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Divertikel ernst nehmen

Dr. Jens Verbeek ist Chefarzt der Gastroenterologie am EvK Herne.
Dr. Jens Verbeek ist neuer Chefarzt der Gastroenterologie am EvK Herne. Foto: EvK

Wenn der Unterbauch schmerzt, die Verdauung nicht wie gewohnt funktioniert oder der Bauchraum eine druckschmerzhafte Verhärtung aufweist, dann kann das ein Indiz für eine Divertikulitis sein, eine entzündliche Form der Divertikel. Divertikel sind im Grunde genommen harmlose Ausstülpungen des Darms, die nicht spürbar sind. Problematisch werden sie jedoch, wenn sie sich entzünden. Denn auf diese Weise können schwere Krankheiten entstehen. Darauf weist Dr. Jens Verbeek, Chefarzt der Gastroenterologie am Evangelischen Krankenhaus Herne, hin.

In der westlichen Welt ist ein kontinuierliches Ansteigen behandlungsbedürftiger Fälle einer Divertikulitis zu beobachten. Mehr als 60 Prozent der über 70-Jährigen leiden unter Divertikulose. Eine der Gründe ist die Tatsache, dass mit zunehmendem Alter nicht nur rein äußerlich das Bindegewebe und die Muskulatur des Körpers an Festigkeit verlieren, sondern auch das Bindegewebe und die Muskulatur der Darmwand.

Zur Divertikelbildung neigen Menschen, die sich wenig bewegen und übergewichtig sind. Auch chronische Verstopfung, die dazu führt, dass der Stuhlgang einen zu hohen Druck im Darm aufbaut, wird zur Zeit als eine der Ursachen diskutiert.

Doch der Bildung von Divertikeln kann man vorbeugen. Ein wesentlicher Faktor ist die Ernährung, die möglichst viel Obst und Gemüse, wenig rotes Fleisch und viele Vollkornprodukte umfassen sollte. Dazu empfehlen die Experten, täglich genügend Flüssigkeit zu trinken und sich vor allem regelmäßig zu bewegen. Hier reicht bereits ein 30-minütiger Spaziergang pro Tag aus.

Haben sich erst einmal Divertikel gebildet, besteht die Gefahr, dass sich daraus eine entzündliche Divertikulitis entwickeln kann. Während Divertikel für den Betroffenen nicht wahrnehmbar sind, ist eine Divertikulitis sehr schmerzhaft. Sie äußert sich durch starke Beschwerden im linken Unterbauch, die häufig nach dem Essen auftreten und nach dem Stuhlgang wieder nachlassen.

In schweren Fällen ist die Behandlung der Divertikulitis in einem Krankenhaus erforderlich. So kann sich in den entzündeten Darmbereichen ein Abszess bilden, das stationär behandelt werden muss. Als weitere Komplikation kann eine Bauchfellentzündung auftreten. Diese wird hervorgerufen, wenn durch die Divertikulitis Löcher in der Darmwand entstehen. Dadurch breiten sich Darmbakterien im Bauchraum aus, die zu einer lebensbedrohlichen Entzündung führen können. Ähnlich dramatisch für die Betroffenen wird es, wenn sich nach einer abgeheilten Divertikulitis Narben bilden, die im ungünstigsten Fall einen Darmverschluss verursachen können.

Kontakt:

EvK Herne

Klinik für Innere Medizin

Dr. Jens Verbeek

Chefarzt Gastroenterologie

02323 / 498 2051