Kinder werden Teil der Inszenierung
'Die Konferenz der Tiere'
Erich Kästners erster Roman nach dem Zweiten Weltkrieg, „Die Konferenz der Tiere“ von 1949, hat sich rasch zu einem Kinderbuch-Klassiker entwickelt. Weil die Geschichte zeitlos ist, die sich zumindest ursprünglich auffordernd vor allem an Erwachsene gerichtet hat.
In den Flottmannhallen hat am Sonntag, 22. Februar 2026, um 16 Uhr die Adaption der Regiedebütantin Emma Khadija Herrmann Premiere (halloherne berichtete), die einen partizipativen Ansatz verfolgt: Die zuschauenden Kinder werden Teil der Inszenierung, in dem sie Platz finden im Bühnenraum der Ausstatterin Jana Januschewski-Moze. Sodass ihre Stimmen und Meinungen zu einem wichtigen Teil der Konferenz werden.
Löwe, Elefant und Giraffe
Als der Löwe Alois (Jasha Eliah Deppe), der Elefant Oskar (Zeynep Topal) und die Giraffe Leopold (Francesco Matejcek) davon erfahren, dass die 86. Internationale Konferenz der Menschen ohne Lösung für die von ihnen selbst verursachten Probleme wie Kriege, Hungersnöte und Umweltzerstörung beendet worden ist, ergreifen sie selbst die Initiative und laden zu einer Konferenz der Tiere aus aller Welt ein. Zusätzlich soll ein Menschenkind von jedem Kontinent dabei sein: diese seien erstes unschuldig an der Politik der Erwachsenen und zweitens als Erste in der Lage, Pläne zur Verbesserung der Welt umzusetzen.
Auf der nächsten Menschen-Konferenz wollen die Tiere mit ungewöhnlichen Mitteln die längst überfällige Einigung erzwingen: Nagetiere vernichten im Konferenzgebäude Akten, die sie für kontraproduktiv zum Ziel einer friedlichen Übereinkunft halten. Doch die Menschen schaffen Kopien herbei und gehen auf keine Forderung der Tiere ein. Die lassen Schwärme von Motten die Kleidung der Konferenzteilnehmer zerfressen. Als auch das nicht fruchtet, entführen sie deren Kinder. Erst jetzt wachen die Menschen auf und die Staatsoberhäupter legen in einem Vertrag fest, das alle Grenzen aufgehoben und alle Waffen abgeschafft werden.
NRW-Stipendiatin
Soweit Erich Kästner. Emma Khadija Herrmann, die auch Regie führt, hat den Roman für die Bühne adaptiert und am Theater Kohlenpott für alle ab acht Jahren inszeniert. Die 24-Jährige wuchs in Mainz auf und zog 2021 zum Studieren ins Ruhrgebiet. Die 2025er Nachwuchs-Stipendiatin des Landes Nordrhein-Westfalen im Bereich des Freien Kinder- und Jugendtheaters hat ihr Theaterwissenschafts-Studium an der Ruhr-Universität mit dem Bachelor abgeschlossen und ergänzt dieses nun mit einem Master-Studium im Bereich der Szenischen Forschung.
Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Repräsentation von BIPoC (Schwarze, Indigene und People of Color) im Theater, wobei sie nach Antworten auf die Frage, wie Theater einen sicheren, diskriminierungsfreien Verhandlungsraum bieten kann, sucht.
Neben der Performance „Drei Schwestern – Das Ende zuerst“ im Oval Office des Schauspielhauses Bochum war Emma Khadija Herrmann als Regieassistentin tätig bei zwei Koproduktionen des Theater Kohlenpott mit dem Consol Theater Gelsenkirchen, „Momo“ (2023) und „Pinocchio“ (2024), sowie der Urbanatix-Show „Essence“.
Selbst aktiv werden
In ihrer Adaption und Inszenierung „Die Konferenz der Tiere“ stellt sie vor dem leider sehr aktuellen Hintergrund einer Welt in Aufruhr mit Kriegen, Krisen, Armut und Diskriminierung Fragen: Wie kann etwas verändert werden? Wem wird überhaupt zugehört? Und wie geht eigentlich eine Konferenz? Gemeinsam mit den von Jasha Eliah Deppe, Zeynep Topal und Kohlenpott-Debütant Francesco Matejcek verkörperten Tieren begeben sich die Zuschauer auf die Reise zur ersten Konferenz der Tiere, um genau das herauszufinden.
Emma Khadija Herrmann lädt in ihrem Regiedebüt Kinder und Erwachsene gleichermaßen dazu ein, zuzuhören, nachzudenken – und selbst aktiv zu werden. Für das Musik- und Sounddesign sorgt Vito Oliveira Azevedo. Karten für die Premiere am Sonntag, 22. Februar 2026, um 16 Uhr in den Herner Flottmannhallen kosten 12 Euro (ermäßigt 6 Euro) und können per Mail an oder direkt per Direktnachricht via Instagram an @theaterkohlenpott bestellt werden.
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- Sonntag, 22. Februar 2026, um 16 Uhr