Emscher-Umbau schreitet voran

Jahresversammlung 2018 der Emschergenossenschaft

Emscher - von der Quelle bis zur Mündung.
Emscher - von der Quelle bis zur Mündung. Foto: Wolfgang Quickels

Recklinghausen. Die Emschergenossenschaft blickt während ihrer jährlichen Versammlung im Ruhrfestspielhaus auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurück. Mit der Inbetriebnahme des Abwasserkanals Emscher (AKE) auf einer Länge von 35 Kilometern zwischen Dortmund und Bottrop sowie der beiden Pumpwerke Gelsenkirchen und Bottrop konnten die Flussmanager den bislang größten Meilenstein in der Geschichte des Generationenprojekts Emscher-Umbau feiern. Der Emscher-Umbau befindet sich auf seiner Schlussgeraden: 362 Kilometer an neuen Abwasserkanälen sind nun bereits verlegt, 139 Kilometer an Gewässerlandschaften im Emscher-System sind bereits naturnah umgestaltet.

Emscher - von der Quelle bis zur Mündung.
Emscher - von der Quelle bis zur Mündung. Foto: Wolfgang Quickels

„Die Flutung des AKE war die Pflicht, nun folgt die Kür“, sagt Ullrich Sierau, Ratsvorsitzender der Emschergenossenschaft, „die Revitalisierung der Emscher und ihrer Nebenläufe schafft einen nachhaltigen Mehrwert für Mensch und Natur. Der Emscher-Umbau ist gleichzeitig Motor der heimischen Wirtschaft und der städtebaulichen Entwicklung.“

Uli Paetzel in New York.
Uli Paetzel. Foto: Emschergenossenschaft

„Wir als Emschergenossenschaft betrachten Wasserwirtschaft im umfassenden Sinn und verstehen uns als Dienstleister für unsere Mitglieder. Gemeinsam mit ihnen wollen wir die Zukunft gestalten“, sagt Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Der Emscher-Umbau hat bereits gezeigt, welche positiven regionalwirtschaftlichen und städtebaulichen Effekte ein wasserwirtschaftliches Projekt haben kann. „Diesen Weg gilt es nachhaltig weiter zu beschreiten. Die ökonomische Entwicklung unserer Region kann durch den ökologischen Mehrwert befördert werden – sauberes Wasser spielt hierbei eine wichtige Rolle. Grün-blaue Infrastrukturen sind positive, harte Standortfaktoren!“

Der Emscherbohrer.
Der Emscherbohrer. Foto: Emschergenossenschaft

Teamwork wird auch bei den vielen Herausforderungen in der Region notwendig sein. Hitzeperioden und Starkregenereignisse zeigen, dass der Klimawandel ernst zu nehmen ist. Maßnahmen zur nachhaltigen Anpassung an die Folgen des Klimawandels können nur gemeinsam gestemmt werden. „Es braucht mehr Grün und Blau im urbanen Grau. Hieran arbeiten wir als Emschergenossenschaft gemeinsam mit allen Emscherstädten im Rahmen der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“. Wir bringen das Wissen aus den vielen verschiedenen Verwaltungsbereichen fach- und organisationsübergreifend in Experten-Netzwerken und -Foren zusammen und sorgen für gute Lösungen. Das ist unser Verständnis von nachhaltiger Entwicklung“, so Paetzel weiter.

Startschuss für eine neue Emscher-Zukunft

Die Inbetriebnahme eines ersten AKE-Abschnitts in Anwesenheit von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am 24. September markierte den Startschuss für eine neue Emscher-Zukunft. Schritt für Schritt werden nun im kommenden Jahr auf der 35 Kilometer langen Strecke zwischen Dortmund und Bottrop immer mehr Kanäle aus den Nebengebieten an den AKE angeschlossen und die Emscher damit vom Abwasser befreit – die Grundvoraussetzung für ihre anschließende ökologische Umgestaltung.

Dr. Uli Paetzel auf der Baustelle.
Dr. Uli Paetzel auf der Baustelle. Foto: LSB_Andrea Bowinkelmann

„Der Bau des AKE und seiner beiden Pumpwerke war eine großartige ingenieurtechnische Leistung. Eine Leistung, auf die das Projektteam und alle an der Inbetriebnahme Beteiligten zu Recht stolz sein können“, sagt Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft. Hand in Hand haben unterschiedliche Abteilungen innerhalb der Emschergenossenschaft an der Realisierung eines Projektes gearbeitet, für das es keine Blaupause, keine Erfahrungswerte gab: „Das AKE-System ist in seiner Form einzigartig. Dass der Kanal dennoch planmäßig in Betrieb gehen konnte, ist der gemeinschaftlichen Leistung aller Beschäftigter der Emschergenossenschaft zu verdanken!“, so Grün weiter.

Projektleiterin - Maren Goldbeck.
Projektleiterin - Maren Goldbeck. Foto: Emschergenossenschaft

Abwasserfreiheit in 2021

Das Ziel, eine vom Abwasser befreite Emscher, wird 2021 erreicht werden – vorausgesetzt, es erfolgen dann auch keine Einleitungen von Grubenwasser mehr in die Emscher. Ein Zeitverzugsrisiko könnte sich jedoch auch durch die vielen noch anstehenden Kampfmittelsondierungen ergeben. Diese hatten bereits in der Vergangenheit für Verzögerungen im Bauverlauf und für Mehrkosten gesorgt. In Verbindung mit den gestiegenen Baupreisen schlägt sich dies auch beim Gesamtbudget nieder: Nach aktueller Berechnung wird der Emscher-Umbau statt der vor zwei Jahren prognostizierten 5,26 Milliarden Euro zirka 5,38 Milliarden Euro kosten. „Wir halten unser Versprechen, dass der Emscher-Umbau bezahlbar bleibt. Die Beitragssteigerungen werden auch in den kommenden Jahren sinken“, sagt Uli Paetzel.

Uli Paetzel in New York.
Uli Paetzel. Foto: Emschergenossenschaft

Die Emschergenossenschaft

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,38 Milliarden Euro investiert werden.

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