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Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Westfalen-Lippe kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und zur AU-Pflicht ab dem ersten Tag scharf (Symbolbild).

Hausärztinnen- und Hausärzteverband Westfalen-Lippe kritisiert Pläne des Bundes

'Dieser Vorstoß ist absolut nicht nachvollziehbar'

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Westfalen-Lippe kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und zur AU-Pflicht ab dem ersten Tag scharf. „Wenn Millionen zusätzliche Menschen in die Arztpraxen kommen müssen, nur um sich eine AU abzuholen – obwohl leichtere Erkrankungen durchaus auch am Telefon geregelt werden können – bedeutet das einen bürokratischen Aufwand, der mit den aktuell zur Verfügung stehenden Mitteln kaum zu bewältigen sein wird“, erklärt Lars Rettstadt, 1. Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. „Das nimmt uns die Zeit, uns um die Patientinnen und Patienten zu kümmern, die eine intensivere medizinische Betreuung benötigen. Dieser Vorstoß ist aus hausärztlicher Sicht absolut nicht nachvollziehbar! Hier wird ohne Not ein gut funktionierender Baustein innerhalb der Versorgung entfernt. Das wird im Ergebnis dazu führen, dass die hausärztlichen Praxisteams unter Druck geraten.“

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Alle Statistiken und Untersuchungen belegten zweifelsfrei, dass die Telefon-AU nicht zu mehr Krankschreibungen geführt hat. Der Grund für die formal steigenden Zahlen von Krankschreibungen in der Vergangenheit sei ein statistischer Effekt, weil durch die elektronische Erfassung mehr Krankschreibungen in der Statistik auftauchten.

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„Die Telefon-AU hat sich in der Praxis bewährt“, betont Dr. Sascha Schönhauser, 2. Vorsitzer des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. „Wenn sie wegfällt, werden Patientinnen und Patienten mit Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten die Praxen verstopfen, in den Wartezimmern andere kranke Menschen anstecken und auch die Praxisteams unnötig gefährden.“

Donnerstag, 2. Juli 2026 | Quelle: Hausärztinnen- und Hausärzteverband