Elektronik-Metropole Ruhrgebiet

Blaues Rauschen

Syntesizer der Alt- und Neuzeit.
Syntesizer der Alt- und Neuzeit. Foto: Carola Quickels

Das Festival Blaues Rauschen macht das Ruhrgebiet zum zweiten Mal zur Elektronik-Metropole und bringt elektronische Sound-Experimente auf die Bühnen. In Gelsenkirchen, Essen, Herne, Dortmund und Bochum präsentiert Blaues Rauschen in der Zeit von Mittwoch bis Sonntag, 10.-14. Oktober 2018, eine internationale Mischung aus etablierten Namen und Neuentdeckungen aus acht Ländern. Die Soundkünstler bewegen sich zwischen Electronica, Post-Rock, Maschinen Folk und Field Recording. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen ermöglicht, dass der Eintritt am ersten Festivaltag frei ist.

Karl-Heinz Blomann beim Pressegespräche zum Offstream-Festival -Blaues Rauschen.
Karl-Heinz Blomann beim Pressegespräche zum Offstream-Festival -Blaues Rauschen. Foto: Carola Quickels

Blaues Rauschen untersucht im post-digitalen Klangraum, mit verschiedenen analogen und digitalen Mitteln, inwieweit sich gesellschaftliche Umbrüche, technische Neuerungen und künstlerische und politische Prozesse gegenseitig bedingen und beeinflussen können“, sagen die künstlerischen Leiter Karl-Heinz Blomann und Eckart Waage, die vor Blaues Rauschen schon Erfolge mit dem Festival open systems feierten.

Eckart Waage beim Pressegespräche zum Offstream-Festival -Blaues Rauschen.
Eckart Waage beim Pressegespräche zum Offstream-Festival -Blaues Rauschen. Foto: Carola Quickels

Wummernde Bässe aus der „siebten Sohle“, ein Bergarbeiterchor probt den musikalischen Aufstand, babylonisches Sprachgewirr verdeckt die TV-Nachrichten: Blaues Rauschen beginnt am Mittwoch, 10. Oktober 2018, ab 19 Uhr im Kunstmuseum Gelsenkirchen. Das Duo BLOORT thematisiert mit der aktuellen Live-Version seines Projekts „Reflect your Future“ den Wandel von der Materialität zur Virtualität. Dieser zeigt sich in der medialen Welt als Veränderung des Analogen hin zum Digitalen und in Alltag und Arbeitswelt des Ruhrgebiets als Transformation vom Steinkohlebergbau hin zu den sog. „Creative Industries“.

Blaues Rauschen in den Flottmann-Hallen
Das 1. Festival - Blaues Rauschen - in den Flottmann-Hallen. Foto: Björn Koch

Die Künstler machen diese parallelen Entwicklungen zum Gegenstand ihrer Performance. Sie setzen die Veränderung von analogen zu virtuellen Klängen in Beziehung zu historischen Markern der Kohleförderung und verarbeiten mit Tonbandmaschinen, Synthesizern und Samplern neben entsprechenden Tönen und Zitaten aus dem Ruhrgebiet auch solche aus den Bergbauregionen Englands, Polens und Belgiens. Anschließend nimmt das dreiköpfige Produzententeam HOMEWRECKERS mit ihrem Programm „Machinekiss“ die Bühne in Beschlag: Klirrende Mikroteilchen aus Gitarrenakkorden, breite Orgelklänge, zuckende Trommelelemente, Spurenelemente alter Bluesaufnahmen tauchen in den Tracks in neuen Kontexten auf und verschmelzen mit zeitgenössischen Synthesizer- und Bassmotiven.

Die Künstler aus dem Ruhrgebiet und Berlin gehören zum zeitgenössischen Typus Musikkünstler, die durch Zitat, Verknüpfung und Verfremdung elektronisch gespeicherter Klänge neue Werke schaffen. Die Ergebnisse sind rhythmisch tief, komplex und exzentrisch und führen den Zuhörer in die dunkleren und obskuren Seiten des urbanen Lebens. Zum Ausklang des Abends legt DJ Guy Dermossessian im Museumscafé PIRANDELLO auf.

In Herne stehen am Freitag, 12. Oktober 2018, ab 20 Uhr Jenny Ocampo, Eric Wong, Les Trucs, Graham Dunning und Lorenzo Senni auf der Bühne der Flottmann-Hallen. Bereits vorher um 19 Uhr werden die Ergebnisse eines Klangkunst-Workshops mit Jugendlichen unter der Leitung der Medienkünstlerin Tina Tonagel präsentiert.

Das vollständige Programm:

  • Gelsenkirchen, Mittwoch, 10. Oktober 2018, ab 19 Uhr, Kunstmuseum Gelsenkirchen: Begrüßung durch Annette Berg, Kulturdezernentin Gelsenkirchen, Leane Schäfer, Museumsleiterin Kunstmuseum Gelsenkirchen und die Veranstalter 19:30 Uhr: Konzertbeginn BLOORT, Homewreckers.
  • Essen, Donnerstag, 11. Oktober 2018, ab 20 Uhr, Goethebunker Essen: Mariska de Groot, Kai Niggemann, VetterHuber, Blaue Rausch-Nacht mit Goethebunker-Resident-DJs.
  • Herne, Freitag, 12. Oktober 2018, ab 10 Uhr (Workshop) und ab 20 Uhr Flottmann-Hallen Herne: Klangkunst-Workshop mit Tina Tonagel Jenny Ocampo und Eric Wong, Graham Dunning, Les Trucs, Lorenzo Senni.
  • Dortmund, Samstag, 13. Oktober 2018, ab 20 Uhr Archiv für populäre Musik im Ruhrgebiet, Evinger Schloss, Dortmund: Ryoko Akama, Marco Ciciliani und Barbara Lüneburg, Ursula Bogner-Projekt mit Lucrecia Dalt und Jan Jelinek.
  • Bochum, Sonntag, 14. Oktober 2018, ab 20 Uhr Musikzentrum Bochum: Perforator, Stefan Tiefengraber, Amnesia Scanner.

Tageskarten sind für 15 Euro erhältlich (ermäßigt 11 Euro). Ein Festivalticket für alle fünf Festivaltage kostet 44 Euro. In Gelsenkirchen ist der Eintritt frei. Tickets können über den >Ticketshop reserviert werden.

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