Die Jungfrau von Eickel im Gleiscafé

Die Jungfrau von Eickel steht.
Die Jungfrau von Eickel steht. Foto: Stefan Kuhn
Die Jungfrau von Eickel in den starken Armen von HospiTrans.
Die Jungfrau von Eickel in den starken Armen von HospiTrans. Foto: Stefan Kuhn

„Ich freue mich, dass ich wieder so eine geile Aktion unterstützen kann", sagte Klaus Möllmann, Geschäftsführer von HospiTrans, am Freitag (7.9.2018), im Gleiscafé Fritzchen am Heimatmuseum Unser Fritz. Möllmann und sechs seiner Mitarbeiter haben die Jungfrau von Eickel (halloherne berichtete) aus der Jugendwerkstatt an der Hauptstraße mit einem Krankentransporter zum Gleiscafé gebracht. „Die Jungfrau war ein sehr angenehmer Fahrgast. Wir wollten sie zuerst verkehrt herum transportieren, also mit den Füßen in Fahrtrichtung, weil wir nicht wussten ob sie vielleicht schwanger ist, haben uns dann aber für die normale Position entschieden", so Möllmann. Auf den halloherne-Einwand, dass es sich um eine Jungfrau handelt und sie deshalb nicht schwanger sein könne, antwortete er: „Maria war ja auch Jungfrau und ist an ein Kind gekommen."

Die Jungfrau von Eickel.
Die Jungfrau von Eickel im Krankentransporter. Foto: Stefan Kuhn

Bei der Jungfrau handelt es sich um eine Kopie. Das Original wurde im 2. Weltkrieg demontiert und zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Der steinerne Rest des Brunnens auf dem Marktplatz wurde im Sommer 1960 abgetragen. „Wir hatten versucht eine Kopie der Jungfrau, die sich im Keller der Confiserie-Cafe-Messner befand, restaurieren zu lassen. Das hat aber nicht geklappt, weil sie zu alt war", sagte Graf Hotte Schröder. „Daraufhin hat die Mondritterschaft Wanne-Eickel beschlossen, eine neue Figur bauen zu lassen. Das Geld dazu kommt von jedem Mondritter privat. Nicht aus der Mondritter-Kasse und auch nicht von einem Sponsor", so Schröder. Was die Mondritter zahlen müssen, kann Graf Hotte noch nicht sagen „Wir haben ja noch keine Rechnung bekommen, die wird uns noch eiskalt serviert."

SWechs Männer und eine Jungfrau.
Sechs Männer und eine Jungfrau. Foto: Stefan Kuhn

Der Auftrag für die neue Jungfrau von Eickel ging an die Werkstatt der Jugendkunstschule. René Schuster ist dort Werkpädagoge und hat die Arbeiten geleitet. „Ich habe die Figur mit meiner Werkstattgruppe zusammen gebaut. Sie besteht aus einem Styroporkern und ist kaschiert mit einem Glasfasergewebe und einem Spezial-Beton. Als Vorlage hatten wir wenige, ganz klein aufgelöste, alte Fotos. Die Kopie hatte ich auch in der Werkstatt, das Meiste habe ich aber von den Fotos übernommen", so Schuster. Die Arbeiten begannen im November 2017 und haben bis September 2018 gedauert. „Wir haben aber nicht täglich an der Figur gearbeitet", sagte René Schuster. Die Figur ist 163 Zentimeter groß und wiegt 80 Kilo.

v.l. Graf Hotte, die Jungfra von Eickel, René Schuster.
v.l. Graf Hotte, die Jungfrau von Eickel, René Schuster. Foto: Stefan Kuhn

Die Jungfrau wurde am Freitag auf den Sockel in einem kleinen Brunnen gestellt. Den Brunnen hat die Holzwerkstatt Karo Design gebaut. Den Sockel hat Thorsten Klumpen vom Blumenhaus Klumpen mit seinem Team gegossen. „Der Brunnen wird noch mit Teich-Folie ausgelegt und es wird ein autarkes Wasser-Kreislauf-System installiert. Eine extra Wasserleitung wird nicht gebraucht." Dazu übernimmt das Blumenhaus das Begrünen des Brunnens. Alles in allem soll man einen Eindruck bekommen, wie die Figur und der Brunnen damals in Eickel aussahen. Das Gleiscafé ist täglich, außer montags, von 12-17 Uhr geöffnet.

Die Jungfrau von Eickel ist angekommen.
Die Jungfrau von Eickel ist angekommen. Foto: Stefan Kuhn
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