Erlhöfer zur Tarifbindung

Dirk W. Erlhöfer.
Dirk W. Erlhöfer. Foto: Monika Lawrenz, Thomas Stelzmann

Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, kritisiert die Vorschläge von DGB und Bündnis 90/Grüne zur Stärkung der Tarifautonomie. Diese hatten gefordert, das Verfahren zur Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen sowie die gesetzliche Nachbindung und Nachwirkung von Tarifverträgen zu verschärfen. Dazu Erlhöfer: „Tarifautonomie lässt sich nicht verordnen, sondern ist das Ergebnis von freiwilliger Bindung auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Zur Tarifautonomie gehört auch die negative Koalitionsfreiheit, also das Recht, der Gewerkschaft beziehungsweise dem Arbeitgeberverband fernzubleiben. Deshalb muss sich die Marke Flächentarifvertrag am Markt bewähren. Das geht nur über für beide Seiten attraktive Inhalte, die künftig womöglich modular wählbar sein sollten. Wenn weiterhin Höchst- statt Mindestarbeitsbedingungen aufgeschrieben und zudem die Betriebe mit zu komplexen und unhandlichen Bestimmungen belastet werden, darf sich niemand wundern, wenn die Tarifbindung zurückgeht. Inhaltsreform statt Verfahrensreform, das heißt die Sozialpartner selbst und nicht der Gesetzgeber müssen dafür sorgen, dass der Flächentarifvertrag auch 100 Jahre nach seinem Entstehen noch eine Zukunft hat.“

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