Steven Spielbergs 145-minütiges Sci-Fi-Epos
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Vor dem Hintergrund einer fiktiven geopolitischen Krise, die einen erneuten Weltkrieg heraufbeschwören könnte, ist Noah Scanlon (Colin Firth), der langjährige Leiter des regierungsnahen Unternehmens Wardex, davon überzeugt, dass das von ihm unter Verschluss gehaltene Wissen staatlicher Behörden über die Existenz außerirdischer Wesen die menschliche Zivilisation nicht nur in den USA destabilisieren würde, falls es jemals an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Wardex steht für „Waived Reporting, Development and Extraction“ und damit für eine Organisation, die keiner staatlichen Aufsichtsbehörde unterstellt ist.
Populäre Wetterfee
Als die populäre Wetterfee einer lokalen TV-Station in Kansas City, Margaret Fairchild (Emily Blunt), mitten in ihrer Live-Moderation von einer unsichtbaren Kraft übermannt wird und nur noch mysteriöse Klicklaute von sich geben kann, versteht nicht nur ihr Lebensgefährte Jackson (Wyatt Russell) die Welt nicht mehr. Anders als Dr. Daniel Kellner (Josh O’Connor): Der hochbegabte Mathematiker und IT-Experte bei Wardex hat besagte Laute Margarets als „Der Tag der Wahrheit“ („Disclosure“ kann auch mit „Offenlegung“ übersetzt werden) identifiziert – und ist geradezu alarmiert.
Daniel, der einst als junger Technikfreak aufgrund von Hackerangriffen im Gefängnis saß, ist als Cybersicherheitsexperte Noah Scanlons bester Mann. Er sieht nun den Moment gekommen, um als Whistleblower sein Wissen mit der Welt zu teilen: Dokumente auf Papier und mobilen Datenträgern, welche mehrere Besuche von Außerirdischen seit dem Roswell-Vorfall, einem angeblichen UFO-Absturz im US-Bundesstaat New Mexico im Sommer 1947, beweisen.
Rückblick in die eigenen Vergangenheit
Mit dem für ihn erstaunlichen Nebeneffekt, dass Daniel auch Geheimnisse über sich selbst, die ihn schon sein ganzes Leben lang beschäftigt haben, entschlüsselt. Und die seiner Freundin Jane Blankenship (Eve Hewson), einer ehemaligen Novizin, die zwar ihre Berufung als „Braut Christi“, also als Nonne, verloren hat, nicht aber ihren Glauben an Gott. Und deshalb befürchtet, dass eine naturgemäß als Sensation empfundene Offenlegung außerirdischer Intelligenz noch mehr Menschen an der Existenz des Allmächtigen zweifeln lassen.
Dennoch steht Jane an der Seite Daniels wie auch der einst vom Wardex-Auftrag überzeugte Hugo Wakefield (Colman Domingo), bisher einer der engsten Vertrauten von Noah Scanlon. Er zieht nun hinter den Kulissen die Drähte mit dem Ziel, alle von der Agentur gehüteten Geheimnisse aufzudecken – darunter grausame medizinische Experimente, die an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte erinnern. Zunächst aber muss er, zusammen mit seinem Mitarbeiter Santiago (Tommy Martinez), dafür sorgen, dass Margaret und Daniel, welche die erste Nacht im Kloster von Schwester Maura (Elizabeth Marvel) verbracht haben, in einem Safe House, einer einsam gelegenen Farm, unterkommen.
Atemberaubende Action-Szenen
Scanlon, der den skrupellosen Casper Boyd (Henry Lloyd- Hughes) auf Daniel angesetzt hat, ist nicht verborgen geblieben, dass Hugo nicht zur Arbeit erschienen und sein Schreibtisch leergeräumt ist. So beginnt nun ein an klassischen Verfolgungsjagden auf Straßen und Schienen orientiertes Duell um Leben und Tod mit atemberaubenden Action-Szenen für die große Leinwand und mit Dolby-Surround bzw. Atmos ausgestattete Kinos.
Dabei kommt ein „Device“ genanntes, hoch entwickeltes technisches Gerät zum Einsatz, bei dem es sich ein etwa 15 Zentimeter langes Hexagon aus Damaszenerstahl mit einer Ausbuchtung in der Mitte handelt, das Ähnlichkeiten mit einem Miniatur-Sarg aufweist: Dieser mysteriöse, durchaus auch tödlich wirkende, andererseits auch unsichtbar machende silberglänzende Barren verleiht seinen Besitzern nicht nur übernatürliche Kräfte, sondern auch die Fähigkeit, in die Gedanken anderer Menschen einzudringen und Erinnerungen auszulösen.
Während das „Device“ in Scanlons Händen eine Waffe zur Gedankenkontrolle ist, mit der surreale und beängstigende Formen der psychologischen Kriegsführung möglich sind, nutzt Margaret es zur Selbstverteidigung und als Fenster in ihre Vergangenheit als zehnjähriges Mädchen, das Besuch von einer ganzen Menagerie erhält, welche sie, Reminiszenz an das Grimmsche Märchen „Hänsel und Gretel“, in eine Waldhütte führt…
Vierter Spielberg-Film um Außerirdische
Nach „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977), „E.T.“ (1982) und „Krieg der Welten“ (2005) ist „Disclosure Day“ der vierte Film Steve Spielbergs rund um Außerirdische, ein Thema, dass den Regisseur schon als 17-Jährigen fasziniert hat, als er einen zweieinhalbstündigen Super-8-Streifen mit dem Titel „Firelight“ drehte über eine Gruppe von Wissenschaftlern, die unidentifizierte Flugobjekte untersucht. Spielbergs Entscheidung, sich erneut mit dieser Thematik zu befassen, geht auf eine Titelstory der „New York Times“ aus dem Dezember 2017 zurück.
Unter der Schlagzeile „Glowing Auras and ‚Black Money‘: The Pentagon’s Mysterious U.F.O. Program“ („Leuchtende Lichterscheinungen und ‚Schwarzgeld‘: Das rätselhafte UFO-Programm des Pentagon“) enthüllte die Zeitung, dass das US-Verteidigungsministerium ein geheimes militärisches Aufklärungsprogramm zur Untersuchung von angeblichen UFO-Landungen finanziert hatte. Und das Videoaufnahmen von Marine-Kampfflugzeugen, die bestimmte Nahbegegnungen mit rätselhaften Flugobjekten dokumentieren, existieren. Der brisante Artikel schloss mit einem Zitat des ehemaligen Programmleiters, der erklärte, dass solche Beweise „nichts sind, was eine Regierung oder Institution vor der Öffentlichkeit geheim halten sollte“.
Start bereits am Mittwoch, 10. Juni 2026
„Disclosure Day“ bezieht aber auch aktuelle gesellschaftliche Debatten über Geheimhaltung und Transparenz, Autokratie und Demokratie, ideologische Konflikte und Aufgeschlossenheit, Religion und Wissenschaft sowie den Nutzen und Missbrauch von Technologie ein. Der 145-minütige Film spielt in Missouri, Maryland und West Virginia, ist aber in New York und New Jersey sowie in den Steiner Studios in Brooklyn entstanden, wobei die NBC-Szenen im originalen NBC-Studio in Manhattan gedreht wurden. Nach der Uraufführung am 2. Juni 2026 Paris kommt er am 10. Juni 2026 und damit ungewöhnlicherweise an einem Mittwoch in unsere Kinos, darunter auch in die Filmwelt Herne.
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- Mittwoch, 10. Juni 2026, um 17 Uhr
- Mittwoch, 10. Juni 2026, um 19:30 Uhr