderheiten und Erfolgsmerkmale der Hefte lassen sich entdecken, wie die bunten Mitmach-Seiten, Super-Sommer-Sonderhefte, kleine Spielzeugzugaben und andere Gimmicks. Mit über 200 originalen Zeichnungen ist es die umfangreichste bisher gezeigte Ausstellung zum großen Rolf Kauka-Universum mit zahlreichen Neuentdeckungen aus dem in Wien beheimateten Nachlass.

Öffentliche Führungen beginnen jeden Sonn- und Feiertag um 11.30 Uhr, Kuratorinnenführungen mit Linda Schmitz M.A. Am 8. Juli, 5. und 26. August sowie am 9. September 2018 jeweils sonntags um 15 Uhr. Der Ausstellungskatalog kostet 29,80 Euro. Nähere Informationen zum umfangreichen museumspädagogischen Angebot und zum Programm für die ganze Familie gibt es auf der Galerie-Homepage.

Im „Kleinen Schloss“ vis-a-vis sind noch bis zum 9. September 2018 Comics und Cartoons von Kumpel Anton über Jamiri bis Walter Moers zu sehen im Rahmen des Ausstellungsprojektes Kunst & Kohle. Ludwig-Galerie Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, geöffnet Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr, Eintritt acht, ermäßigt vier Euro, Familien (zwei Erwachsene + Kinder) 12 Euro, Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen 13 Euro.

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Text: Pitt Herrmann 12. Juni 2018, 09:43 Uhr